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Nebenwirkungen von Medikamenten

Nebenwirkungen von Medikamenten

Nebenwirkungen von Medikamenten

„Über unerwünschte Nebenwirkungen informieren Arzt oder Apotheker“ – Jeder kennt diesen Satz aus der Werbung. Doch nicht jeder macht sich auch wirklich Gedanken darüber, was er bedeuten kann. In Zeiten, in denen der Zugang zu Medikamenten immer einfacher, die Bereitschaft sie einzunehmen immer größer und die Palette der Einsatzgebiete immer breiter wird, wächst auch die Möglichkeit, dass sich verschiedene Medikamente untereinander in ihrer Wirkung beeinträchtigen.



50 Millionen Packungen rezeptfreier Medikamente sind im Jahr 2006 in Österreichs Apotheken verkauft worden. „Wechselwirkungen von Arzneimitteln, so genannte Interaktionen, werden immer bedeutsamer und müssen von allen, die mehr als ein Medikament täglich konsumieren, bedacht werden“, sagt Univ. Prof. Dr. Renate Heinz vom Österreichischen Roten Kreuz.

Neben der beabsichtigten Hauptwirkung haben Medikamente zumeist auch mehr oder weniger gefährliche Begleiterscheinungen haben. Diese Nebenwirkungen können vergleichsweise harmlos sein (z. B. Müdigkeit), sie können abet auch Schaden verursachen, der den Nutzeffekt des Medikamentes übersteigt. Um die Arzneimittelsicherheit zu gewährleisten sind Pharmafirmen verpflichtet alle bekannt gewordenen Nebenwirkungen eines Medikaments im Beipackzettel anzugeben. Laut Arzneimittelgesetz haftet der Hersteller in Österreich und Deutschland für alle nicht in dieser Produktinformation angeführten Nebenwirkungen.

Unerwünschte Nebenwirkungen können durch falsche Anwendung, durch Überdosierung, aber auch durch Wechselwirkungen mit anderen eingenommen Medikamenten oder Lebensmitteln auftreten.

Interaktionen gibt es nicht nur zwischen „klassischen“ Medikamenten. Alkohol beeinflusst zum Beispiel auch deren Wirkung, ebenso Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsstoffe. Heinz: „Es gibt aktuelle Berichte, wonach auch weitverbreitete Pflanzendrogen, wie etwa Knoblauch oder Baldrian, wegen möglichem erhöhten Blutungsrisiko oder Einfluss auf die Narkosedauer mehrere Tage vor geplanten Operationen abgesetzt werden müssen.“

Ärzte können nur dann richtig beraten, wenn sie über den Medikamentenkonsum ihrer Patienten Bescheid wissen. Das gilt nicht nur für den Hausarzt, sondern auch für andere, etwa den Frauenarzt, den Zahnarzt usw. Heinz: „Schreiben Sie eine vollständige Liste all jener Medikamente, die Sie einnehmen. Zeigen Sie sie jedem Arzt und aktualisieren Sie die Liste bei Bedarf.“ Außerdem sollte immer der Beipackzettel gelesen werden. Hier sind nicht nur die Neben-, sondern auch die Wechselwirkungen aufgelistet.

Weiters zu beachten ist die Flüssigkeitsaufnahme. An heißen Tagen besteht ein zusätzlicher Bedarf. Zu wenig Trinken kann vor allem bei älteren Menschen, die Wirkung von Medikamenten verändern.
Die regelmäßige Einnahme von Medikamenten ist vielfach unbedingt notwendig, etwa bei Bluthochdruck, um Spätschäden zu vermeiden. Es sollte darauf geachtet werden, das individuell „richtige“ Medikament einzunehmen. Heinz: „Je spezifischer die Behandlung erfolgt, desto weniger Medikamente werden gebraucht. Je weniger Medikamente eingenommen werden müssen, desto geringer ist die Gefahr von Interaktionen.“

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Quellen:

¹ www.roteskreuz.at
² Arzneimittelgesetz Österreich

Linktipps:

– Beipackzettel für Laien meist unverständlich
– Antibabypille – Risiken und Nebenwirkungen der Pille
– Die Hausapotheke: Checkliste für den richtigen Inhalt
– Arzneimittel-Listen, Wirkungen & Nebenwirkungen
– Kindgerechte Arzneimittel

Kave Atefie





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