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Reizender Schmuck: Was tun bei einer Nickelallergie?

Reizender Schmuck: Was tun bei einer Nickelallergie?

Nickelallergie

Hautrötungen, Juckreiz und Ekzeme können Symptome einer Nickelallergie sein. Die Nickelallergie ist eine Kontaktallergie – sie entsteht, wenn nickelhaltige Gegenstände in Kontakt mit der menschlichen Haut kommen. Nickel ist in fast allen Metalllegierungen enthalten, es steckt also oft in Schmuck, Gürtelschnallen aber auch in metallischen Brillenfassungen. Für Allergiker bedeutet dies, dass schon bei der Berührung solcher Alltagsgegenstände größte Vorsicht geboten ist. Was also tun bei einer Nickelallergie?



Wenn der eigene Schmuck die Haut reizt, könnte eine Allergie auf den Stoff Nickel verantwortlich sein. Nicht nur Legierungen bei Modeschmuck, auch Silber und Weißgold enthalten Nickelionen. Wer gegen das Metall Nickel allergisch ist, dessen Haut reagiert beim bloßen Kontakt mit Rötung, Juckreiz und Schwellung. Der charakteristische Ausschlag der Nickelallergie (auch Nickeldermatitis genannt), zeigt sich meist am Handgelenk, dem Hals, den Ohren und am Bauch und Bauchnabel. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass an diesen Bereichen häufig Gegenstände oder Schmuckstücke aus Metall getragen werden. Besonders bei Modeschmuck und bei Hosenknöpfen wird das billige Nickel gerne reichlich eingesetzt, um die Legierung des Metalls zu strecken.

Symptome der Nickelallergie

Je nach Stärke der Allergie können die ersten Symptome bereits nach 20-30 Minuten auftreten. Dabei ist es ist ausreichend, wenn die Materialien auch nur einen geringen Prozentsatz an Nickel enthalten. Die Sensibilisierung hängt allerdings nicht vom Nickelgehalt einer Legierung ab, sondern davon, wie viel Nickelionen freigesetzt werden.

Zwar gibt es eine Kennzeichnungspflicht für nickelhaltige Gegenstände, die mit dem Körper in Berührung kommen, eine sogenannte Freisetzungsgrenze gibt es derzeit allerdings nur für Ohrstecker. Diese liegt bei 0,5 Mikrogramm pro Quadratzentimeter und Woche. Selbst bei Schmuck mit der Etikettierung „Oberfläche nickelfrei“ ist Vorsicht geboten, da dann das Metall oft nur mit einem Lack überzogen ist. Wenn dieser aber abblättert oder durchgescheuert wird, können Nickelionen ungehindert abgegeben werden.

Und dann beginnt, was tausende Allergiker fürchten: die an sich ungefährlichen Nickelionen dringen durch die Haut in den Körper worauf das Immunsystem eine Überreaktion startet. Dadurch entstehen an der Hautoberfläche besagter schmerzhafter Ausschlag bis hin zu nässenden Kontaktekzemen.

Größere Mengen Nickel stecken auch in Nahrungsmitteln, zum Beispiel in schwarzem Tee, Kaffee, Kakao, Muscheln, Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkorn. Als Spurenelement ist Nickel für den Körper wichtig, da es für die Funktion bestimmter Enzyme notwendig ist. In größeren Mengen ist Nickel allerdings schädlich.

Ist eine Person extrem empfindlich gegen Nickel, kann es sogar beim Verzehr von nickelhaltigen Speisen zu einer allergischen Reaktion, bzw. zu einer Verstärkung der bereits vorhandenen Reaktion führen. Auch wenn es hier zulande immer seltener vorkommt, Gefahr besteht nach wie vor auch bei Verzehr von Lebensmitteln aus Konservendosen, da manche Dosen immer noch Nickel enthalten und dieser somit in den Lebensmitteln gelöst sein kann. Da auch Zigaretten Nickel enthalten, kann Rauchen auch zu allergischen Reaktionen führen. In jedem Fall sollte der Arzt aufgesucht werden, der mit einem Allergietest für Gewissheit sorgen kann.

Was tun bei einer Nickelallergie?

Wie bei jeder anderen Allergie, wäre die beste Behandlung, dem Allergieauslöser möglichst gänzlich aus dem Weg zu gehen. Bei Schmuck und Brille lässt sich dies noch vergleichsweise einfach umsetzen. Schwieriger wird es aber bei Türklinken, Griffen und Metallverschlüssen. Auch wenn die Nickelallergie eine der häufigsten Allergien in Österreich ist, sind derart schwere Allergieformen aber vergleichsweise selten. Da diese Kontaktallergie nicht heilbar ist, bleibt also nur der therapeutische Ratschlag an Betroffene den Kontakt zu nickelfreisetzenden Gegenständen so weit als möglich zu vermeiden.

Schwitzen begünstigt die Entstehung der allergischen Reaktion nachweislich, allerdings schützt häufiges Waschen nicht. Im Gegenteil: es macht die Haut für Allergene sogar noch emfänglicher. Eine geeignete Hautpflege hilft, die natürliche Hautbarriere aufrecht zu halten.

Wer bei sich eine Nickelallergie vermutet kann durch einen Epikutantest Gewissheit erlangen. Dazu wird die Testsubstanz Nickelsulfat mit einem Pflaster auf die Rückenhaut aufgeklebt. Im Fall einer Nickelsensibilisierung entsteht an dieser Hautstelle eine allergische Reaktion. Derartige Tests werden in Allergieambulatorien durchgeführt.

Wenn eine Nickelallergie diagnostiziert ist, sollten Sie Ihren Arzt und Zahnarzt stets darauf hinweisen. Wer sich ein Piercing stechen lassen möchte sollte vorher unbedingt testen lassen, ob eine Überempfindlichkeit gegen Nickel besteht.

Zur Behandlung von allergischen Kontaktekzemen empfiehlt der Arzt meistens kortisonhaltige Lotionen, Cremes oder Salben. Zur Nachbehandlung des allergischen Kontaktekzems sind oft regenerierende Pflegemittel günstig. Der Arzt berät hier, welche Präparate geeignet sind.

In schweren, ausgedehnten Fällen einer Nickelallergie rät der Arzt eventuell, Kortison in Tablettenform einzunehmen. Kommt es bei einem allergischen Kontaktekzem zusätzlich zu einer Infektion der Haut mit Bakterien, so werden meist Antibiotika zur örtlichen Behandlung eingesetzt.

Bei einer ernährungsbedingten Nickelallergie, empfiehlt es sich möglichst wenig nickelreiche Speisen zu sich zu nehmen. Damit die Ernährung dabei aber nicht zu einseitig wird, sollte dazu der Rat des Arztes oder eines Ernährunsexperten eingeholt werden. Denn auch die Zubereitung der Speisen spielt eine Rolle. Im Fall einer Nickelallergie ist es besser, Kaffee von Hand aufzubrühen, als Kaffee- oder Espressomaschinen zu nutzen. Frisch entkalkte Wasserkocher mit offener Heizspirale geben meist große Mengen Nickel ab. Auch Wasser, das in der Leitung gestanden hat, sollte zunächst ablaufen, bevor es zum Kochen entnommen wird. Wer sicher gehen möchte, verwendet beschichtete Töpfe und Pfannen (Teflon, Emaille).

So können Sie prüfen, ob ein Metallgegenstand Nickel enthält

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Metallgegenstand Nickel enthält, greifen Sie einfach auf entsprechende Teststreifen zurück. Diese erhalten sie in der Apotheke. Zum Prüfen berühren Sie das Reaktionsfeld des Streifens mit der Oberfläche des zu untersuchenden Gegenstandes. Eine Verfärbung des Teststreifens zeigt an, dass Nickel enthalten ist.
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Quellen:

¹ Christophers, E., Ständer, M.: Haut- und Geschlechtskrankheiten, 6. Auflage, München, Wien, Baltimore: Urban & Schwarzenberg 1997
² Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA) e. V.

Linktipps:

– Allergien – Entgleisung des Immunsystems
– Informationsportal für Nickelallergiker
– Allergische Reaktionen

Kave Atefie





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