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Sexuelle Aufklärung von Kindern

Sexuelle Aufklärung von Kindern

Sexuelle Aufklärung darf kein Tabu sein

Sexuelle Aufklärung ist eine der großen Herausforderungen der Erziehungsarbeit. Es geht dabei nicht (nur) um die technische Erklärung, wie Babys gemacht werden, sondern vor allem darum, die Kinder auf ihr sexuelles Leben vorzubereiten und sie dem jeweiligen Alter entsprechend zu fördern und zu begleiten. Ein neues Aufklärungspaket unterstützt Eltern in der Sexualerziehung – von Anfang an.



Oft hört oder liest man von der Unwissenheit vieler Teenager in Bezug auf ihren eigenen Körper, ihre Sexualität und Möglichkeiten zur Verhütung von Schwangerschaft und Krankheit. Und die Schuldigen sind schnell gefunden: die Eltern. Immer dann, wenn über Kinder, Jugendliche und Sex gesprochen wird, taucht die Diskussion über die elterliche Verantwortung in der Sexualerziehung wieder auf. Und immer scheint es so zu sein, als würden alle Eltern ganz schrecklich versagen und als hätten sie Angst vor dem Thema Sexualität. Doch die meisten Eltern fühlen sich sehr wohl für die Sexualerziehung zuständig. Aber was tun und was wann sagen? Reicht auf die Frage „Mama, wie geht Sex?“ die Geschichte von den Bienen und Blumen? Ist Aufklärung in Zeiten ständiger Präsenz von Sexualität überhaupt noch notwendig bzw. wird sie ohnehin im Rahmen des Biologieunterrichts erledigt?

„Der Umgang mit den Fragen zur Sexualität ist eine der großen Herausforderungen in der elterlichen Erziehungsarbeit. Die Kinder richtig zu unterstützen und zu begleiten hat großen Einfluss darauf, wie sie später mit ihrem Körper und dem Thema sexuelle Gesundheit umgehen“, so Mag. Claudia Handl, Leiterin Public Affairs von Pfizer Austria, über die Motivation des Pharmaunternehmens dieses Projekt ins Leben zu rufen.

„Da das Informationsangebot zu diesem wichtigen Thema rar ist, haben wir uns entschlossen, Eltern und Erziehende zu unterstützen und ihnen eine Orientierung in die Hand zu geben.“

Im Rahmen der HIV/AIDS Jugend-Kampagne „safe4fun“ initiierte und erarbeitete Pfizer in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Institut für Sexualpädagogik und mit Unterstützung der AIDS-Hilfen Österreichs und der Österreichischen Aidsgesellschaft einen Leitfaden für die Sexualerziehung.

Das Aufklärungspaket: Richtige Sexualerziehung von Anfang an

Der neue Leitfaden orientiert Eltern anhand konkreter Beispiele und gibt eine Vorstellung, was kindliche Sexualität bedeutet und worauf es in welchem Alter ankommt. „Der Mensch ist von Geburt an ein sexuelles Wesen. Das Bedürfnis nach Lust, Zärtlichkeit und Nähe kommt je nach Entwicklung und Alter unterschiedlich zum Ausdruck. Jede Altersstufe bringt neue Anforderungen mit sich. Im Aufklärungspaket können Eltern nachlesen, wann welche Themen für Kinder und Jugendliche relevant sind und wie sie am besten darauf reagieren können und sollten“, fasst die Autorin Bettina Weidinger vom Österreichischen Institut für Sexualpädagogik (ISP) zusammen, die ihr Wissen und ihre Erfahrung aus über zehn Jahren sexualpädagogischer Arbeit mit Eltern und Jugendlichen in das Projekt eingebracht hat. Darüber hinaus decken zahlreiche Buch- und Interntipps sowie Infos über Eltern-Workshops zusätzlichen Informationsbedarf ab.

Sexualerziehung ist mehr, als über Sex reden

Sex ist heute allgegenwärtig und macht das Vorbild und die Begleitung der Eltern wichtiger denn je. Aufklärung, oder besser Sexualerziehung, beginnt früh und ist viel umfassender als die rein technische Gebrauchsanweisung, wie Babys gemacht werden. „Bereits im zarten Babyalter gilt es, die Kinder mit ihrem Körper vertraut zu machen und zu vermitteln, dass er etwas Besonderes und Wertvolles ist, das es zu schützen gilt“, erklärt Weidinger worauf es in der Sexualerziehung ankommt. „Eltern begleiten Kinder in ihrer sexuellen Entwicklung. Die Aufgabe besteht dabei nicht nur zum richtigen Zeitpunkt die richtige Information zu geben, sondern den Kindern einen positiven Zugang zum eigenen Körper und den eigenen Gefühlen zu ermöglichen.“

Die größte Herausforderung stellt für viele Eltern die Wertfreiheit der Gespräche dar. Weidinger warnt: „Das Aufzwingen eigener Wertvorstellungen führt lediglich zu einer Abwehrreaktion. Es liegt nicht in der Macht der Eltern zu bestimmen, wann und mit wem das Kind den ersten sexuellen Kontakt haben wird. Vielmehr stehen die möglichst wertfreie Information und das Stärken der Eigenverantwortung im Mittelpunkt.“

HIV/AIDS: Bewusstsein schaffen statt Angst machen

Auch das Schüren von Ängsten ist kontraproduktiv, denn Angst macht Menschen handlungsunfähig. Wissen und Wertschätzung hingegen führen zu kompetentem Handeln. Dennis Beck, Obmann der Aids Hilfe Wien dazu:“Das Wissen der Jugendlichen über HIV/AIDS ist sehr gut. Das zeigte kürzlich auch eine Befragung von Jugendlichen.¹ In der Information über sexuelle Gesundheit geht es also hauptsächlich darum, Bewusstsein für Infektionskrankheiten zu schaffen. Denn nur Wissen und Bewusstsein gemeinsam führen zu kompetentem Handeln und risikofreiem Sexualverhalten.“ Sein Tipp: „Jugendliche über HIV/AIDS ohne erhobenen Zeigefinger aufklären und ihnen Information wie Broschüren, Internetseiten – wie z.B. www.safe4fun.at – etc. für die eigene Auseinandersetzung und Vertiefung mit dem Thema anbieten.“

Das Aufklärungspaket gibt’s

  • auf eltern.safe4fun.at zum Download im pdf-Format und
  • in gedruckter Form kostenlos zu bestellen unter 0800/1234 25 00

¹ GfK-Schülerbefragung: 557 Interviews von österreichischen SchülerInnen zwischen 10 und 19 Jahren. Befragungszeitraum: Okt./Nov. 2007. Erhebungsmethode: CAWI – Computer gestützte Web-Interviews. Im Zentrum der Untersuchung standen Informationsstand und -bedürfnis, Einstellung gegenüber HIV-Infizierten, Risikobewusstsein und tatsächliches Verhalten

Linktipps:

– Aufklärung – ein Leitfaden für Eltern
– Die Pubertät – was ist normal, wann ist ärztlicher Rat gefragt?
– Safer Sex auch im Urlaub
– Wie man ein Kondom richtig benutzt
– Sexualität & Schamverhalten von Jugendlichen
– Lust & Liebe: Das erste Mal