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Sexualhormone – Botenstoffe der Liebe

Sexualhormone – Botenstoffe der Liebe

Sexualhormone - Botenstoffe der Liebe

Auch wenn es gar trivial klingt, aus Hormonen und Botenstoffen mixt die Natur ihren Liebescocktail. Sexualhormone sind Hormone, die für die Ausprägung der Geschlechtsmerkmale und die Steuerung der Sexualfunktionen zuständig sind. Das Ausmaß auf unser Liebesleben ist unter Biomedizinern und Psychologen umstritten, doch die Wissenschaft enträtselt immer weiter die chemischen Abläufe, die für unser Sexualverhalten und die körperlichen Symptome der Liebe verantwortlich sind.



Es sind hochkomplexe biochemische Prozesse, die unsere Stimmungen, Befindlichkeiten und Begehren beeinflussen, doch Hormone spielen dabei immer eine zentrale Rolle. Sie verleihen uns Glücksgefühle, euphorische Momente und nicht zuletzt steuern sie sexuelle Lust.

Testosteron und Östrogen sind die bekanntesten Geschlechtshormone. Beide Substanzen sind chemisch sehr ähnlich aufgebaut, beide finden sich sowohl bei Männern als auch bei Frauen im Blut – allerdings in geschlechtspezifischer Mischung: mehr Testosteron bei den Herren, mehr Östrogen bei den Damen. Als biochemische Botenstoffe sind sie und unter anderem für die Steuerung der sexuellen Lust mitverantwortlich.

Soweit, so bekannt, doch nun häufen sich Untersuchungsergebnisse, dass Hormone auch für die körperlichen und psychischen Symptome beim Verlieben maßgeblich verantwortlich zeichnen. Der Auslöser für die rauschhaften Zustände von Verliebten und deren charakteristischen Liebesanzeichen wie Herzklopfen, Kribbeln im Bauch und Erröten dürfte ein genau abgestimmtes Zusammenspiel von Hormonen und Botenstoffen sein, das auch die Libido kräftig stimuliert.

Neben den genannten Hormonen Testosteron und Östrogen spielen noch das Euphorie auslösende Dopamin, das Aufputschhormon Adrenalin sowie das umgangssprachlich als Liebes- oder Kuschelhormon bezeichnete Oxytocin die Hauptrollen.


Testosteron

Der Sexualtrieb besteht zweifelsfrei unabhängig vom Verliebtsein. Er wird von einem Hormon angefacht, das bei Letzterem kaum eine Rolle spielt: Testosteron. Bei Frauen ist der Hormonspiegel zur Zeit des Eisprungs , dann wenn auch die Fruchtbarkeit am größten ist, am höchsten und damit auch die Lust am stärksten.

Im männlichen Körper ist Testosteron unter anderem für die Entwicklung der Geschlechtsorgane, die Ausformung des typisch männlichen Körperbaus und die Herstellung von Samen zuständig.


Östrogen

Östrogene (Estrogene) – die Bezeichnung steht als Oberbegriff für mehr als 30 verschiedene Hormone – wiederum sind die wichtigsten weiblichen Sexualhormone und werden hauptsächlich in den Eierstöcken und zu einem geringeren Teil auch in der Nebennierenrinde produziert.

Östrogene sind bei der Frau für die Entwicklung der Brust während der Pubertät zuständig, sie fördern die Reifung einer befruchtungsfähigen Eizelle und wirken beim Knochenaufbau mit. Sie haben aber auch eine stimulierende Wirkung auf das Immunsystem, vor allem aber steigern sie die sexuelle Lust bei Frauen.

Welche Bedeutung die Östrogenproduktion beim Mann hat ist noch nicht voll erforscht, neuere Untersuchungssergebnisse legen aber nahe, dass Östrogene für Männer wichtiger sind, als bisher angenommen. Demnach dürften Spermien in den Hoden nur dann gesund heranreifen, wenn dort genügend Östrogen zur Verfügung steht.¹


Adrenalin

Zahlreiche Experimente belegen es: wir finden Menschen umso attraktiver, je mehr Adrenalin gerade durch unseren Körper strömt. In diesem Sinne kann also auch ein spannender Kinofilm oder eine eine gemeinsam erlebte Extremsituation unsere Leidenschaft anheizen. Die Nebennieren schütten nämlich bei Gefahrensituationen ebenso wie beim Anblick der Geliebten/des Geliebten besonders viel von diesem Hormon aus.

Das oftmals als Aufputsch- oder auch Stresshormon bezeichnete Adrenalin erfüllt dabei eine besonders wichtige Aufgabe in Ausnahmesituationen, denn die Freisetzung von Adrenalin ermöglicht es dem Körper, schnell an Energiereserven heranzukommen – eine Eigenschaft, die sich auch in ekstatischem Liebesspiel vorteilhaft auswirkt.


Dopamin

Man könnte den Neurotransmitter Dopamin auch salopp als Euphoriespender bezeichnen. Denn wenn Verliebte im emotionalen Ausnahmezustand leben und Schlaf, Essen und Trinken völlig unwichtig werden, dann ist auch das Hormon Dopamin im Spiel. Allein schon ein Bild oder der bloße Gedanke an die oder den Liebsten aktiviert schlagartig das Belohnungssystem im Gehirn und lässt den Botenstoff Dopamin fließen.

Auch im Zustand sexueller Erregung, erzeugt der Botenstoff einen unwiderstehlichen Antrieb zum Weitermachen – bis der Gier endlich der Orgasmus folgt und sich die Aktivität in weiten Teilen des Großhirns und dem Hypothalamus schlagartig verringert und der Anteil von Dopamin im Blut wieder abnimmt.


Oxytocin

Oxytocin schließlich ist jenes Hormon, das offensichtlich für einen andauernden Bestand einer Bindung sorgen soll. Untersuchungen haben gezeigt, dass beim Sex das „Bindungshormon“ massenhaft ausgeschüttet wird. So wird bereits in der Phase der Verliebtheit die basis für eine lang andauernde Beziehung gelegt. Oxytocin sorgt also nicht nur als Geburts- und Stillhormon für eine enge Mutter-Kind-Beziehung sondern bildet auch die biochemische Basis für eine dauerhafte Zuneigung zwischen Partnern.

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Quellen:

¹ Nature (Bd. 390, S. 509)
² Akademie für Sexuelle Gesundheit – www.afsg.at

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Linktipps:

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– Endokrinologie – die Lehre von den Hormonen
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