Di, 22.05.2012
Wien Bedeckt max. 30°C min. 16°C |
* * * ½   4 vote
|
Seite 1 2


Allergie oder Intoleranz?

Hinter den Symptomen einer vermeintlichen Nahrungsmittelallergie können sich auch Nahrungsmittelintoleranzen verbergen, betont Prof. Jarisch. So kann eine Milchunverträglichkeit auf eine Allergie, aber auch auf eine Laktoseintoleranz hinweisen, die es ebenfalls bei Kindern und Jugendlichen gibt. Gleiches gilt für die häufigere Fruktoseintoleranz, bei der typischerweise auch Sorbit nicht vertragen wird. Sorbit ist als Zuckerersatz Bestandteil vieler “light” Getränke.

Auch bestimmte Nahrungsmittelintoleranzen treten oft gemeinsam mit einer Neurodermitis auf. Prof. Jarisch: “Eine Hautrötung rund um den Mund, nach Essen von Ketchup, lässt an eine Histamin Intoleranz denken, die bei 25 Prozent der Kinder mit Neurodermitis gefunden wird.”

Bei Nichterkennen drohen mitunter schwerwiegende Folgen

Die Folgen einer nicht erkannten Allergie können schwerwiegend sein. Manchmal führt sie “nur” zu einer Verschlechterung der Hautsymptome, häufig treten aber auch andere Beschwerden wie Urticaria (Nesselausschlag), Erbrechen oder Durchfall auf. Im schlimmsten und zum Glück seltenen Fall kann eine Nahrungsmittelallergie auch bei einem Kind zum lebensbedrohlichen allergischen Schock führen.

Dr. Huttegger: “Neben der diätologischen Beratung müssen die Eltern und nach Möglichkeit der Patient oder die Patientin auch in der Behandlung eines potentiellen Notfalls geschult werden.” Erfreulicherweise ist das Problem jedoch in vielen Fällen zeitlich begrenzt, denn kindliche Nahrungsmittelallergien vergehen häufig bis zum Eintritt in die Schule. Allergien auf Erdnüsse, Baumnüsse und Fisch bleiben in den meisten Fällen jedoch ein Leben lang bestehen.

Diät als einzige Therapie

Eine ursächliche Behandlung der Nahrungsmittelallergie ist derzeit leider noch nicht möglich. Betroffene müssen daher jene Nahrungsmittel sorgfältigst meiden, auf die sie allergisch reagieren. Wie einfach oder kompliziert das ist, hängt wesentlich davon ab, um welches Allergen es sich im individuellen Fall handelt.

So ist es in Mitteleuropa natürlich deutlich einfacher, den Konsum von Krabben oder Muscheln zu vermeiden als von Weizen oder Milchprodukten. “Es ist ganz wichtig, dass Kinder auch unter einer Eliminationsdiät ausgewogen ernährt werden, damit keine Mangelernährung entsteht”, so Dr. Huttegger.

[red]

Quellen:

¹ www.medical-tribune.de – Medical Tribune / European Respiratory Society

Linktipps:

…. Lebensmittelkennzeichnung: Inhaltsstoffe verstehen
…. Backen ohne Ei und Milch (Nahrungsmittel-Allergien)
…. Nahrungsmittelallergie im Advent
…. Allergien im Kindes- und Jugendalter
…. Lebensmittel für die Kleinsten
…. Neurodermitis bei Kindern
…. Histaminintoleranz
…. Gesund-TV: Fernseh-Tipps zum Thema
…. hier geht’s zum Archiv