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Sodbrennen und Alkohol | Ratgeber

Sodbrennen und Alkohol | Ratgeber

Sodbrennen und Alkohol

Das Wort Sodbrennen hängt mit dem Substantiv Sud zusammen. „Sod“ leitet sich von einem althochdeutschen Bedeutungsfeld her, welches unter anderem Sieden oder Brühe bedeutete. Schon unsere Vorfahren versuchten vermutlich, mit diesem Wort das schmerzhafte, ab dem Oberbauch teilweise bis in den Rachen ausstrahlende Brennen metaphorisch zu umschreiben. Besonders an den immer näher rückenden Feiertagen plagt Sodbrennen viele Menschen. Schuld daran ist in vielen Fällen übermäßiger Alkoholkonsum, aber auch schwere Speisen und Süßigkeiten, die an Weihnachten gerne und viel gegessen werden, können Sodbrennen auslösen. Doch was kann man gegen das Leiden tun?



Was ist Sodbrennen aus medizinischer Sicht?

Laut ICD-10 wird häufiges Sodbrennen (= Reflux) als Refluxkrankheit klassifiziert. Es äußerst sich meist mit dem charakteristischen Brennen hinter dem Brustbein und wird dadurch verursacht, dass Magensäure in die Speiseröhre hochsteigt und dort die Schleimhaut reizt. Neben dem brennenden Schmerz äußerst sich Sodbrennen durch weitere vielfältige Symptome wie „saures“ (= bitteres, galliges) Aufstoßen oder Druck im Oberbauch.

Welche Ursachen hat das Leiden allgemein?

Nicht nur übermäßiger Alkoholkonsum kann Sodbrennen verursachen. Die Gründe für das Leiden können sehr unterschiedlich sein. So können beispielsweise eine erhöhte Arbeitsanstrengung des Darms und ein Rückfluss von Nahrung die Schmerzen verursachen. Generell können fette, saure und sehr süße Speisen, insbesondere im Überfluss, Sodbrennen auslösen. Koffeinhaltige oder alkoholische Getränke können ebenfalls Ursache dafür sein. Bei vielen Menschen wird der Reflux durch einen ungesunden und belastenden Lebensstil intensiviert, welcher häufig durch

– Übergewicht (verstärkt durch zu enge Kleidung)
– Stress
– Rauchen
– Nervosität
– Seelische Probleme

geprägt ist. Es gibt jedoch zahlreiche weitere Gründe für Sodbrennen. So wird es auch durch fortgeschrittenen Diabetes oder Zwerchfellbruch ausgelöst, tritt im letzten Drittel einer Schwangerschaft auf (durch das Hormon Progesteron), kann auf einen Reizmagen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten zurückzuführen sein oder durch eine Magenschleimhautentzündung verursacht werden.

Alkohol und Sodbrennen

Einer der häufigsten Gründe für Sodbrennen an Feiertagen ist neben üppigem, fettreichem Essen, wie dem bei uns beliebten Enten- oder Gänsebraten mit Kroketten und Rotkraut, der übermäßige Konsum von Alkohol. Verdauungsschnäpse, einige Biere oder der in den kalten Monaten bevorzugte Glühwein nehmen bei vielen Menschen an den Feiertagen überhand.

Zuviel Alkohol, wie übrigens auch bestimmte Medikamente, lassen den Magenschließmuskel (Ösophagussphinkter) erschlaffen. Gleichzeitig wird die Produktion von Magensäure durch Alkohol erhöht. So kann Säure aus dem Magen leicht in die Speiseröhre zurücklaufen. Dies verursacht eine Reizung, die aufgrund der (insbesondere morgendlichen) Symptome Heiserkeit oder Husten oftmals fälschlich als Asthma diagnostiziert wird. Von der genannten Reizung sind beispielsweise Stimmbänder und Rachenraum betroffen. Das Brennen hinter dem Brustbein tritt unabhängig davon auf. Körperliche Anzeichen für Sodbrennen sind neben dem erwähnten Aufstoßen und dem akuten Brennen ein angegriffener Zahnschmelz, gelbliche Flecken auf dem Kopfkissen oder Schluckbeschwerden.

Was kann man gegen gelegentliches Sodbrennen tun?

Wer an den Feiertagen einen über den Durst getrunken hat, dem helfen oft schon einfache Maßnahmen gegen Sodbrennen. Die erste Maßnahme sollte sein, ein paar Tage auf Alkohol zu verzichten und leichtere Kost zu sich zu nehmen. Stärkehaltige Nahrung, etwa Bananen, Zwieback, trockenes Weißbrot oder Kartoffeln binden die übermäßig produzierte Magensäure. Weitere Hausmittel sind Milch, das Kauen von Nüssen oder ein Löffel Senf (aufgrund enthaltener Senföle). Medikamente wie Omep von HEXAL reduzieren die Produktion der Magensäure, so dass gereizte Schleimhäute ausheilen können.

Wann bestehen ernsthafte gesundheitliche Risiken?

Sobald die Refluxkrankheit mehr als einmal pro Woche auftritt, ist sie nicht mehr als harmlos zu betrachten. Wird die Speiseröhre ständig gereizt, beispielsweise wenn der Alkoholkonsum über einige Tage konstant deutlich höher ist als sonst, kann die Schleimhaut der Speiseröhre sich entzünden. Dies wird Ösophagitis genannt. Aus ihr kann sich ein blutendes Geschwür (Ulcus) in der Schleimhaut entwickeln. Hält diese Entzündung an und wird nicht behandelt, verengt sich die Speiseröhre teilweise (Strikturen). So können die zerkauten Speisen nicht mehr ordnungsgemäß in den Magen transportiert werden.

Eine schlimme Folge der Refluxkrankheit ist der sogenannte Barrett-Ösophagus. Er bildet eine Vorstufe des Speiseröhrenkrebses (Ösophaguskarzinom), eine rare, jedoch denkbare Konsequenz sehr langer, aggressiver Einwirkung der Magensäure. Sie kann in seltenen Fällen zu bösartigen Entartungen der Zellen im unteren Drittel der Speiseröhre führen.

Abschließende Hinweise

Wer sich gesund ernährt, Maß hält und sportlich lebt, hat zumeist wenige Probleme mit Sodbrennen. Wer gelegentlich über die Stränge schlägt und sich an den Feiertagen zu viel Alkohol genehmigt, kennt die Beschwerden, muss sich aber deswegen kaum ernsthafte Sorgen machen. Sendet der Körper jedoch häufiger Schmerzsignale, will er ausdrücken, dass etwas nicht in Ordnung ist. Man sollte in diesem Fall unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Durch einen Arztbesuch allein wird aber keinerlei Heilung erzielt. Man muss auch ernsthaft gewillt sein, seinen Lebenswandel zu ändern – und dies fällt den meisten Menschen viel schwerer, als einmal den Doktor aufzusuchen und sein Leid zu klagen. Es lohnt sich also, nicht nur in Bezug auf den Alkoholkonsum, schon vorbeugend auf einen gesunden Lebenswandel zu achten.

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