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Saisonal kochen – kochen nach Jahreszeiten

Saisonal kochen – kochen nach Jahreszeiten

Saisonal kochen

Mittlerweile lassen sich beinahe das ganze Jahr über fast alle Obst- und Gemüsesorten käuflich erwerben. Der Supermarkt hält 12 Monate im Jahr bereit, auch Erdbeeren im Winter sind mittlerweile Standard, und Vogerlsalat und Kohlsprossen – eigentlich in Österreich ein typisches Wintergemüse – muss man auch im Sommer längst nicht mehr missen. Eine Entwicklung mit weitreichenden Folgen für Mensch und Natur. Dabei ließe sich saisonale Küche so leicht umsetzen, was sowohl unsere Umwelt wie auch unsere Gaumen erfreuen würde.




Vernetzt

Globalisierung ist das Schlagwort schlechthin. Produkte aus allen Bereichen der Welt, die zu jeder Zeit verfügbar sind, sind Standard geworden. Völlig entkoppelt von der Jahreszeit, ermöglicht durch weltweite Transporte, finden Obst und Gemüse aber auch andere Lebensmittel den Weg ins Regal ums Eck. Haben Sie schon einmal eine Erdbeere im Winter mit einer aus dem Sommer verglichen? Wintererdbeeren sind kaum mehr als kleine rote Wasserkugeln die man geschmacklich nicht erkennen würde, wüsste man nicht wo man gerade reinbeißt.


Saisonale Küche: man schmeckt den Unterschied

Obst und Gemüse das saisonal angebaut und geerntet wird ist natürlich, frisch, voller Vitamine und auch wohlschmeckend. Regionalität spielt eine große Rolle. Saisonal einkaufen bedeutet, mit den (in der Region) zur bestimmten Jahreszeit natürlich wachsenden Produkten zu leben. Dies hat auch zur Folge, dass die Produkte aus der Umgebung kommen und somit nicht aus weit entfernten Ländern durch lange Transporte angeschafft werden. Sie sind reif, frisch im Geschmack und voller gesunder Inhaltsstoffe da der Transportweg zum Kunden kurz gehalten wird.

Kauft man zum Beispiel Erdbeeren im Winter, so wurden diese entweder in einem warmen Land angebaut oder sie sind bei uns im Gewächshaus gewachsen. Man kann davon ausgehen, dass sie halb reif geerntet wurden und dann einige hundert bis tausend Kilometer unterwegs waren bis sie es in das Obstregal des Supermarktes geschafft haben oder das unnötigerweise diverse Gewächshäuser beheizt wurden um die richtigen Bedingungen zu schaffen. So oder so, Winter-Erdbeeren sind kein Genuss, umweltschonend und gesund sind sie sowieso nicht.

Tomaten im Winter?

Im Winter angebaute Tomaten werden in Glashäusern gezogen und haben während des gesamten Wachstums keine Erde gesehen da diese oft durch Kokosfasern ersetzt wird. Kommt das Gemüse aus Spanien, Portugal oder anderen importierenden Ländern so wächst es häufig in Monokulturen. Ausgelaugte Böden und anfällige Pflanzen sind die Folge. Um schlechterer Qualität entgegenzuwirken, wird häufiger gedüngt oder durch Genmanipulation angepasst. Schlecht bezahlte Arbeitskräfte verrichten unter der Einwirkung giftiger Pestizide ihre Arbeit und die Rückstände der eingesetzten Chemikalien landen schlussendlich auf unserem Teller.


Und die Umwelt?

Bei Transporten von Lebensmitteln quer durch Europa und den Rest der Welt werden enorme Mengen an Kohlendioxid ausgestoßen. Kohlendioxid ist ein Treibhausgas, das nachweislich zur Klimaerwärmung beiträgt. Der CO2 Anteil in der Atmosphäre ist seit Beginn der Industrialisierung stark angestiegen und in den Jahren 2000 bis 2007 viermal schneller gestiegen ist als in den Jahren zuvor.

Nachhaltigkeit

Es findet langsam ein Umdenken bei den Konsumenten und auch Produzenten statt. Themen wie Nachhaltigkeit, Co2-Bilanzierung und fair trade gelangen in den Mittelpunkt des Interesses von Verbrauchern und Erzeugern. Durch den Kauf saisonal wachsender Produkte kann man selbst nachhaltig wirken. Nachhaltiger Konsum beinhaltet Regionalität, Saisonalität und fairen Handel. Durch Kauf aus der Region wird auch die eigene Wirtschaftskraft gefördert, Arbeitsplätze gesichert und die Umwelt geschont. Produktion im eigenen Land steht für hohe Qualität, Rückverfolgbarkeit bis zum Hersteller, eine gentechnikfreie Ernte wie auch strenge Kontrollen.


Saison?

Wie viele Leute wissen noch was wann wächst? Es ist spannend herauszufinden was uns die Jahreszeiten präsentieren. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und versuchen Sie, mit dem Vorhandenen, neue leckere Rezepte zu probieren. Enthaltsamkeit und die freudige Erwartung auf Erdbeeren im Sommer, Spargel im Spätfrühling oder Kürbis im Herbst macht diese Produkte zu einer Besonderheit und die Gerichte zu einem Highlight in der heimischen wie auch auswärtigen Küche.

Trotz kalten und trüben Wetters gibt es im Herbst und Winter eine breite Palette an buntem Obst und Gemüse. Unterschiedliche Sorten an Äpfeln, Birnen, Zwetschken oder Weintrauben sind erst im Herbst so richtig reif und saftig. Brombeeren und Himbeeren versüßen im Frühherbst so manchen Spaziergang und der leicht bittere Endivie ist nur zu dieser Jahreszeit erhältlich. Aus Wurzelgemüse, Spinat und Kürbis lassen sich hervorragende Gerichte zaubern und das berühmte Martinigansl mit Rotkraut ist ein saisontypisches Gericht.

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Saisonkalender Obst & Gemüse

Jänner Mai September
Februar Juni Oktober
März Juli November
April August Dezember

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Quellen:

¹ www.umweltberatung.at
² www.oekolandbau.de

Linktipps:

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– Hagebutten – Wildobst für die Herbstküche
– Ernährung nach TCM im Winter
– Ernährung nach TCM im Frühjahr
– Slow Food oder Fast Food?