Gerade im Sommer ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig, um den erhöhten Verlust an Mineralstoffen auszugleichen. Deshalb stellt sich zunächst die Frage nach dem gesundheitlichen Aspekt: Sind die beliebtesten Getränke auch jene, die aus gesundheitlicher Sicht empfohlen werden können? Und zweitens: wie verhält es sich aus ökologischer Sicht? Dabei geht es um die Herstellungsbedingungen, aber auch um die Verpackung und Fragen des Transports, die bei der Beurteilung eines Produktes nach ökologischen Gesichtspunkten entscheidend sind.
Den mündigen Konsumenten stellt die Getränkeauswahl also vor einige Herausforderungen. Das riesige Angebot der Getränkeindustrie erleichtert die Auswahl nicht gerade. Man denke an die unüberschaubare Anzahl unterschiedlicher Verpackungsarten:
Beinahe jede Einführung einer neue Getränkesparte, von den beliebten Energy Drinks bis zu den neuerdings besonders angepriesenen Smoothies, brachte neue Verpackungsvarianten hervor. Bevor wir aber die Verpackungssysteme unter die Lupe nehmen und nach ökologischen Gesichtspunkten bewerten, ein Überblick über das Thema Getränke aus ernährungswissenschaftlicher Sicht.
Die gesündesten Durstlöscher im Überblick
Als ausreichende Flüssigkeitsaufnahme gilt, abhängig von Alter, Körpergewicht, Bewegung und Umgebungstemperatur, eine tägliche Menge von 1,5 bis 3 l. Der Flüssigkeitsbedarf eines Erwachsenen mit 70 kg liegt beispielsweise bei ca. 2,5 l, wobei etwa 1/3 davon mit der Nahrung aufgenommen wird und der Rest in Form von Getränken zugeführt werden muss. Auch wenn es keinen Neuigkeitswert mehr darstellt, so kann es dennoch nicht oft genug wiederholt werden: Wasser ist der mit Abstand beste und gesündeste Durstlöscher und sollte daher möglichst oft den Vorzug erhalten.
Besonders gut kommt der Körper mit Mineralwasser zurecht, denn es wird rasch aufgenommen und löscht daher den Durst besonders schnell. Durch seinen Gehalt an Mineralien und Spurenelementen (z.B. Natrium, Chlorid, Calcium, Magnesium, Zink usw.) liefert es einen wertvollen Beitrag zur Bedarfsdeckung an lebenswichtigen Stoffen. Ob dabei zu prickelndem (mit natürlicher oder zugesetzter Kohlensäure) oder “stillem” Mineralwasser (diesem wÃrd die Kohlensäure ganz oder teilweise entzogen) gegriffen wird, ist ernährungstechnisch nicht von Bedeutung.
Je nach Herkunft und Zusammensetzung kann auch gewöhnliches Leitungswasser ausreichen, allerdings enthält dieses “normale” Trinkwasser oft nicht die Konzentration an Mineralstoffen und Spurenelementen wie Mineralwasser. “Tafelwasser”, übrigens, ist ein Begriff für eine nicht näher zu definierende Kombination aus verschiedenen Wasserarten – entsalztes Meerwasser, Brunnenwasser, oft auch Mineralwasser. Ein solches Produkt ist jedoch keineswegs mit Mineralwasser gleichzusetzen!
Wem der ausschließliche Konsum von Wasser zu eintönig ist, der greife auf mit Wasser gemischte Fruchtsäfte zurück. Das Mischungsverhältnis Fruchtsaft: Wasser sollte zwischen 1:1 und 1:2 betragen. Derartige Fruchtmisch-Getränke sind deshalb so gesund, da Sie einerseits wertvolle Vitamine enthalten, anderseits eine besonders schnelle Nährstoffaufnahme des Körpers ermöglichen. Im Idealfall weisen Getränke eine gleich große Anzahl gelöster Mineralstoffe auf wie das menschliche Blut, hierbei spricht man von “isotonischen” Getränken. Unverdünnte Fruchtsäfte sind übrigens nicht als Durstlöscher geeignet, da sie zu süß und zu nahrhaft sind. Wer dennoch zu konzentrierten Fruchtsäften greift, sollte genauestens die Angaben beachten: Nur Getränke mit der Bezeichnung “Fruchtsaft” bestehen zu 100 % aus der jeweils angegebenen Frucht. Fruchtsäften wird üblicher Weise kein Zucker zugesetzt, ein Zuckerzusatz muss jedenfalls am Etikett vermerkt werden.
Fruchtsäfte werden entweder direkt gepresst und abgefüllt oder auf Basis von Konzentraten hergestellt. Mit Hilfe solcher Fruchtsaftkonzentrate sparen die Hersteller Kosten, sie benötigen nur einen Bruchteil des Transportvolumens und werden erst in den Bestimmungsländern wieder zu einem fertigen Getränk verdünnt. Somit entsteht ein dem natürlichen Fruchtsaft ähnliches Produkt.
Fruchtsäfte enthalten keine Konservierungsmittel, sie werden vielmehr durch Pasteurisierung haltbar gemacht. Dabei werden sie kurzzeitig auf etwa 85°C erhitzt, wodurch die meisten Bakterien abgetötet werden, wertvolle Wirkstoffe wie Vitamine und Mineralien aber überwiegend erhalten bleiben.
Ein Abkömmling des Fruchtsafts ist der Fruchtnektar. Sein Anteil an echtem Fruchtsaft bzw. Fruchtmark bewegt sich zwischen 25 und 60 %, abhängig von der jeweiligen Obstsorte. Der Rest setzt sich aus Wasser und zugesetztem Zucker bzw. Honig zusammen. Das Fruchtsaftgetränk schließlich, ein weiterer Verwandter des Fruchtsafts, enthält lediglich bis zu 30% Fruchtanteil, der Rest besteht aus Zucker bzw. Süßungsmitteln, Wasser, Aromaextrakten sowie sogenannten Genusssäuren (z.B. Weinsäure, Zitronensäure).
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