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Paleo: Essen wie die Steinzeitmenschen

Paleo: Essen wie die Steinzeitmenschen

Paleo: Essen wie die Steinzeitmenschen

Der Begriff Paleo kommt von Paläolithikum und wird auch als Steinzeit-Ernährung bezeichnet. Paleo orientiert sich an Lebensmitteln, die unseren steinzeitlichen Vorfahren, ausschließlich Jägern und Sammlern, vor etwa 2,5 Mio. Jahren zur Verfügung standen und basiert auf Fisch, Fleisch, Eier, Gemüse, Obst und gesunden Fetten. Paleo ist in dem Sinn keine ‚Diät‘ im herkömmlichen Sinn, sondern vielmehr eine eigene Philosophie und Lebenseinstellung. Paleo ahmt die Ernährungsumstände der Steinzeit mit den heute zur Verfügung stehenden Lebensmitteln nach, wobei ein hohes Augenmerk auf die Nachhaltigkeit und hohe Qualität der Produkte gelegt wird.




Einfluss der Ernährung auf die Lebensqualität

Kritiker könnten einwenden, dass eine Ernährung, bei der die durchschnittliche Lebenserwartung bei knapp über 20 Jahren lag, wohl nicht gesund sein kann, doch sie täuschen sich: Die kurze Lebenserwartung lag nicht an der Ernährung, sondern viel mehr an den anderen widrigen Umständen, wie Naturkatastrophen und wilden Tieren als natürlichen Feinden. Das – in Kombination mit nicht vorhandener medizinischer Versorgung – führte natürlich zu einer hohen Kindersterblichkeitsrate und oft zum frühen Tod.

Es gibt zahlreiche ernährungswissenschaftliche Theorien, die besagen, dass die Einführung des Ackerbaus eigentlich einen Rückschritt in punkto Lebensqualität bedeutete. Jäger und Sammler hätten schließlich eine abwechslungsreichere Ernährung gehabt und ein entspannteres Leben geführt als die späteren Bauern. Sie ernährten sich von Dingen, die es in der Natur zu finden gab, wie zum Beispiel Kräuter, Nüsse, Beeren, Pilze, etc. – und natürlich Fleisch – diesfalls mussten die Tiere allerdings zuerst erjagt werden, was – um bei der Wahrheit zu bleiben – wohl auch nicht immer so einfach und ungefährlich war.

Der Paleo Theorie nach hat unser Körper seit Einführung der Landwirtschaft und des Ackerbaus nicht genügend Zeit gehabt, um sich den neuen Lebensmitteln, wie Getreide und Milchprodukten, anzupassen. Dadurch hätten sich laufend neue Krankheiten entwickelt. Durch die zunehmend industrielle Fertigung der Nahrung hat sich diese Tendenz weiter verstärkt. Zudem leidet unser Verdauungssystem auch unter gentechnisch veränderten Lebensmitteln, diversen Süßstoffen, Konservierungsmitteln und künstlicher Aromen.


Wie isst man Paleo

– Erlaubte Lebensmittel:

  • Frisches Fleisch
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Eier
  • Frische Früchte
  • Gemüse
  • Pilze
  • Nüsse und Samen (ACHTUNG: Erdnüsse sind keine Nüsse sondern zählen zu den verbotenen Hülsenfrüchten
  • Öle und Fette, wie Olivenöl, Kokosöl, Leinsamenöl, Ghee, Butterschmalz
  • Wasser und Kokoswasser sowie Aufgußgetränke (Tee)
  • Stevia
  • Gewürze und Kräuter
  • Passierte Tomaten, eingelegte Oliven, Paprika – wichtig auf die Zusatzstoffe achten

– Verbotete Lebensmittel:

  • Getreideprodukte
  • Milch und Milchprodukte
  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen, Soja, Erdnüsse)
  • Fertiggerichte oder andere künstlich hergestellte Nahrungsmittel
  • Zucker & künstliche Süßstoffe
  • Pflanzenöle, wie Rapsöl, Sonnenblumenöl, Margarine
  • Süßigkeiten

– In Maßen erlaubte Lebensmittel:

  • Honig und Ahornsirup
  • Geklärte Butter (Ghee): ist zwar ein Milchprodukt enthält aber keine Milchproteine mehr
  • Ausnahme-Hülsenfrüchte: Erbsenschoten und grüne Bohnen haben im Vergleich zu den übrigen Hülsenfrüchten nur sehr geringe belastende Inhaltsstoffe und können deshalb bedenkenlos verzehrt werden
  • Essig: Man darf jeden Essig verwenden, solange kein Zucker oder Gluten zugesetzt sind
  • Unraffiniertes Salz, Käse, Chia-Samen, Hanfsamen, eingelegte Oliven, Kokosmilch (ohne Zusatzstoffe), 100 % -iges Kakaopulver, Alkohol (Wein bevorzugt, statt Bier), Paranüsse, weißer Reis, Buchweizen (auch in Nudelform oder Flocken fürs Müsli), Natron, Leinmehl


Kritikpunkte an Paleo

An sich sind keine besonderen Risiken bei Ernährung nach Paleo bekannt – lediglich bei einer extrem fettarmen Ernährung bzw. einer sehr einseitigen Fettzufuhr besteht die Gefahr eines Mangels an essentiellen Fettsäuren. Allerdings ist die Paleo Diät kein billiges Vergnügen: Einkaufen für einen Paleo-Ernährungsplan kommt teuer- schließlich greift man ausschließlich zu frischen, qualitativ hochwertigen Bio-Produkten.

Manche Lebensmittel sind auch nicht ganz einfach zu besorgen: Viele Paleo Ratgeber empfehlen deshalb auch sich im Internet zumindest einmal die Basis-Lebensmittel, wie zum Beispiel Nüsse, Kokosmehl, gemahlene Mandeln, getrocknete Pilze, usw. zu besorgen. Auch das Zubereiten der Speisen scheint anfangs mit viel Aufwand und Zeit verbunden zu sein, doch mit der Zeit stellt sich Routine ein. Zudem kann man ja in größeren Mengen kochen und auch Einfrieren ist absolut erlaubt und überaus sinnvoll!

Wer auf Paleo umsteigen möchte, sollte grundsätzlich langsam damit beginnen, da sich der Körper bzw. die Verdauung erst daran gewöhnen muss. Veganer und Vegetarier sind mit Paleo übrigens nicht optimal beraten, denn die Ernährung würde zu einseitig ausfallen.

Die Paleo-Ernährung ist keine Diät im herkömmlichen Sinn, sondern ein Lebensstil, um sich langfristig gesund zu ernähren, fit zu bleiben und den Körper dabei zu unterstützen, sich selbst zu heilen. Wer neugierig geworden ist – einfach ausprobieren!

[abo]

Linktipps:

– Diäten im Test – die guten, die schlechten, die gefährlichen
– Buchweizen – altes Korn neu entdeckt
– Kokosfett & Kokosöl – gesund oder nicht?
– Die Grundsätze der Paleodiät
– Paleo 360