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Pro und Contra Mikrowellengeräte: nützliche Infos und Tipps

Pro und Contra Mikrowellengeräte: nützliche Infos und Tipps

Mikrowellengerät

Mikrowellen sind elektromagnetische Strahlen, deren gesundheitliche Bedeutung noch ungeklärt ist. Trotzdem: Die Mikrowelle in der Küche ist ungefährlich – wenn man das Gerät richtig handhabt. Ob in Medien oder im Bekanntenkreis, immer wieder stößt man auf Aussagen über mögliche Gesundheitsgefährdungen durch die Mikrowelle. Oft hört man, die Strahlen seien gesundheitsgefährdend oder es treten schädliche Veränderungen des Lebensmittels bei Nutzung der Mikrowelle auf. Wissenschaftlich ist nichts davon bis heute bestätigt worden – Grundbedingung dabei allerdings: das Einhalten gewisser Verhaltensregeln bei der Bedienung.



Nützliche oder gefährliche Haushaltshilfe?

Mikrowellen sind elektromagnetische Wellen, die mit ihrer Energie kleine Teilchen im Lebensmittel (z.B. Wassermoleküle) zum Schwingen bringen. Dadurch wird das Lebensmittel sozusagen von innen heraus erwärmt. Im Mikrowellenherd erzeugt eine Elektronenröhre („Magnetron“) Wellen, die Metallwände des Herds reflektieren sie immer wieder – im Glas des Sichtfensters sind ebenfalls Metallfäden – und sie sammeln sich in den Lebensmitteln. Dort regen sie die Moleküle zum Schwingen an, es entsteht Reibungswärme. Damit die Wellen auch von unten eindringen können, stehen die Speisen auf einer Glas- oder Keramikplatte. Die elektromagnetischen Wellen gelangen dabei tiefer ins Gewebe als Wärmestrahlen und können deshalb das Essen auch schneller erhitzen.

Diese Erwärmung kann jedoch sehr ungleichmäßig sein, wodurch heiße und kalte Stellen entstehen können. Deshalb sollten alle Speisen, vor allem aber Babynahrung, während des Erhitzens und vor dem Verzehr gut durchgerührt werden.

„Die Mikrowelle als solche ist natürlich gesundheitsschädlich, ebenso wie ein Aufenthalt im Kochtopf. Ein fertiges Mikrowellengericht ist es aber ebenso wenig wie ein Braten, der dem Dampfdrucktopf entnommen wurde. Die Mikrowelle schädigt ebenso wie das Kochen eine Reihe von Inhaltsstoffen, von denen ein Teil erwünscht ist, ein anderer Teil aber unerwünscht und zerstört werden sollte.“ so der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer über die Gefahren der Mikrowellenherde.

Natürlich verändern sich die Zellen und Fasern der Lebensmittel, wenn man sie erhitzt. Doch das ist nicht nur in der Mikrowelle der Fall. Besonders schnelles Auftauen kann Zellwände zerstören, auch im Backofen oder im Topf. In der Mikrowelle kann man das sogar eher noch vermeiden, indem man langsam auftaut. Insgesamt ist die Mikrowelle dabei schonender, weil die Wärme ja nicht nur von außen kommt und sich allmählich ins Innere des Garguts vorarbeitet, sondern weil sie gleich innen entsteht.

Risken & Gefahren: Was Sie tatsächlich bei der Verwendung der Mikroweelle bedenken müssen

Es kann durch die ungleichmäßige Erwärmung passieren, dass Lebensmittel nicht gleichmäßig erhitzt werden und dadurch punktuell Krankheitserreger wie z.B. Salmonellen überleben überleben können. Deshalb ist die Mikrowelle aus hygienischer Sicht nicht immer von Vorteil und man sollte frischeihaltige Speisen, Geflügel und Faschiertes (Hackfleisch) sicherheitshalber auf dem Herd oder im Backofen zubereiten.

Der Gehalt an wertvollen Nährstoffen im Lebensmittel ist nach dem Garen in der Mikrowelle nicht geringer als bei den anderen üblichen Garmethoden. Im Gegenteil: wird beispielsweise Gemüse mit wenig Wasserzugabe in der Mikrowelle gegart, ist der Vitaminverlust geringer als beim normalen Kochen auf dem Herd. Ausnahme: Die einzige Gruppe, die die Mikrowelle meiden sollte, sind die Veganer, da die Mikrowelle Vitamin B12 stärker zerstört als die konventionelle Erhitzung.

Die vitaminerhaltende Eigenschaft beim Erwärmen oder Zubereiten von Speisen ist in mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen hinreichend bewiesen worden. Beim herkömmlichen Kochen gehen die Vitamine vor allem dann verloren, wenn das Essen zu lange und zu stark erhitzt wird. Das führt dazu, dass die Vitamine ins Kochwasser abwandern, bei Zubereitung in der Mikrowelle dagegen werden die Vitamine geschont. Die Strahlung, die so genannten Mikrowellen, bringen die Wassermoleküle im Innern der Speisen zum Schwingen und bewirken dadurch in viel kürzerer Zeit eine gleichmäßige Erwärmung. Zum Garen verwendet man übrigens am besten hitzebeständiges Glasgeschirr.

Tipps:

  • Die Lebensmittel muss man immer in der Mitte des Garraums mit einem Abstand von mindestens zwei Zentimetern zu den Wänden platzieren.
  • Kräuter oder Obst kann man in dem Apparat nicht trocknen, weil er sich überhitzen und selbst entzünden kann, wenn er zu lange im Betrieb ist.
  • Tiefkühlgerichte, vor allem fetthaltige, darf man nicht im Karton erwärmen. Bestandteile von Druckfarben könnten sich freisetzen und ins Essen übergehen.
  • Auch Öl, etwa zum Frittieren oder für ein Fondue, sollte man nicht in der Mikrowelle erhitzen. Die angeregten Ölmoleküle erhitzen sich unter Umständen so stark, dass sie sich von selbst entzünden.
  • Gefäße aus Metall eignen sich nicht für die Mikrowelle, weil die Wellen nur durch nicht-leitende Stoffe, wie z. B. Glas hindurchkommen.

Gefahr: Leckstrahlung

Jene Strahlung, die beim Betrieb des Geräts über die Abschirmung hinaus nach außen dringt nennt man die sogenannte „Leckstrahlung“. Die Angst vieler, die aus den Geräten austretende „Leckstrahlung“ sei gesundheitsgefährdend, ist unbegründet. Großangelegte Studien in den letzten 2 Jahrzehnten zeigten, dass alle getesteten Geräte die zulässigen Höchstwerte noch weit unterschritten. Wichtig ist allerdings, dass die Dichtung funktioniert. Daher: Dichtungen immer nur mit einem weichen Lappen oder ganz mildem Putzmittel reinigen, das sie nicht angreift.

Die Verbraucherzentrale in Hamburg empfiehlt trotzdem, vorsichtshalber einen Meter Abstand zum Gerät zu halten. Skeptiker befürchten nämlich, dass die angegebenen Richtwerte sich nur auf den Körper im Allgemeinen beziehen, nicht aber auf die einzelnen Körperteile, wie etwa die Augen. Kinder z. B. sollten nicht direkt vor dem Glasfenster stehen und dem Essen beim Garen zuschauen. Aufpassen müssen auch Herzschrittmacher-Patienten: Das Magnetfeld des zur Stromversorgung notwendigen Transformators könnte an besonders empfindlichen Herzschrittmachern in unmittelbarer Nähe der Geräte (30 Zentimeter) zu Störungen führen.

Auf Nummer sicher gehen

  • Ist das Gerät durch einen heftigen Stoß oder Sturz beschädigt, sollten Sie es vorsichtshalber überprüfen lassen – am besten vom Fachpersonal, das auch für Reparaturen zuständig ist.
  • Wenn das Essen gar ist, muss man nichts mehr befürchten: Sobald man die Türe öffnet, schalten sich mehrere Sperren ein.
  • Besondere Aufmerksamkeit gebührt der Erhitzung von Babynahrung in der Mikrowelle. Hier ist es besonders wichtig zu prüfen, ob sie gleichmäßig warm und nicht zu heiß ist. Am besten lässt man die Gerichte nach dem Erhitzen auch ein paar Minuten ruhen. Jedenfalls vorkosten.
  • Die Mikrowelle schneidet im Stromverbrauch nicht generell besser ab. Das Garen von Lebensmitteln geht zwar schneller, verbraucht aber auch mehr Strom. Nur wenn man Flüssigkeiten erhitzen will, verbraucht sie im Vergleich zum Elektroherd weniger Energie.
  • Sehr unwahrscheinlich ist es, dass in der Mikrowelle erhitzte Flüssigkeiten beim Öffnen der Tür plötzlich sprudelnd zu kochen anfangen. Dennoch empfehlen viele Hersteller, immer einen Glasstab in das Glas oder die Tasse zu stellen. Das verhindert diesen als Siedeverzug bekannten Effekt zuverlässig.

Vor dem Kauf sollte man sich genau überlegen, was am zweckmäßigsten ist: Ein Gerät nur mit Mikrowellenfunktion oder kombiniert mit Umluft, Grill oder Ober-/Unterhitze. Singles, die vor allem Fertiggerichte aufwärmen, und Familien, in denen alle zu unterschiedlichen Zeiten essen, sind mit einer reinen Mikrowelle gut bedient. Das Fassungsvermögen der meisten Geräte liegt zwischen 11 und 32 Liter, auch der Durchmesser des Drehtellers sollte unbedingt beachtet werden. Was die Geschmack und die Qualität von Speisen betrifft, läßt sich vom hedonistischen Standpunkt klar festhalten, dass das Kochen und die Zubereitung von frischen Speisen jedenfalls auf herkömmliche Art erfolgen sollte, als Auftauhilfen und zum raschen Erwärmen von Fertigprodukten oder Flüssigkeiten, gehen Mikrowellenherde als praktische Helfer aber durch.

Linktipps:

– Die gängigsten Ernährungsirrtümer
– Bestrahlung von Lebensmitteln
– Ernährungscorner: Vitaminratgeber
– Ernährungscorner: Infos von A bis Z