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Notfallverhütung: Nachträgliche Verhütungsmittel

Notfallverhütung: Nachträgliche Verhütungsmittel

Notfallverhütung: Nachträgliche Verhütungsmittel

Pannen beim Verhüten passieren schneller als die meisten denken. Wenn das Verhütungsmittel vergessen wurde oder versagt hat, ist eine Notfallverhütung mit einem postkoitalen Verhütungsmittel notwendig. Mit der Pille danach und der Kupferspirale können Frauen mit großer Wahrscheinlichkeit eine mögliche Schwangerschaft auch noch nach dem Geschlechtsverkehr verhindern.



Die „Pille danach“ – levonorgestrelhaltige und ulipristalhaltige Präparate

Man unterscheidet bei der Pille danach zwischen Präparaten, die das gestagenartige Hormon Levonorgestrel enthalten, und solchen mit dem Progesteron-Rezeptor-Modulator Ulipristal. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass levonorgestrelhaltige Präparate innerhalb von 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden müssen, während bei ulipristalhaltigen Präparaten das Zeitfenster für die Einnahme sogar bis maximal 120 Stunden beträgt.

Je früher levonorgestrelhaltige Präparate eingenommen werden, desto wirksamer sind sie. Das Risiko schwanger zu werden, liegt nur bei 0,4 %, wenn die Pille innerhalb von 24 Stunden eingenommen wird. Wird sie später eingenommen, ist das Risiko höher. Levonorgestrelhaltige Präparate wirken direkt auf die Sekrete der Gebärmutterschleimhaut sowie auf die Spermien, wodurch diese das Ei nicht oder zu spät erreichen. Ulipristalhaltige Präparate verhindern, dass das Hormon Progesteron, das für die Aufrechterhaltung einer Schwangerschaft verantwortlich ist, wirken kann. Die Wirkung der Pille danach ist nur einmalig.

Frauen müssen nach der Einnahme beim Geschlechtsverkehr zusätzlich, am besten mit Kondomen, verhüten. Gynäkologen empfehlen nämlich, die normale Anti-Baby-Pille nach der Einnahme der Pille danach bis zur Monatsblutung auszusetzen. In Österreich sind ulipristalhaltige Präparate verschreibungspflichtig, weil vor der Einnahme eine bestehende Schwangerschaft ausgeschlossen werden muss. Die Pille danach mit Levonorgestrel ist hingegen verschreibungsfrei und kann auch im Internet bei Gesundheitsdienstleistern bestellt werden.

Die Kupferspirale als Alternative zur Pille danach

Die „Spirale danach“ unterscheidet sich nicht von der Kupferspirale, die als normales Verhütungsmittel verwendet wird. Es handelt sich dabei um eine kupferbeschichtete Spirale, die bei einigen Präparaten zusätzlich mit einer Gold- oder Silberlegierung versehen ist. Sie ist nicht mit der Hormonspirale zu verwechseln. Die Kupferspirale kann als nachträgliche Verhütungsmethode bis zum 5. Tag nach dem Geschlechtsverkehr von einem Frauenarzt eingesetzt werden und verhindert zu 99 Prozent eine Schwangerschaft. Das Kupfer in der Spirale verändert den Schleim am Muttermund und die Gebärmutterschleimhaut so, dass sich kein Ei in der Gebärmutter einnisten kann.

Wenn Frauen sich für die Spirale als Notfallverhütungsmittel entschieden haben, können sie danach mit der Spirale weiter verhüten. Der Menstruationszyklus bleibt vom Einsetzen des Verhütungsmittel unbeeinflusst, was ein Vorteil gegenüber der Pille danach ist. Nachteilig ist jedoch, dass die Kupferspirale nur dann zuverlässig wirkt, wenn sie bis zur nächsten Monatsblutung in der Scheide bleibt. Sie kann außerdem zu einer verstärkten Monatsblutung und starken Regelschmerzen führen.

In wenigen Fällen kann sie bei Mädchen und jungen Frauen eine Entzündung im Beckenraum verursachen. Frauen, die sich aufgrund der Nachteile und Risiken bereits gegen die Kupferspirale als normale Verhütungsmethode entschieden haben, sollten besser die Pille danach verwenden.

Gut zu wissen

Bei den genannten Methoden handelt es sich nicht um Verhütungsmittel im eigentlichen Sinn. Sie sind nur für den „Notfall“ gedacht – etwa wenn das Kondom gerissen ist, oder die Pille vergessen wurde – und keinesfalls als regelmäßige Verhütungsmethode anzuwenden.

Beide Notfallverhütungsmethoden besitzen Vor- und Nachteile, weshalb Sie den Einsatz mit Ihrem Gynäkologen besprechen sollten. Der Hinweis bleibt in jedem Fall: Die Pille danach ist wirklich nur für Notfälle gedacht und sollte nicht als Ersatz für eine normale Verhütungsmethode verwendet werden. Sie ist auch im Gegensatz zur Abbruchspille kein Mittel zum Schwangerschaftsabbruch.

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Quellen:

¹ www.gesundheit.gv.at – Notfallverhütung
² www.notfallpille.at – Bundesministerium für Gesundheit

Linktipps:

– Pearl Index – was ist das?
– Die Pille danach
– Die größten Verhütungsirrtümer
– Wie man ein Kondom richtig benutzt

Foto: www.clipdealer.de