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Rafting, Canyoning & Co – was bei Actionsportarten zu beachten ist

Rafting, Canyoning & Co – was bei Actionsportarten zu beachten ist

Rafting

Jetzt, da die Temperaturen stetig ansteigen, ist genau der richtige Zeitpunkt für den Einstieg in eine der zahlreiche Trend- und Funsportarten, die sich vor allem bei warmer Witterung ausüben lassen. Zu diesen gehören unter anderem Canyoning und Rafting, Paragliding, bzw. Paragleiten aber auch Fallschirmspringen. Erfreulich: auch Anfänger kommen dank des großen Angebots spezialisierter Veranstalter schnell und sicher zu ihrem Adrenalin-Kick.



Gerade als Anfänger sollten Sie sich jedoch vor dem Einstieg in eine dieser doch eher ausgefallenen Sportarten Gedanken darüber machen, ob diese wirklich für Sie geeignet ist, ob Sie die Anforderungen im Hinblick auf körperliche Fitness erfüllen und welche Ausrüstung Sie sich spätestens dann zulegen müssen, wenn Sie den Sport ernsthaft und auf Dauer betreiben möchten.


Fallschirmspringen, Paragleiten, Canyoning, Rafting – vier Actionssportarten in aller Kürze

Jede dieser Sportarten bietet einen ganz besonderen Thrill. Beim Fallschirmspringen zum Beispiel springen Sie, nur mit einem Schirm aus Fallschirmseide „bewaffnet“ aus etwa 4.000 Metern aus einem Flugzeug und verbringen zumindest einige Sekunden im freien Fall, bevor Sie die Reißleine ziehen, sodass sich der Schirm öffnet.

Ein Fallschirmsprung erfolgt im Allgemeinen aus 1000 bis 4500 m über Grund. Innerhalb der ersten 10 Sekunden werden 300 Höhenmeter im freien Fall überwunden, bis Körpergewicht und Luftwiderstand so gegeneinander wirken, dass die weitere Fallgeschwindigkeit etwa 180 km/h beträgt. Bei einem Absprung aus 4000 m ist die optimale Öffnungshöhe für den Schirm nach etwa 50 Sekunden erreicht und er wird in der Regel zwischen 1500 und 700 m über Grund geöffnet.

Der Entfaltungsvorgang des Fallschirms dauert zwei bis fünf Sekunden, die anschließende Schirmfahrt dauert etwa vier bis fünf Minuten. Gesteuert wird durch Steuerleinen, durch deren Ziehen jeweils einseitig abgebremst wird.

Fallschirmspringen ist in den meisten Ländern nur mit einer gültigen Lizenz nach entsprechender Ausbildung erlaubt. Voraussetzung für die Ausbildung sind eine Tauglichkeitsbescheinigung vom Hausarzt, der Nachweis eines Erste-Hilfe-Kurses und ein Mindestalter – in Deutschland 14 Jahre, in Österreich 15 Jahre und für Tandemsprünge meist 10 Jahre.

Paragleiten, auch als Gleitschirmfliegen bekannt, kann auf unterschiedliche Arten ausgeübt werden. Im Flachland lässt sich der Gleiter mit seinem Schirm zum Beispiel von einem Fahrzeug in die Höhe ziehen um dann unter Ausnutzung von Luftströmungen so lange und weit wie möglich zu gleiten. Im Gebirge und an steilen Küstenabschnitten kommen Paragleiter auch ohne diese „Starthilfe“ aus. Es gibt verschiedene Starttechniken, die sich im Ablauf voneinander unterscheiden.

Steuern lässt sich der Gleitschirm durch Gewichtsverlagerung und eine rechte und linke Steuerleine; ein beidseitiges Ziehen dieser Steuerleinen bewirkt ein Abbremsen des Paragleiters. Doch Vorsicht: Ein zu starkes Abbremsen des Gleitschirmes kann zu einem Strömungsabriss führen, der schlagartig den Auftrieb und den Vortrieb zusammenbrechen lässt und das Fluggerät nahezu umsteuerbar macht.

Beschleunigen lässt sich das Fluggerät durch ein fußgesteuertes Seilzugsystem oder durch mit den Händen bedienten Trimmern. Die Entwicklung des Gleitsegelns beginn Mitte der 60er Jahre; ab 1972 wurde Gleitschirmfliegen auch in Zentraleuropa immer populärer.

Canyoning bezeichnet das Begehen von mehr oder weniger steilen Schluchten von oben nach unten – in den Anfängen gab es auch Sportler, die Canyoning von unten nach oben ausgeführt haben. Hierbei kommen zahlreiche sportliche Techniken zum Einsatz, weshalb der Canyoner besonders vielseitig und gut trainiert sein sollte. Unter anderem gehören zu diesen Techniken Klettern und Abseilen, Rutschen, Schwimmen und mitunter auch Springen und Tauchen.

Im deutschsprachigen Raum auch als Schluchteln oder Schluchting bekannt, hat sich Canyoing als Erlebnissportart Ende der 1990er Jahre in Spanien und Südfrankreich etabliert; in den letzten Jahren folgte der Durchbruch auch in den Nordalpen.

Teamgeist und gegenseitiges Vertrauen spielen eine wichtige Rolle, aber das reicht noch lange nicht aus: Alpin- und wassertechnische Qualifikationen, ausreichend Wissen und Information über die Wetterlage und die möglichen Veränderungen der Wasserspiegel – diese können in einer engen Schlucht bei starkem Regen in Minutenschnelle lebensgefährlich ansteigen – sind unabdingbare Voraussetzung. Auch über spezielle Risiken, wie z.B. einen möglichen Wasserablauf eines Stausees oder Schneeschmelzen, die in manchen Gebieten bis in den Frühsommer relevant sein können, muss man Bescheid wissen.

Meteorologisches Grundwissen und das Deuten-Können von Wettererscheinungen ist für die Ausübung dieser Sportart unerlässlich. Größtmögliche Sicherheit ist nur mit einem orts- und wetterkundigen Führer gewährleistet!

Rafting ist die Bezeichnung des Befahrens von fließenden Wildwassern in Schlauchbooten; die Bezeichnung kommt von ‚raft‘, dem englischen Wort für ‚Floß‘. Seit Mitte der 80er ist Rafting auch in Europa modern und populär. In den meisten Fällen wird es in der Gruppe betrieben sodass eine Zusammenarbeit der einzelnen Bootsinsassen erforderlich wird, um das Boot erfolgreich auf Kurs zu halten. Rafts, also die Boote, mit denen diese Sportart betrieben wird, gibt es in Größen für zwei bis etwa 12 Personen.

Die Boote bestehen aus sehr robustem, mehrlagigem gummierten Gewebe mit mehreren unabhängigen Luftkammern. Die Länge variiert in der Regel zwischen 3,60 m und 5,80 m, die Breite zwischen 1,60 m und 2,50. Auch in der Form unterschieden sich die Boote. Gewöhnlich befährt man Wildwasser höheren Schwierigkeitsgraden, um den Reiz zu steigern. Unerlässlich für Rafter: Helm und Schwimmweste!

Gerade bei den beiden letztgenannten Sportarten ist das Abenteuer wohl ebenso reizvoll wie das unmittelbare Naturerlebnis. Teamgeist und das gegenseitige Vertrauen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, weshalb immer öfter auch Trainer und Therapeuten diese Settings nutzen, um Teambuildingprozesse oder ähnliches zu fördern.


Probieren Sie aus, was Sie interessiert!

Eine gute Möglichkeit herauszufinden, ob eine der genannten Sportarten zu Ihnen passt, ist die Nutzung geführter bzw. begleiteter Angebote, wie sie von den immer beliebter werdenden Gutschein- und Geschenkeportalen wie etwa mydays in großer Auswahl angeboten werden. Dank dieser Möglichkeiten kann man ohne allzu große Investition einmal in die jeweilige Sportart „hinein schnuppern“, etwa bei einem Fallschirm-Tandemsprung oder Paragliding mit Begleitung durch einen erfahrenen Flieger.

Positiv an solchen Angeboten ist vor allem auch, dass die für den jeweiligen Trendsport benötigte Ausrüstung bereit gestellt wird und im Preis für das Angebot enthalten ist. Stellen Sie also fest, dass die Sportart doch nicht zu Ihnen passt, dann haben Sie nicht völlig umsonst teure Ausrüstungsgegenstände angeschafft.

Auch Rafting und Canyoning werden für Anfänger und Interessierte unter Führung erfahrener Sportler angeboten, sodass man die Sportarten zunächst einmal näher kennen lernen kann, bevor man die Entscheidung treffen muss, ob man Geld für eine eigene Ausrüstung ausgibt.


Bringen Sie die nötige Fitness mit?

Für die meisten der genannten Fun- und Trendsportarten sollten Sie eine gewisse körperliche Fitness mitbringen, zumindest, wenn Sie sie später ernsthaft und alleine ausüben mochten. Wer Fallschirmspringer werden möchte, sollte in jedem Fall frei von Herz- und Kreislaufproblemen sein und auch keine Probleme mit seinem Rücken oder den inneren Organen haben.

Gleiches gilt auch für Paragliding. Außerdem sollte beim Fallschirmspringen das Körpergewicht für einen Solosprung 107 kg und für einen Tandemsprung etwa 90 -95 kg nicht überschreiten. Für Personen, die diese Anforderungen erfüllen, ist das Gesundheitsrisiko beim Fallschirmspringen und Paragliding recht niedrig.

Bei geführten Angeboten und später bei geübten Springern und Gleitern kommt es eher selten zu ernsthaften Verletzungen. Fallschirmspringen und Paragleiten kann man durchaus vom Teenager- bis ins höhere Alter jenseits der 50 betreiben.

Canyoning erfordert sicheres Schwimmen und kräftige Muskeln und Sie sollten sich trauen, aus mehreren Metern in fließendes oder stehendes Wasser zu springen. Außerdem sollten Sie allgemeine Fitness mitbringen, denn das Abseilen in Schluchten kann durchaus sehr anstrengend sein. Durch die Vielseitigkeit der sportlichen Anforderungen kann es beim Canyoning recht leicht zu kleineren Verletzungen kommen – wehleidig sollten Sie also nicht sein.

Grobe Unachtsamkeiten können aber auch zu schweren Verletzungen führen, weshalb man sich als Anfänger am besten durch einen erfahrenen Sportler begleiten lässt. Auch später ist Canyoing am besten in Gruppen von drei bis vier Personen aus zu üben. Körperlich gesunde Menschen mit entsprechender Ausdauer können Canyoning bis ins mittlere Alter ausüben.

Rafting ist mit Abstand die sicherste der genannten Sportarten – nicht zuletzt, weil an den meisten Ausübungsorten strikte Sicherheitsmaßnahmen gelten und die Touren in der Regel von ortskundigen Veranstaltern durchgeführt werden. Raften kann man daher von der Jugend an bis ins hohe Alter.

Sportliche Fitness und Ausdauer sind jedoch Voraussetzung, denn schließlich müssen Sie über einen längeren Zeitraum Ihr Paddel „schwingen“ und teils gegen sehr starke Strömungen ankämpfen. Gute Schwimmkenntnisse sind empfehlenswert, wasserscheu sollten Sie auch nicht sein!


Was kostet die Ausrüstung?

Für die meisten Fun- und Trendsportarten können Sie sich zu Anfang die benötigte Ausrüstung vor Ort bei spezialisierten Anbietern ausleihen. Beabsichtigen Sie jedoch, einen Sport dauerhaft zu betreiben, lohnt sich die Anschaffung eigener Ausrüstung, etwa eines eigenen Fallschirms oder Paragliders oder eines Bootes sowie Seilzeug gleich doppelt.

Denn Erstens summieren sich natürlich mit der Zeit die Leihgebühren und zweitens werden Sie sich mit eigener, individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmter Ausrüstung auf Dauer wohler fühlen und bessere Resultate erzielen.

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Quellen:

¹ International Rafting Federation (IRF)
² Deutscher Fallschirmsportverband e.V.
³ Mydays-Gutscheinportal | Rafting

Linktipps:

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