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Sexualtherapie: auf der Suche nach der verlorenen Lust

Sexualtherapie: auf der Suche nach der verlorenen Lust

Sexualtherapie

Besonders in langjährigen Partnerschaften treten häufiger alltagsbedingte sexuelle Störungen auf. Häufig sind Beziehungsprobleme Auslöser sexueller Frustration, manchmal auch Stress oder Krankheit. Sexuelle Unlust bei Frauen hat meist andere Ursachen als sexuelle Apathie bei Männern. Die Gründe für die Flaute im Bett können vielfältig sein und sind oft nur schwer auszumachen. Eine Sexualtherapie kann allerdings oftmals der richtige Lösungsansatz sein, denn über 90% der sexuellen Störungen sind psychosomatisch bedingt.



Erektionsstörungen, Libidoverlust, Verhaltensmuster – es gibt zahlreiche Probleme, die Menschen mit ihrer Sexualität haben können. 40 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen sind laut einer amerikanischen Studie unzufrieden mit ihrem Sexualleben. Sexualtherapie setzt bei diesen Problemen an. Oft ist es sehr schwierig den Ursachen für sexuelle Störungen auf die Spur zu kommen. Denn diese können sehr vielfältig sein.

Dr. Lieselotte Kogler ist ausgebildete Sexualtherapeutin vom Institut für Psychomatik und Verhaltenstherapie und weiß, dass viele Faktoren zusammenspielen, wenn es um mangelnde Lust oder schlechten Sex geht.

„Frauen leiden häufig auch unter zu geringer Erregung, Orgasmusproblemen oder Scheidenkrampf (Vaginismus). Daraus entwickelt sich häufig eine Unlust. Männer schildern häufige Erektionsprobleme und Probleme mit der Kontrolle des Samenergusses.“ so die Ärztin und sie nennt auch gleichzeitig die häufigsten Ursachen für Probleme im Bett bzw. mit der Sexualität:

Sexuellen Probleme in der Partnerschaft

  • Mangelnde Kommunikation und der Mythos einer spontanen und natürlichen Sexualität können eine Rolle spielen. Die Partnerin / der Partner erwarten, dass das Gegenüber spüren muss, was sie / er sexuell haben möchte. Die Kommunikation beschränkt sich aber oft nur auf Andeutungen bzw. Beobachten von nonverbalen Zeichen der Erregung beim anderen. Wünsche werden oft nicht geäußert oder nicht abgelehnt.
  • Zärtlichkeit gehört zum Ideal einer befriedigenden Partnerschaft. Mit der Dauer einer Beziehung lässt sich in fast allen Fällen ein reduziertes Zärtlichkeitsverhalten beobachten. Besteht eine zu große Diskrepanz in den Zärtlichkeitswünschen der Partner, kommt es zu Enttäuschung und Erwartungsdruck. Ein nicht geringer Teil sexueller Probleme von Frauen hat die Ursache in einem Mangel an Zärtlichkeit. Wobei mit Zärtlichkeit nicht nur das Vorspiel gemeint ist, sondern Zärtlichkeit auch im Sinne von Streicheln ohne anschließenden Geschlechtsverkehr.
  • Leistungsdruck und die Angst, Erwartungen nicht zu genügen, können in allen Bereichen sexuellen Geschehens auftreten und es beeinflussen. Subtile Ideal-Vorstellungen bzw. Erwartungen spielen eine Rolle. Viele glauben, man müsste einen Orgasmus zum richtigen Zeitpunkt erleben, oder man müsste ein guter Liebhaber/ eine gute Geliebte sein, oder man müsste sich gehen lassen bzw. sich hingeben können.
  • Manche beobachten sich selbst und versuchen „alles richtig zu machen“. Dieser dysfunktionale Aufmerksamkeitfokus“ ist meist mit Angst verbunden und verhindert ein angemessenes Sich-selbst-spüren.
  • Sexuelle Mythen und zwanghafte sexuelle Verhaltensmuster, also gängige gesellschaftliche Vorstellungen und Klischees über Sexualität können Druck machen.
  • Depression kann zu einem verminderten sexuellen Bedürfnis oder zu einer sexuellen Lustlosigkeit führen.
  • Lang andauernder Stress kann ebenfalls zu einem verminderten sexuellen Bedürfnis führen. Manche allerdings versuchen den Stress mit gesteigerter Sexualität abzubauen, weil sie durch den Höhepunkt Entspannung verspüren. Sexsucht kann die fatale Folge sein.
  • Gewalterfahrungen in Kindheit und Jugend können ebenfalls Ursache für sexuelle Probleme sein.

Auch wenn sich Frauen nach eigenen Angaben eher bereit finden sich bei sexuellen Störungen Hilfe zu suchen, so wird die kostenlose Internetberatung online@psychosomatik.at, für die auch Sexualtherapeutin Mäni-Kogler tätig ist, in gleichen Ausmaß von Männern wie von Frauen frequentiert. „In den letzten Jahren zeigt sich der Trend, dass beide Geschlechter angeben, Probleme mit der Lust zu haben. Aber auch Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr werden als Problem angegeben.“, so die Psychologin. Eine zunehmende Bereitschaft gegen sexuelle Probleme anzukämpfen macht sich in den letzten Jahren breit. Mitursache sieht die Therapeutin in der zunehmenden Thematisierung sexueller Probleme in den Medien. Doch nicht nur für diese positive Entwicklung sind Fernsehen, Zeitung und Radio mitverantwortlich. Medien transportieren sexuelle Klischees, die von vielen Menschen kaum erfüllbar sind. Dazu kommen oft Probleme wie Leistungsdruck und überhöhte Erwartungen.

Wo setzt die Sexualtherapie nun an?

Im Mittelpunkt stehen die Gefühle. Dr. Lieselotte Mäni Kogler erklärt ihre Arbeit so: „Sexualtherapie versucht also, das komplexe Beziehungsgefüge zweier Individuen zu erkennen und darzustellen. Gleichzeitig brauchen die Partner von der Therapeutin konkrete Ansatzpunkte für neue Erfahrungen in der Sexualität und in der Beziehung. Ich versuche also in der Sexualtherapie Elemente der Beziehungsgestaltung einzuführen und durch Übungen andere Denkweisen, Handlungsmuster und neue Emotionen aufzubauen. Sexualtherapie ist intensive Arbeit an und mit Emotionen.“, so die Expertin abschließend.

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