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Schreibabys – was tun, wenn ihr Säugling ständig schreit?

Schreibabys – was tun, wenn ihr Säugling ständig schreit?

Schreibabys

Gerade beim ersten Kind ist es wichtig, sich auf die erste Phase im Leben des Babys ausgiebig vorzubereiten: Wer sich rechtzeitig mit der Elternrolle auseinandersetzt, kann mögliche Schwierigkeiten im Vorfeld vermeiden und weiß bei Bedarf, wo Hilfe zu finden ist. Für sogenannte Schreibabys – also Babys, die mehr als drei Stunden am Tag, mehr als dreimal pro Woche und über drei Wochen hinweg schreien – gibt es etwa in Österreich extra eingerichtete Schreiambulanzen, die Eltern mit Hilfe und Rat unterstützen.



Als frischgebackene Eltern zum ersten Mal das eigene Heim mit dem Baby betreten – dies ist sicherlich ein wahrhaft aufregender Moment. Das Neugeborene ist zweifelsohne ein kleines Wunder, welches jedoch eine Menge Aufmerksamkeit verlangt. Tragen die Eltern auch noch so viele Glückshormone in sich, beginnt nach der Geburt eine sehr sensible Zeit: Waren im Krankenhaus noch permanent fachkundige Ansprechpartner an Ihrer Seite, so müssen Sie sich plötzlich auf Ihr eigenes Wissen verlassen. Neben schönen Momenten treten unverhofft Probleme auf, mit denen Sie möglicherweise zu kämpfen haben.

Nach der Geburt – das Neugeborene kennenlernen

Es ist unglaublich, wie schnell sich das Baby nach der Geburt entwickelt. Woche für Woche macht es kleine Fortschritte. Einige Phasen gestalten sich dabei schwieriger, manche umso schöner. Doch was genau erwartet die Eltern in der ersten Zeit mit dem Neugeborenen? Zunächst gilt es, sich kennenzulernen. Trotz tiefer Verbundenheit können Mütter nicht immer wissen, wie das Kleine in bestimmten Situationen reagiert: Schläft das Baby im einen Moment noch friedvoll auf dem Arm, kann es im nächsten Augenblick bereits herzzerreißend weinen.

Das Verhalten sowie die Sprache des Nachwuchses verstehen Eltern nicht unbedingt auf Anhieb – doch keine Sorge, wer auf seinen Bauch hört, lernt sein Kind schnell kennen und lieben. Wichtige Hilfestellung gibt bei dem gesamten Eingewöhnungsprozess eine erfahrene Hebamme, mit deren Unterstützung die häufigsten Fragen in der ersten Zeit beantwortet werden können.

Schreibabys: Wenn Babys unentwegt weinen

Es gibt einige Babys, die weinen sehr häufig und andere wiederum überhaupt nicht. Doch warum schreien manche Kinder und lassen sich im Einzelfall überhaupt nicht beruhigen? Es gibt unterschiedlichste Gründe: Je nach Alter kann es sein, dass die Säuglinge gestillt werden müssen, unter Dreimonatskoliken oder dem ersten Zahnwuchs leiden. Die Koliken können Kinder bereits ab der zweiten Lebenswoche plagen und dauern durchschnittlich drei Monate. Mediziner vermuten, dass diese auf das noch unzureichend ausgereifte Verdauungssystem zurückzuführen sind, wodurch unangenehme Blähungen und Bauchschmerzen auftreten.

Abgesehen von Koliken können natürlich auch andere Ursachen für das permanente Schreien verantwortlich sein. Schließlich muss sich das Neugeborene nach den neun wohlbehüteten Monaten im Mutterleib an viele neue Eindrücke gewöhnen. Der Organismus des Neugeborenen muss sich erst an die neue Umgebung anpassen. Schlaf-Wach-Rhythmus, Temperaturhaushalt und Immunsystem müssen sich entwickeln, Umwelteindrücke müssen verarbeitet und neue Ernährungsgewohnheiten erlernt werden. Diese Reifeprozesse gelingen einigen Babys leichter, andere tun sich schwer damit.

Möglicherweise ist es damit überfordert. Letztlich kann der Säugling auch vor Hunger oder Schmerz weinen, weil es beispielsweise die ersten Zähnchen bekommt. Und selbstverständlich können sich die Ursachen für das Schreien auch abwechseln bzw. ändern.

Wie Eltern Kinder erfolgreich beruhigen können

Leider kann es passieren, dass Kinder ohne erkennbaren Grund sehr viel und sehr lange weinen. Liegen keine organischen Ursachen vor und können weder das Stillen noch die Mutterliebe das Kind beruhigen, kann es sich bei Ihrem Baby um ein sogenanntes Schreikind handeln. Keine Sorge, in solchen Fällen gibt es Möglichkeiten, sich helfen zu lassen. Bevor Eltern völlig auf dem Zahnfleisch laufen, sollten sie daher an entsprechenden Stellen wie einer Schreiambulanz um Rat fragen. Dies ist keine Schande, denn in manchen Fällen lassen sich Babys trotz bestem Bemühen nicht trösten. Es nutzt sowohl den Eltern als auch Kindern, wenn man sich frühzeitig von außen Hilfe holt – das gesamte Familienleben sollte nicht unnötig wochenlang strapaziert werden, wenn sich doch die Situation oftmals durch fremden Rat entspannen lässt.

Doch warum weinen einige Säuglinge so viel mehr als andere und welche Rolle spielt hierbei das heimische Umfeld nach der Geburt? Das E-Book „Die ersten Schritte ins Leben – ein Ratgeber rund um die ersten 18 Lebensmonate“ hilft Eltern dabei, Wege zu finden, wie sie trotz der teilweise anstrengenden ersten Zeit mit dem Neugeborenen gelassen reagieren können. Lassen Sie es nicht bis zur völligen Erschöpfung kommen und nehmen Sie lieber rechtzeitig ohne jegliche Hemmungen Hilfe von externen Stellen an.¹

Die besten Tipps um Schreibabys zu beruhigen

Natürlich sind die Maßnahmen in Abhängigkeit von den Ursachen zu setzen, es gibt aber generelle Empfehlungenen, die sich bewährt haben:

  • Strukturierung des Tagesablaufes mit regelmäßigen Schlafphasen am Tag
  • Beruhigungsstrategien während akuter Schreiphasen
  • Ausnutzen kindlicher Wachphasen für gemeinsame Spiele und Dialoge
  • Überbrückung kritischer Schreiphasen
  • Reizreduzierung (d.h. sich auf wenige, gleichbleibende Beruhigungsarten konzentrieren und nicht immer sofort Neues ausprobieren)
  • Auszeit für die Eltern nehmen, wenn die Belastung zu groß wird.²

Exkurs: Die Bedeutung richtiger Ernährung für das Neugeborene

Weil gerade bei der Ernährung Erstgeborener viele Irrtümer bestehen, anbei einige grundlegende Informationen zum Thema, die helfen sollen falsche Ernährungsgewohnheiten zu vermeiden.

Nach der Geburt beginnt für die Mutter die Stillzeit. Die Muttermilch wirkt für Kinder wie ein wahres Lebenselixier. Sie enthält wichtige Nährstoffe und Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette sowie Vitamine, die für die Entwicklung des Babys von größter Bedeutung sind. Neben den wertvollen Inhaltsstoffen in der Muttermilch hat das Stillen und Anlegen an die Brust jedoch mehr als lediglich eine ernährende Funktion: Stillen bedeutet, das Kind zu beruhigen und „still zu bekommen“.

Die Nähe zur Mutter fördert den Aufbau von Vertrauen. Die Wärme und der Kontakt sorgen für intensive Geborgenheit. Direkt nach der Geburt sollte das Stillen nicht zwingend nach einem festgelegten Zeitplan erfolgen, sondern vielmehr auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt werden. Falls ein Kind schreit, sollten Mütter ihm daher bedenkenlos die Brust geben, ohne sich dabei auf eine feste Tagesstruktur zu versteifen. Schließlich gilt: Ein sattes Kind ist ein zufriedenes Kind. Erst später sollte Routine in den Alltag einkehren, was wiederum eine beruhigende Wirkung auf die Kleinen ausübt.

Dies gilt besonders, wenn die Umstellung auf den ersten Brei erfolgt. Wann dieser Zeitpunkt eintritt? Viele Kinder zeigen von sich aus, wann sie für ihre erste Nahrung bereit sind. Diese Entwicklung vollzieht sich ungefähr zwischen dem fünften bis achten Lebensmonat. Nach und nach wird die Muttermilch langsam vollständig vom weichen Brei abgelöst. Ab dem 1. Lebensjahr schließlich können die Kleinen auf festere Lebensmittel umgestellt werden.

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Quellen:

¹ E-Book „Die ersten Schritte ins Leben“
² gesundheit.gv.at: Schreibabys

Linktipps:

– Stillen – Tipps und Tricks für die ersten Wochen mit dem Baby
– Einschlaftipps – wie Kinder besser einschlafen
– Babyausstattung – worauf Sie nach der Geburt achten müssen
– Baby wickeln leicht gemacht – die besten Tipps zum Windeln wechseln
Mama Blogs: authentische Informationsquellen für Eltern