Je nach Tiefe der Verletzung schafft es der Körper oft nicht, den Zustand der zahlreichen Hautschichten – Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut – wieder optimal herzustellen.
Wird nur die Oberhaut verletzt, entsteht normalerweise keine Narbe. Erst wenn auch die darunter liegende Lederhaut verletzt ist, kommt es im Wundheilungsprozess zur Bildung einer Narbe.
Es gibt ganz unterschiedliche Formen von Narben, die darauf hin entstehen können. Aknenarben zum Beispiel sind häufig vertiefte Narben, das bedeutet, die Narbe bildet eine Art Grube in der Haut. Diese sogenannten atrophen Narben entstehen dann, wenn die Haut im Heilungsprozess zu wenig Bindegewebe bildet.
Aber auch das Gegenteil ist möglich: unschöne Narben, die dann entstehen, wenn zu viel Bindegewebe gebildet wird. In diesem Fall bilden sich kleinere oder größere Wülste, die auch hypertrophe Narben genannt werden.
Auch Keloide, das Hautniveau überragende, gutartige Tumore, entstehen, wenn sich zu viel Bindegewebe anlegt. Diese Form von Narbe verbreitert sich mit der Zeit, häufig entstehen Keloide nach Verbrennungen. Keloide und hypertrophe Narben bleiben oft über Jahre hinweg gerötet und schmerzhaft.
Sanft und selbst versorgt
Um die Narbenbildung zu verhindern, bedarf es der richtigen Behandlung. Durch möglichst wenig Spannung und Druck auf die Narbe können vor allem hypertrophe Narben und Keloide verhindert werden. Das bedeutet, die Stelle mit der Narbe sollte in den ersten Tagen nicht zu viel bewegt und belastet werden. Besser ist es, die Narbe schon früh mit einer Silikonzubereitung zu behandeln. Silikon deckt die Wunde wasserundurchlässig ab, hält die zu heilende Stelle feucht und beugt der Bildung von Narbengewebe vor. Silikonbasierende Produkte existieren in Form von Folien, Pflastern oder in Gelform. Durch die Anwendung sollte die Narbe, so eine solche dennoch entsteht, flacher werden, eine helle Farbe annehmen und elastisch bleiben. Die Behandlung mit Silikon lindert außerdem den Juckreiz.
Wird ein Narbenpflaster verwendet, sollte dieses für zwölf Stunden auf der verletzten Stelle verbleiben, um seine Wirkung zu entfalten. Besonders im Sonnenlicht sollte man bei frischen Narben jeder Art sehr vorsichtig sein. Zu ausgiebige Sonnenbäder können dafür sorgen, dass die Narbe eine bräunliche Färbung annimmt und sich – besonders bei einem hellen Hautbild – stark abhebt. Deshalb sollte die Narbe vor dem Sonnenbad unbedingt mit einem Pflaster geschützt werden. Auch extremer Kälte sollte eine Narbe nicht ausgesetzt werden. Überdies können eng anliegende Kleidungsstücke an der Narbe reiben und so das empfindliche Gewebe reizen.
Die Narbe täglich kühl abzuwaschen fördert die Durchblutung und sorgt damit für eine bessere Wundheilung. Auch mit einer Zahnbürste oder einer sauberen Handbürste kann die Narbe massiert werden. Das Einreiben der Narbe mit Pfefferminz lindert Schmerzen und verhilft zu einer besseren Durchblutung des Gewebes. Die Sichtbarkeit von Narben kann auch mit einem Peeling vermindert werden. Dabei wird die oberste Hautschicht abgetragen.
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