Di, 22.05.2012
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Schonende Alternative Terahertz-Scanner?

Terahertz-Strahlen machen Gegenstände einerseits wegen ihrer ausgestrahlten Wärme, andererseits auch wegen ihrer chemischen Zusammensetzung sichtbar. So würde etwa eine am Körper getragene Waffe auf dem Monitor des Scanners sichtbar werden, da sie die Körperstrahlung blockiert und so auf dem Wärmebild einen Schatten wirft. Geräte, die mit Terahertzstrahlung arbeiten gelten als schonende Alternative zu Röntgenscannern, doch auch sie sind unter Experten nicht unumstritten. Denn die Terahertzstrahlung wirkt aufgrund ihrer geringeren Energie zwar nicht ionisierend, weshalb zwar Zellschädigungen, laut Journal Radiation Research nicht aber Veränderungen im Erbgut ausgeschlossen werden können.¹

Bei der aktiven Terahertzmethode scannt ein fokussierter Strahl den Körper und konstruiert aus der Rückstreuung ein Bild. Die sogenannten T-Wellen liegen im Grenzbereich zwischen Infrarotlicht und Mikrowellenstrahlung und sind Teil der natürlichen Wärmestrahlung. Im Vergleich zur Röntgenmethode ist die auf den menschlichen Körper wirkende Energie bei der aktiven Terahertzmethode wesentlich geringer, allerdings wurde der Beweis, dass die Strahlen für den Körper absolut ungefährlich sind, von der Wissenschaft noch nicht erbracht.

“Wir fallen im Terahertzscanner nicht tod um, aber unbedenklich ist die Sache nicht”, sagt der österreichische Umweltmediziner Hutter und verweist auf mögliche Veränderungen, etwa im Immunsystem oder Hormonhaushalt, die auch bereits nach kurzer Bestrahlungsdauer auftreten könnten. Das Problem der wissenschaftlichen Bewertung liege laut Hutter darin, dass noch nicht genug Informationen zu dem Thema vorliegen.

Laut Deutschem Bundesamt für Strahlenschutz scheint allein allein die passive Terahertzmethode wirklich unbedenklich zu sein. Im Gegensatz zu den anderen beiden Methoden wirkt hier nämlich keine Strahlenquelle auf den Körper. Die Methode erfasst lediglich die natürliche Wärmestrahlung des menschlichen Körpers, sodass ein Bild – ohne anatomische Details – erzeugt werden kann. “Hier ist lediglich fraglich, ob die Technologie ausreicht.” so Rolf Michel, der Vorsitzende der Strahlenschutzkommission.

Gerade diese Technologie möchte das Jenaer Institut für Photonische Technologie (IPHT) künftig liefern. Das zum Einsatz kommende Detektionsverfahren verbindet das Know How der Quantenphysik mit modernen photonischen Technologien. Die Terahertz (THz)-Kamera ermöglicht das Aufspüren von Waffen am Menschen und soll zukünftig unter anderem bei Sicherheitskontrollen an Flughäfen zum Einsatz kommen. Im Vergleich zum kontrovers diskutierten “Nacktscanner” stellt die THz-Kamera allerdings keine anatomischen Details dar. Die passiv arbeitende Kamera erfasst in Echtzeit die THz-Strahlung des menschlichen Körpers und erzeugt Bilder in schneller Folge. Projektleiter Torsten May: “Dieser Vorgang erfolgt völlig ohne aktive Bestrahlung, das resultierende Bild liefert keine anatomischen Details, da keine zusätzliche Beleuchtungsquelle verwendet wird. Unter der Kleidung versteckte Objekte wie Handfeuerwaffen oder Keramikmesser hinterlassen jedoch verräterische Schatten auf dem Wärmebild. Damit werden zwei wesentliche Bedenken der öffentlichen Meinung ausgeräumt: die aktive Bestrahlung und der Eindruck einer Nacktaufnahme.”²

Quellen:

¹ Radiation Research – Terahertz Radiation Increases Genomic Instability in Human Lymphocytes
² IPHT – Die Terahertz-Kamera des Jenaer Instituts für Photonische Technologien

[red]

Linktipps:

…. Nacktscanner oder: Der durchleuchtete Clooney (Der Standard)
…. Patientensicherheit & ärztliche Aufklärung
…. Handys als Gesundheitswächter
…. Schweinegrippe: -Impfdebatte voll entbrannt
…. Telemedizin bei Diabetes
…. Umweltmedizin: Infos von A bis Z
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