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Blutvergiftung, Sepsis | Medizinlexikon

Blutvergiftung, Sepsis | Medizinlexikon

Blutvergiftung, Sepsis

sepsis – griechisch für: Fäulnis

Die Sepsis ist weitläufig auch als „Blutvergiftung“ bekannt. Es handelt sich hiebei um eine außer Kontrolle geratende Infektion. Eine genaue Definition nach Arten ist ob der komplexen Vorgänge bei einer Sepsis kaum möglich – es wird jedoch aktuell in 4 Gruppen unterschieden: 1. SIRS, 2. Sepsis, 3. Schwere Sepsis, 4. septischer Schock.



Medizinlexikon: Sepsis (Blutvergiftung) – Artikelübersicht:

Die Blutvergiftung ist eine sehr schwere Erkrankung: 30 bis 50 % der daran erkrankten Personen sterben trotz bestmöglicher Therapie. Je früher man mit einer Therapie beginnt, desto höher sind die Überlebenschancen. Die Häufigkeit der Diagnose Sepsis liegt derzeit bei ca. 300 pro 100.000 Personen, Männer sind etwas häufiger davon betroffen.

Von der Infektion zur Sepsis

Prinzipiell kann jede Infektion zu einer Sepsis führen – allerdings kommt es bei den meisten Infektionen tatsächlich nur ganz selten zu einer Blutvergiftung. Gefährdet sind eher ältere Menschen bzw. Personen, welche ein schwachses Immunsystem aufweisen.

Achtung: Sehr häufig verbreitet ist die Ansicht, dass es sich bei einem roten Strich, welcher sich von einer Verletzung/Wunde in Richtung Herz ausweitet/begibt um eine Sepsis (Blutvergiftung) handelt. Dies ist jedoch zumeist eine sog. „lokale Lymphangitis“ (Entzündung der Lymphbahnen), welche sich jedoch bei Weiterverbreitung über den Blutkreislauf zur Sepsis entwickeln kann. Panik ist also bei einer Lymphangitis keinesfalls angebracht – jedoch sollte trotzdem umgehend ein Arzt oder Spital aufgesucht werden, um eine rasche Weiterbehandlung zu gewährleisten.

Auftreten:

Erreger einer Blutvergiftung können unterschiedlich auftreten: Eintritt über eine offene Wunde, über Schleimhäute, via Keime (z.B. im Krankenhaus) etc. So es das Immunsystem nicht schafft, die Infektionsquelle rechtzeitig zu neutralisieren, breitet sich die zuerst örtlich begrenzte Infektion sich über den ganzen Körper aus. Via Blutbahn kommt es zu einer Kettenreaktion, welche häufig als Erwärmung der betroffenen Stelle wahrgenommen wird. Oft kommen Symptome wie Schmerzen, Fieber, Schwellungen, Rötungen uä. dazu.
Aufgrund der folgenden Verteilung der Erreger im ganzen Körper ist das Immunsystem dann überlastet.

Sehr häufig wird auch der Begriff „septischer Schock“ genannt. Dabei handelt es sich um ein fortgeschrittenes Stadium einer Sepsis. Der Blutdruck fällt dramatisch, die Herzfrequenz nimmt rasant zu, Organe versagen aufgrund mangelnder Versorgung und im Extremfall bricht der Kreislauf zusammen.

Symptome:

Anfangs können die Symptome einer Blutvergiftung eher schwach und harmos ausfallen: Halsschmerzen, Fieber, höhere Atemfrequenz. Daher ist es auch sehr schwer (da ja bei diesen Symptomen kaum jemand an eine Sepsis denkt und sofort ins Krankenhaus fährt), eine Sepsis im Anfangsstadium zu erkennen.

Diagnose:

Eine gesicherte Diagnose einer Blutvergiftung ist via Blutuntersuchung oder Trachealabstrich (Trachea=Luftröhre) möglich. Bei Verdacht einer Sepsis gilt es nun rasch die Quelle zu lokalisieren (bzw. folglich zu neutralisieren).

Gesicherte Therapieformen

– Beseitigung des Erregers (wenn lokalisiert)
– Antibiotika
– Volumentherapie (Blutdruck stabilisieren)
– Hämoglobin-Konzentration optimieren
– Insulintherapie
– Lungenprojektion

Linktipps:

– Blutspende | Medizinlexikon
– Blutgerinnung | Medizinlexikon
– Waschmaschine gegen Blutvergiftung – ORF ON Science

Zur Information: Diese Informationen wurden – im Sinne mündiger Patienten – für interessierte Laien eingerichtet. Keinesfalls dürfen sie als Ersatz für medizinsche Beratung und Hilfe seitens qualifizierten Personals aus dem jeweiligen Fachbereich angesehen oder eingesetzt werden. Kontaktieren Sie bei Beschwerden jedenfalls den Arzt Ihres Vertrauens!