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Rhinoplastik – der Weg zur neuen Nase

Rhinoplastik – der Weg zur neuen Nase

Rhinoplastik - Nasenkorrektur

Als Nasenkorrektur – oder auch Rhinoplastik – wird ein operativer Eingriff an der Nase bezeichnet. Ziel ist es, ästhetische oder medizinische Probleme zu korrigieren und Erscheinungsform oder Funktionen der Nase zu verbessern. Wichtig dabei ist, ausreichend über den genauen Ablauf vor, während und nach der Korrektur informiert zu sein.



Ob zu groß, zu klein, zu dünn, zu markant oder zu schief: Die Nase beeinflusst die ästhetische Gesichtsform und die persönliche Wahrnehmung massiv. In manchen Fällen leiden Patienten derart unter ihrem optischen Erscheinungsbild, dass daraus tief greifende psychische Beeinträchtigungen entstehen. Doch nicht immer sind die Gründe für eine Nasenkorrektur ausschließlich ästhetischer Natur. Eine schiefe Nasenscheidewand kann dazu führen, dass die Atmung erheblich beeinträchtigt wird. Grund hierfür sind Formveränderungen, wie eine Schiefstellung der Nase, die sowohl angeboren als auch durch Verletzungen bei einem Unfall entstanden sein können. Die Gründe für den Wunsch oder auch die Notwendigkeit eines operativen Eingriffs können somit unterschiedlicher Art sein.


Schritte vor der Operation

Eine Rhinoplastik zählt zu den häufigsten Eingriffen in der Plastischen Chirurgie. Der erste Schritt ist der Weg zu einem seriösen Chirurgen, um mit ihm ein Beratungsgespräch zu führen. In diesem sollen zum einen die eigenen Wünsche und Vorstellungen und zum anderen der Ablauf, die Methoden und mögliche Komplikationen einer Nasenkorrektur geklärt werden.

Sollte sich der Patient schlussendlich für eine Nasenkorrektur entscheiden, steht in einem zweiten Termin die Computersimulation am Programm. Diese ermöglicht, die Wünsche des Patienten mit den Vorstellungen des Arztes abzugleichen und ein Bild davon zu bekommen, wie die Nase nach der Operation aussehen wird. Für einen erfolgreichen Eingriff und Heilungsverlauf ist es notwendig, dass zehn Tage vor der Operation blutverdünnende Medikamente abgesetzt werden (u.a. Aspirin, ASS oder Thomapyrin) sowie auf Alkohol und Nikotin verzichtet wird.


Ablauf während der Operation

Am Tag des Eingriffs ist es notwendig, dass der Patient nüchtern zur Operation antritt und somit sechs Stunden vor dem Eingriff weder Essen noch Getränke zu sich nehmen darf. Die Operation wird ambulant oder stationär in Vollnarkose durchgeführt und dauert im Regelfall zwischen einer und drei Stunden. Welche Operationsmethode angewendet wird, ist davon abhängig, welcher Bereich der Nase korrigiert werden soll. Grundsätzlich wird aber zwischen einer offenen und einer geschlossenen Operationsmethode unterschieden.

„Bei einer offenen Rhinoplastik erfolgt ein Schnitt innen entlang des Nasenflügels und außen am Nasensteg. Bei einer geschlossenen Nasenkorrektur werden alle Schnitte innerhalb der Nase ausgeführt“, erklärt Dr. Peter Neumann, Facharzt für Ästhetische und Plastische Chirurgie der Münchner Kinik „aesthetic and soul“. Die genaue Operationsmethode ist vom Befund abhängig – etwa, ob der Patient eine Höckernase, eine Sattelnase, eine plumpe oder hängende Nasenspitze, eine Breitnase oder breite Nasenflügel korrigiert haben möchte. „Bei ästhetischen Eingriffen wird in der Regel aber die offene Technik präferiert“, führt Dr. Neumann weiter aus. „Mit dieser ist es möglich, sehr präzise zu arbeiten, wodurch ein noch besseres Resultat erzielt werden kann.“

Auch die Kosten variieren je nach Art der Operationsmethode, da manche Methoden einfacher bzw. aufwendiger durchzuführen sind. Grundsätzlich beginnt der finanzielle Aufwand für eine Rhinoplastik bei rund 2.500 Euro. Hinzuzurechnen sind noch die Kosten für den stationären Aufenthalt – diese entfallen, wenn die Operation ambulant durchgeführt wird. Insbesondere Eingriffe an voroperierten Nasen sind zeitaufwendig und kostenintensiv. Grundsätzlich ist aber von Kosten zwischen 3.000 und 7.500 Euro auszugehen. Wird die Korrektur aufgrund von medizinischen Gründen durchgeführt, wird ein Teil der Kosten durch die Krankenkasse gedeckt; bei einem rein ästhetischen Eingriff muss der Patient die Kosten alleine tragen.


Schritte nach der Operation

War die Operation erfolgreich, bekommt der Patient eine Thermoplastschiene, also eine Art Nasengips. „Diese muss für die folgenden zehn bis zwölf Tage getragen werden. In den ersten beiden Wochen nach der Korrektur ist das Gesicht des Patienten durch den Eingriff leicht angeschwollen, jedoch sind nach Abnahme der Schiene nur noch geringe Spuren des Eingriffs sichtbar, führt Dr. Neumann aus. Durch regelmäßiges Kühlen können die Schwellungen gelindert werden, außerdem empfiehlt es sich, in aufrechterer Position zu schlafen, um anfängliche Atemschwierigkeiten vermeiden zu können. In den ersten sechs Wochen nach der Operation ist es außerdem wichtig, dass sich der Patient schont und körperliche Belastung sowie Sport vermeidet. Auftretende Schmerzen lassen sich mit Schmerzmitteln behandeln.


Mögliche Risiken und Komplikationen

Bei einer Rhinoplastik kann es, wie bei jedem anderen chirurgischen Eingriff auch, zu Komplikationen kommen. Möglich ist etwa, dass die Nase und nahe Hautbereiche – wie die der Wangen oder der Oberlippe – während der ersten Wochen nach der OP nicht dieselbe Berührungsempfindlichkeit aufweisen wie zuvor. Zu typischen Begleiterscheinungen des operativen Eingriffs zählen außerdem Nachblutungen, Schwellungen und Blutergüsse. Des Weiteren können zu Beginn Schwierigkeiten bei der Atmung auftreten und Gerüche bzw. Geschmäcker nur beeinträchtigt wahrgenommen werden.

Kommt es während der Operation zu einer Verletzung oder Irritation der Nerven, können ein Taubheitsgefühl, ausgetrocknete Schleimhäute sowie ein verschlechterter bis fehlender Geruchssinn die Folge sein. Meist legen sich diese Beschwerden nach einigen Wochen; bestehen bleiben sie nur in seltenen Fällen.

Ein weiteres Risiko sind Knorpelschäden, die durch Störungen der Durchblutung an den inneren Nasenschleimhäuten entstehen. In weiterer Folge wird dadurch nicht nur die Optik, sondern auch die Funktion der Nase negativ beeinflusst.

Durch die Korrektur entstandene Narben am Knochen- und Knorpelgerüst können außerdem dazu führen, dass die Nasenform nach der OP nicht die der erhofften entspricht. Sollten mögliche Formveränderungen auch einige Wochen später noch vorhanden sein, könnte eine spätere Nachkorrektur sinnvoll sein.

Wirklich ernsthafte Komplikationen – Thrombosen, Verletzungen des Tränenkanals oder Infektionen – treten in der Regel aber nur extrem selten auf. Das endgültige Ergebnis einer Nasenkorrektur liegt erst ein Jahr nach der Operation vor. „Auch, wenn ein Patient mit dem Ergebnis unzufrieden ist, sollte er unbedingt diesen Zeitraum abwarten. Erst nach den zwölf Monaten sollte – wenn erwünscht und notwendig – eine Nachkorrektur durchgeführt werden“, betont Dr. Neumann. Ein weiterer Eingriff sollte jedoch gut überlegt werden, da er erneut mit Kosten und dem Risiko möglicher Komplikationen verbunden ist.

Häufige Fragen bei Nasenkorrekturen

Mit welchen Kosten muss bei einer Nasenkorrektur gerechnet werden?

Die Kosten liegen bei einer Nasenkorrektur meist zwischen 3.000 und 7.500 Euro und variieren von Art und Aufwand des Eingriffes. Bei einem Eingriff mit medizinischem Hintergrund wird ein Teil der Kosten durch die Krankenkasse gedeckt, bei einer ästhetischen Korrektur muss der Patient die Kosten selbst tragen.

Ab welchem Alter kann eine Nasenkorrektur durchgeführt werden?

Grundsätzlich wird ein operativer Eingriff an der Nase erst mit Volljährigkeit durchgeführt, da dann auch der Gesichtsschädel zur Gänze ausgewachsen ist. Nur bei gravierenden funktionellen Beeinträchtigungen ist ein Eingriff vor dem 18. Lebensjahr möglich.

Auf welche Medikamente muss vor der Operation verzichtet werden?

Um die Nachblutungsgefahr zu minimieren, sollte auf Medikamente mit Acetylsalicylsäure (u.a. Aspirin oder Thomapyrin) verzichtet werden.

Muss die Korrektur bei Erkrankung verschobene werden?

Bei einem allergischen Schnupfen kann die Nasen-OP ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden. Bei einer starken Erkältung bis zu einem grippalen Effekt muss der Eingriff auf jeden Fall verschoben werden.

Wann ist das endgültige Ergebnis der Nasenkorrektur erkennbar?

Grundsätzlich dauert es etwa drei bis sechs Wochen, bis sich Schwellungen der Nase gelegt haben. Erst nach etwa sechs Monaten sind diese zur Gänze verschwunden. Überschüssige Schleimhaut benötigt bis zu zwölf Monate, um sich zurückzubilden.

Wie lange muss der Körper nach einer Nasenkorrektur geschont werden?

Erst 14 Tage nach dem operativen Eingriff ist man wieder arbeitsfähig. Sportliche Aktivitäten sollten bis zu zwei Monate lang ausgesetzt werden. Sonnenbad und Solarium können etwa sechs Wochen nach dem Eingriff wieder in Anspruch genommen werden

Kann der Geruchssinn durch die Nasenkorrektur beeinträchtigt werden?

Durch Verletzungen der Nerven oder Schleimhautschwellungen kann es dazu kommen, dass der Geruchssinn der Nase verschlechtert wird bzw. fehlt. Diese Beschwerden halten meist nur wenige Wochen an, in seltenen Fällen kann es jedoch zu einer dauerhaften Beeinträchtigung kommen.

Ist eine Nachkorrektur möglich, wenn man mit dem Ergebnis unzufrieden ist?

Da erst ein Jahr nach dem Eingriff das endgültige Ergebnis sichtbar ist, kann erst nach dieser Zeitspanne eine Nachkorrektur durchgeführt werden. Generell sollte ein unbefriedigendes OP-Ergebnis zuerst mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Bei einer Nachkorrektur unterliegt man nicht nur den typischen Risiken des Eingriffs, sondern auch der Gefahr erneuter Narbenbildung.

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Quellen:

Gesetzliche Regeln für Schönheitsoperationen in Österreich
Rhinoplastik – weitere Informationen
Nasenkorrektur – Fragen und Antworten von Dr. Neumann

Linktipps:

– Der Aufbau der Nase
– Geheimnis Geruchssinn
– Qualitätskriterien in der Plastischen Chirurgie