Bei vielen kam am nächsten Tag ein böses Erwachen. Nicht nur ein Muskelkater machte sich bemerkbar, auch der Hintern brannte wie die Hölle. Es wäre doch schade, wenn Sie nun das Fahrrad wieder verstauben lassen. Wir geben Ihnen nun ein paar Tipps, wie Sie in Zukunft zwar auf Schmerzen, aber nicht auf Bewegung verzichten müssen.
Der richtige Sattel
Untersuchungen bei Männer und Frauen ergaben, dass gerade im Bereich Sattel/Gesäß ein oft unterschätztes Problem auftritt, das für schmerzhafte Probleme sorgen kann: Beim Fahrrad fahren lastet auf einer verhältnismäßig kleinen Sattel-Fläche mehr als 50 Prozent des Körpergewichtes – das kann zu enormen Druck auf die Sitzknochen und den Schambereich führen. Im Fokus der Öffentlichkeit stand in der Vergangenheit regelmäßig die Diskussionen über auftretende Impotenz bei Männern als Folge von Radfahren.
Das Team rund um Professor Froböse hat sich nun erstmals auch der speziellen Problematik gewidmet, die sich für Frauen ergibt.
Studienergebnisse zeigen, dass das Gewicht des Fahrers und der Fahrerin umso besser verteilt wird, je größer die Sitzfläche des Sattels ist. Denn bei einer größeren Fläche wird der Druck pro cm2 im Verhältnis zur kleineren Aufsitzfläche verringert. Der Sattel sollte im Idealfall eine geschlossene Sitzfläche haben und im mittleren Teil gepolstert sein. Ein breiter Sattel mit voller Sitzfläche beugt mangelnder Durchblutung vor und ist einem Modell mit Aussparungen (einem Sattel mit Loch) vorzuziehen. Denn Venen, Nerven und Arterien verlaufen genau dort, wo beim Sattel mit Loch nur Rest-Sattelmaterial vorhanden ist. Deshalb sind sie einem größeren Druck ausgeliefert als bei einem vollflächigem Sattel, der mehr Fläche zur Druckverteilung bietet.
Gerade Frauen müssen der Wahl des Sattels unbedingt Aufmerksamkeit schenken, um den gesundheitlichen Risiken wie Irritation der Haut, Quetschungen der Nerven und Blutgefäße, damit einhergehenden Taubheitsgefühlen, Haarwurzelentzündungen und geschwollene äußere Schamlippen vorzubeugen. Ein anatomisch gut geeigneter Frauensattel hat hinten eine breite Sitzfläche und vorne eine schmale Sattelnase, um den äußerst empfindlichen außen liegenden Genitalbereich der Frau zu schonen.
Bei Männern hingegen kann es bei häufigem Radfahren aufgrund von mangelnder Durchblutung zu Irritationen der Nerven und somit zu Taubheitsgefühlen kommen. Auch erektile Dysfunktion wurde bei Männern, die mehr als 400 km pro Woche Rad fahren, festgestellt. Ein breiter Sattel mit voller Sitzfläche, gleich einer gedachten Dreiecksform, beugt gesundheitlichen Risiken vor und ist auch für Männer einem Model mit Aussparungen vorzuziehen.
Die Sitzposition
Auch die Sitzposition im einzelnen ist entscheidend für das Wohlgefühl auf dem Sattel. Darüber hinaus ist eine fast aufrechte Citybike-Fahrposition einer vornüber gebeugten Rennrad-Position vorzuziehen, um die sog. Vorspannung der Rückenmuskulatur, die wichtig für den Rücken ist, zu gewährleisten. So verlagert sich der Hauptdruck vom Genitalbereich auf die Sitzknochen, ein entspannteres Fahren wird ermöglicht.
Die richtige Einstellung
Die richtige Einstellung muss nicht nur im Kopf stattfinden, d.h. wenn Sie gerade wieder zum Radfahren beginnen, übertreiben Sie es bitte nicht gleich. Wenn Sie Probleme im Rückenbereich haben oder sonstige körperliche Einschränkungen, ist es wichtig, dass Sie bevor Sie drauf los radeln, einen Arztbesuch mit einplanen. Auch die richtige Einstellung (Pedale, Bremsen, Gangschaltung, Sattelhöhe,…) des Fahrrades ist sehr wichtig, um Beschwerden und Verletzungen vorzubeugen. Schauen Sie in einer der zahlreichen Fahradwerkstätten oder in einem Sportfachhandel vorbei. Die Damen und Herren sind wahre Profis und stellen Ihr Rad 100%ig auf Sie ein.
Jetzt kann´s los gehen….
Wir wünschen Ihnen nun viel Spaß beim Radfahren!
Linktipps:
…. Radfahren – die ideale Sportart für den Rücken
…. Informationen zum Muskelkater
…. Crosstrainer, Fahrrad-Ergometer & Co.
…. Seitenstechen: lästig, aber harmlos
…. Wadenkrämpfe: schmerzhaft aber meist harmlos
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