1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Noch keine Bewertungen)
Schlaganfall Schnelltest | Video

Schlaganfall Schnelltest | Video

Schlaganfall Schnelltest | Video

Schlaganfälle sind die dritthäufigste Todesursache in Europa und die häufigste Ursache für eine schwere Behinderung im Erwachsenenalter. Um Folgeschäden so gering wie möglich zu halten, ist es von enormer Wichtigkeit, erste Anzeichen zu erkennen, um dann rasch reagieren zu können. Mittels eines einfachen Tests ist dies auch schnell und zuverlässig möglich,




Anzeichen erkennen

In Österreich erleiden jährlich mehr als 20.000 Personen einen Schlaganfall. Kinder und Jugendliche sind zwar selten, jedoch ebenfalls betroffen, wobei die Symptome aufgrund schwierigerer Diagnose häufiger fehlinterpretiert werden als bei Erwachsenen. Plötzlich auftretende Kopfschmerzen, Verwirrtheitszustände, Bewegungseinschränkungen, Schwindel-, Übelkeits- und Taubheitsgefühle können Anzeichen für einen Schlaganfall sein, welche für kurze Zeit sogar vollständig verschwinden können. Wird ärztliche Hilfe jedoch nicht rechtzeitig aufgesucht, können nach einem Anfall Folgeerkrankungen wie Schluckstörungen, Depressionen und Alzheimer auftreten.


Schlaganfall Schnelltest

Mit Hilfe eines einfachen Tests – dem sogenannten FAST-Test – können selbst medizinische Laien typische Schlaganfall-Symptome leicht überprüfen. Die Abkürzung „FAST“ steht dabei für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit).

Face – Bitten Sie den Betroffenen zu lächeln. Ein Schlaganfall-Anzeichen wäre eine einseitige Gesichtslähmung.
Arms – Der Betroffene soll beide Arme noch vorne ausstrecken und anheben. Die Handflächen sollen noch oben zeigen. Hat er/sie dabei Schwierigkeiten ist das ein Schlaganfall-Anzeichen.
Speach – Die betroffene Person soll einen einfachen Satz nachsprechen. Klingt er undeutlich, genuschelt oder sind die Worte verdreht ist das möglicherweise ein Anzeichen für einen Schlaganfall.
Time – Sollte der Betroffene mit einer dieser Aufgaben Probleme haben, zählt jede Minute. Wählen Sie sofort den Notruf 112 (Euronotruf) oder die Rettung 144 (Österreich) und schildern Sie die Symptome.

Wir haben mit Univ. Prof. Dr. Andreas Steiner (Leiter der Neurologie KH Barmherzige Brüder Wien), Univ. Prof. Dr. Franz Fazekas (Leiter der Universitätsklinik für Neurologie Graz) und Prim. Univ. Prof. Dr. Siegfried Thurnher (Leiter der Radiologie KH Barmherzige Brüder Wien) über Ursachen, Behandlung und vorbeugende Maßnahmen für einen Schlaganfall gesprochen.

Schlaganfall – Interview

 

Weitere Filme finden Sie unter www.vielgesundheit.at

Dr. Lang: Beim Schlaganfall kommt es plötzlich zum Verlust von Hirnfunktionen. Sehr häufig kommt es zu einer halbseitigen Schwächung oder halbseitigen Lähmung. Auch sehr häufig sind Sprachstörungen. Die Person ist plötzlich beeinträchtigt Sprache wahrzunehmen, zu verstehen und auch Wörter zu bilden. Das dritthäufigste Merkmal ist der Sehverlust: Plötzlicher Ausfall der Sehfunktion auf einer Seite oder der Verlust der Sehfunktion eines Auges. Weiters kann eine Folge eine halbseitige Gefühlsstörung sein, wo es zur Taubheit in einer Körperhälfte kommt.

Dr. Fazekas: Wir haben in den letzten Jahrzehnten vor allem durch die bildgebenden Untersuchungsmöglichkeiten entdeckt, dass Schlaganfälle nicht nur akute Symptome produzieren, sondern offensichtlich auch unbemerkt auftreten. Betroffen ist vor allem die ältere Bevölkerung. Mit zunehmenden Alter nimmt das Risiko für derartige Ereignisse durch Faktoren wie Gefäßverengung oder Herzrhythmusstörungen zu, aber es gibt auch durchaus junge Menschen, die einen Schlaganfall erleiden. Diese stummen Infarkte sind insofern auch von großer Bedeutung, weil sie offensichtlich die Netzwerkfunktion des Gehirns stören und damit zur Behinderung führen.

Anmerkung: Neben der medikamentösen Behandlung eines Schlaganfalls, kann ein Blutgerinnsel im Gehirn auch in einem interventionellen Verfahren entfernt werden.

Dr. Thurnher: Wir sehen hier ein Beispiel einer mechanischen Entfernung eines Blutpfropfes aus einer Hirnarterie (Siehe Video, Anm. d. Verf.). Dieser Patient hatte einen Schlaganfall. Auf dem linken Bildschirm sieht man die Angiographie und die Gefäßdarstellung des Gehirns vor der Behandlung: Wir sehen einen Verschluss mit einem Stummel der großen Gehirnarterie auf der linken Seite. Auf dem rechten Bildschirm sehen wir 20 Minuten später nach der Entfernung dieses Pfropfes, wie diese Hirnarterien wieder vollständig durchblutet werden.

Anmerkung: Ebenso wichtig wie eine rasche Behandlung ist natürlich eine entsprechende Vorbeugung, die das Auftreten eines Schlaganfalls verhindert.

Dr. Lang: Bei der sogenannten Carotisstenose, die eine häufige Ursache für Gerinnselbildung und für Schlaganfälle darstellt, ist es wichtig auf den Lebensstil zu achten. Man muss die Risikofaktoren wie Rauchen, Blutfette und Übergewicht vermeiden. Sehr wichtig ist auch, dass die Hypotonie gut eingestellt wird. Beim Herzen spielt das Vorhofflimmern eine große Rolle. Circa 25 Prozent der Patienten, die einen Schlaganfall erleiden, passiert dies als Folge von Vorhofflimmern. In diesem Fall haben wir besonders gute Möglichkeiten den Schlaganfall zu verhindern, weil wir durch Medikamente vermeiden können, dass sich die Gerinnsel im Vorhof bilden.

Anmerkung: Bleibt zu hoffen, dass durch präventive Maßnahmen und eine ehest mögliche Behandlung im Notfall, die Anzahl der Schlaganfälle und deren Folgeschäden in Zukunft reduziert werden können.

—————–

Quelle:

¹ www.vielgesundheit.at
¹ www.schlaganfall-info.at

Linktipps:

Pille gegen Schlaganfall angekündigt
Schlaganfall: Stroke Units erhöhen Überlebenschancen
Was ist Epilepsie?

Kave Atefie





SEO-Consultant und Gründer des unabhängigen österreichischen Gesundheitsportals gesund.co.at, das seit Jahren zu einem der beliebtesten Themenportale im deutschen Sprachraum zählt. Der Anspruch auch komplexe Themen leicht verständlich für interessierte Laien aufzubereiten wurde zum Markenzeichen des Portals.