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Naturmittel gegen Gelsen

Naturmittel gegen Gelsen

Natürliches Gelsenmittel

Katzenminze kann Gelsen nach Beobachtung amerikanischer Chemiker bis zu zehn Mal effektiver vertreiben als viele chemisch hergestellten Insektenschutzmittel. Das Öl Nepetalacton, das der Pflanze ihren charakteristischen Geruch gibt, ist demnach für Mücken deutlich abstoßender als künstliche Mittel mit der Substanz DEET (N,N-Diethyl-m-toluamid).



Über diese Entdeckung der Wissenschafter von der Universität von Iowa berichtete die Gesellschaft Amerikanischer Chemiker (ACS). Die gleiche Forschergruppe hatte vor einigen Jahren beobachtet, dass Katzenminze auch Kakerlaken vertreibt.

In die Flucht gestunken

Getestet haben die Chemiker das abstoßende Öl an den Gelbfieber-Moskitos (Aedes aegypti). Sie gehen aber davon aus, dass Katzenminze auch gegen andere Arten von Steckmücken wirkt. Für die Tests steckten die Wissenschafter jeweils 20 Moskitos in große Glasröhren, die auf einer Seite mit unterschiedlich hohen Nepetalacton-Dosen behandelt waren. Nach zehn Minuten hielten sich nur noch zwischen vier und fünf Mücken auf der Nepetalacton-Seite auf – die anderen waren geflüchtet.

Dabei hatten die Chemiker bereits mit einem Zehntel der Menge Erfolg, die von der künstlichen Variante DEET zum Vertreiben der Mücken nötig war. Darüber hinaus war das chemische Mittel nur etwa halb so erfolgreich: Acht bis neun Moskitos hielten dem DEET-Geruch stand. In anderen Laboruntersuchungen war Nepetalacton sogar bis zu fünf Mal so effektiv. Warum die Insekten gerade den Geruch von Katzenminze verabscheuten, sei noch nicht geklärt, heißt es in der Studie.

Weitere Tipps & Tricks

Die Stiftung Warentest hat im Juni 2004 35 Mücken-Abwehrmittel untersucht. Das Ergebnis stimmt nachdenklich: Nur drei von ihnen bewiesen sich als wirklich nützlich. Mehr als die Hälfte der getesteten 25 Präparate schnitt „mangelhaft“ ab, „sehr gut“ war kein einziges. Getestet wurden 14 Mittel zum Einreiben, sieben Elektroverdampfer, vier Duftöle, zwei Mückenkerzen, ein Mückenverband, ein UV-Lichtgerät, ein Ultraschallgerät sowie fünf Hausmittel. Das beste Ergebnis (Note 2,3) erzielte „Autan Family Milch“ zum Einreiben, deren Wirkstoff Bayrepel drei bis vier Stunden sicher vor Mücken schützt. Kleinkinder oder Säuglinge sollten wegen der chemischen Inhaltsstoffe nicht mit Mückenschutzmitteln in Berührung kommen. Besser: Moskitonetze an Fenstern und Kinderwagen anbringen.

Auf Platz zwei und drei landeten zwei Elektroverdampfer: Der „Baygon Master Mückenschutz“ (Note 2,4) und das „Paral Mücken-Mobil (Note 2,5)“, beide mit dem Wirkstoff Transfluthrin. Allerdings sind die Verdampfer weniger zur Vorbeugung als zur Beseitigung vorhandener Insekten in geschlossenen Zimmern geeignet. Die Geräte werden in die Steckdose gesteckt (an Adapter denken!) und durch Verdampfen verteilen sich die Wirkstoffe im ganzen Raum. Sind alle Insekten abgetötet, gut lüften! Da Elektroverdampfer gesundheitsschädliche Wirkstoffe freisetzen sollten sie eher nur ausnahmsweise eingesetzt werden.

Als am effektivsten und garantiert nebenwirkungsfrei gilt dagegen das gute, alte Fliegengitter. Jedenfalls das Schlafzimmer kann man so frei von Gelsen halten.

Ätherische Öle – wie Zitronendüfte, Sandelholz, Eukalyptus, Minze, Zimt oder Anis – haben zwar eine gewisse Wirkung, allerdings sind sie nicht dazu gedacht, sie unverdünnt auf die Haut zu schmieren. Als Gelsenschutz in Räumen eignen sich am besten Lavendel (bis zu einer Stunde), aber auch Sandelholz, Cajeput oder Eukalyptus (ein paar Tropfen Öl auf Bettwäsche oder Kleidung geben oder 5-20 Tropfen mit Körperöl vermischen und auf die Haut auftragen; bei Stichen – Teebaum, Zitrone oder Basilikum verwenden).

Im Freien helfen bestimmte Pflanzen ein klein wenig, um die Plagegeister etwas abzuschrecken. Die immer beliebter werdende Duftpelargonie (Lillibet) soll laut Hamburger Gartenbauverband mit ihrem Zitrusduft Mücken und Wespen vertreiben. Dabei ist die Balkonpflanze sehr pflegeleicht, robust und mit ihren zartrosa bis burgunderroten Blütenblättern auch optisch eine Bereicherung für jeden Balkon. Kein Wunder, dass sie von den norddeutschen Gärtnern und Fachberatern 2013 zur „Pflanze des Jahres“ gekürt wurde.

Wenn es doch passiert …

Ein altes Hausmittel gegen juckende Mückenstiche ist eine halbierte Zwiebel, auch eine Kartoffel oder eine Scheibe Zitrone, die mit der Schnittstelle auf den Mückenstich gedrückt werden hilft. Ist der Juckreiz gar nicht mehr zu ertragen, hilft ein Eiswürfel oder ein Coolpack. Achten Sie aber darauf, diese nicht direkt auf die Haut zu drücken, da sonst das Hautgewebe erfrieren könnte. Wickeln Sie das Kühlelement stattdessen in ein Geschirrtuch, um die Haut zu schonen.

Zudem rät Abtei.de zur Anwendung von reinem Essig. Nachdem Sie den Mückenstich gekühlt haben, sollten Sie ein wenig davon direkt auf den Stich tupfen. Der Essig lindert den Juckreiz und sein strenger Geruch verflüchtigt sich schnell.

Patienten, die bekanntermaßen allergisch auf Bienen-, Wespen-, oder Hornissenstiche reagieren, sollten ein Notfallset mit sich führen, mit dem der allergische Schock direkt behandelt werden kann. Es gibt einerseits ein Adrenalin-Pumpspray, das inhaliert wird, zum anderen ist ein automatischer Adrenalin-Injektor zur intramuskulären Applikation auf dem Markt. Beide Systeme sollten vom Arzt oder Apotheker erläutert werden, damit im Notfall die richtige Handhabung gewährleistet ist.

Linktipps:

– Vorsicht bei Insektenstichen
– Gelsen & Co. – was hilft wirklich?
– Insektenstiche: Bienen, Wespen und Hornissen
– Gelsenschutzmittel im Test

Kave Atefie





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