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Nikotinpflaster & Co. zur Raucherentwöhnung?

Nikotinpflaster & Co. zur Raucherentwöhnung?

Nikotinpflaster & Kaugummi zur Raucherentwöhnung?

Die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) schätzt die jährliche Anzahl der Menschen, die an den Folgen des Rauchens sterben auf weltweit 5,4 Millionen. Statistisch gesehen stirbt alle sechs Sekunden ein Konsument wegen Tabakkonsums. Viele Raucher wollen sich das Laster abgewöhnen, nur wenige schaffen es dauerhaft. Nikotinpflaster, Nikotinkaugummi & Co. können den Abschied von der Zigarette erleichtern, aber können diese Ersatzprodukte wirklich dabei helfen, dauerhaft mit dem Rauchen aufzuhören?



Gerade um den Jahreswechsel nehmen sich besonders viele Menschen vor, mit dem Rauchen aufzuhören. Doch nur wenige setzen den verwegenen Vorsatz zu Silvester auch dauerhaft erfolgreich in die Tat um. Die Hauptursache für das Scheitern liegt daran, dass sich nur die wenigsten beim Vorsatz einen echten Plan zurecht gelegt haben. Denn mit dem Aufhören sind viele Faktoren zu berücksichtigen, vor allem aber liebgewonnene Gewohnheiten zu ändern.


Wie steht die Öffentlichkeit zum Rauchen?

Der Staat versucht mittels Gesetzen und Steuerhöhungen auf Tabakwaren das Rauchen einzudämmen und die Einstiegsschwelle für Jugendliche zu erhöhen. Am besten lässt sich das anhand einiger Zahlen aus Deutschland darstellen. Im Jahre 1868 wurde in der Deutschen Zollunion eine Flächensteuer auf den Tabakanbau erhoben. Die erhofften Mehreinnahmen blieben allerdings aus und deshalb wurde elf Jahre später die Tabaksteuer auf das Gewicht des Rohtabaks entrichtet. Bis heute nicht davon betroffen sind Schnupf- und Kautabak. Im Jahr 2013 nahm der deutsche Staat knapp 14 Milliarden (!) Euro über die Steuer ein, allerdings sind die Steuereinnahmen leicht rückläufig. In Österreich flossen immerhin knapp 1,6 Mrd. Euro aus der Tabaksteuer ins Budget.

Doch obwohl Steueranteil bei Zigaretten in Österreich über 75% vom Verkaufspreis beträgt, hat sich das Raucher- bzw. Einkaufsverhalten in absoluten Zahlen wenigverändert. Auch wenn es noch so oft beteuert wird, einen Lenkungseffekt haben die Preiserhöhungen kaum, allerdings erfreut eine Preiserhöhung von 10 Cent beim Verkaufspreis das Finanzministerium, schließlich bringt sie dem Staat Mehreinnahmen von immerhin an die 50 Millionen Euro pro Jahr.

Rauchen Statistik

Tabelle: Die Tabelle offenbart einige interessante Fakten. Nur drei Prozent der Bevölkerung finden Rauchen cool und knapp die Hälfte befürworten das Rauchverbot in Restaurants. Nur 17 Prozent der Nichtraucher erachten den Preis für eine Zigarette für zu teuer. Quelle: Deals.com


Nikotinersatztherapie: Nikotinpflaster, Kaugummi & Co.

Die Raucherentwöhnung kennt viele Ansätze, bei der Nikotinersatztherapie (NET) wird darauf gesetzt Nikotin dosiert mittels spezieller Ersatzpräparate dem Patienten zuzuführen und ihn so langsam aus der Tabakabhängikeit zu führen. Dies kann mittels Nikotinpflaster, Nikotinkaugummi oder auch mittels Nasenspray geschehen. Doch egal, welches Mittel gewählt wird, das Hauptargument dabei ist die Vermeidung krebserregender Rauchnebenstoffe, die in Zigaretten enthalten sind. Doch wie steht es um den Erfolg?


Helfen Nikotinpflaster tatsächlich bei der Raucherentwöhnung?

Es muss vorweg unmissverständlich klargestellt werden: Ein Nikotinpflaster alleine macht aus einem langjährigen Raucher noch lange keinen Abstinenten. Der Wille und die nötige Disziplin müssen beim Süchtigen ebenfalls vorhanden sein. In einer von Dr. Christopher Bullen durchgeführten Studie erlangten nach sechs Monaten die Gruppe der Nikotinpflaster eine Abstinenzquote von 5,8 Prozent. Eine andere Studie kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Demnach liegt die Quote nach sechs, bzw. zwölf Monaten rauchfrei zu leben bei drei bis fünf Prozent.

Raucherstatistik

Tabelle: Die Häufigkeit der Verwendung von Raucherentwöhnungsmitteln befindet sich auf einem stabilen Niveau. Die Anzahl der Personen, welche noch nie damit in Berührung gekommen sind, sinkt. Quelle: VuMA

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  • 21 St Pflaster transdermal
  • apothekenpflichtig
  • Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Dieses Produkt darf nicht an Personen unter dem gesetzlichen Mindestalter abgegeben werden.


Wie läuft eine Nikotinersatztherapie ab?

Die Entwöhnung kann in drei Phasen untergliedert werden. In der ersten Phase werden die höchstmöglichen Nikotindosierungen verwendet. Die Phase dauert zwischen vier und sechs Wochen. In der nächsten Phase wird auf eine mittlere Dosierung zurückgegriffen. Mit einer Dauer zwischen zwei und vier Wochen ist die Phase deutlich kürzer als die erste. Bei der dritten und letzten Phase wird die geringste Dosis über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen verwendet.

Während der Rauchentwöhnung muss ausreichend Sport betrieben werden, denn erfahrungsgemäß nimmt der Süchtige bis zu fünf Kilo zu. An stressigen Arbeitstagen hilft das Kauen eines Kaugummis. Regelmäßige Pausen sind ebenfalls sehr wichtig. Eine Regel versteht sich natürlich von selbst: Es darf keine Ausreden geben. Sätze wie „Das war die letzte Zigarette“ gehören der Vergangenheit an.

Nikotinpflaster – ja oder nein?

Zum Nikotinpflaster gibt es mittlerweile zahlreiche Alternativen, besonders in Mode sind derzeit etwa sogenannte E-Zigaretten oder E-Shishas. Diese „Electronic Nicotin Delivery Systems“ (ENDS) simulieren das Rauchen mit technischen Mitteln, ohne dabei Tabak zu verbrennen. Die Abstinenzquote liegt dabei ungefähr auf dem gleichen Niveau wie bei Nikotinpflaster.

Jedoch sind gerade bei den elektronischen Zigaretten viele Fragen ungeklärt, zumal es derzeit nur mangelhafte Bestimmungen zur Kennzeichnungspflicht der Rauchinhaltsstoffe gibt. In vielen Kartuschen (Liquids) wurden für Tabak typische Giftstoffe und Kanzerogene sowie tabakspezifische Nitrosamine nachgewiesen, allerdings gibt es nur wenige finanziell unabhängige wissenschaftliche Publikationen und daher auch keine verlässliche Einschätzung über gesundheitliche Auswirkungen. Am Ende ist es eine persönliche Entscheidung. Für ein rauchfreies Leben ist es in jedem Fall nie zu spät.

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Quellen:

¹ deutsches Statistisches Bundesamt (DeStatis)
² www.nikotinpflaster-information.de

Linktipps:

– Rauchstopp: mit fünf Tipps zum Nichtraucher
– Wege zur erfolgreichen Raucherentwöhnung
– Fachstelle für Suchtprävention: E-Zigaretten und E-Shishas

Kave Atefie





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