Do, 17.04.2014
Medizinlexikon: Reizdarm 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 4,00 von 5 Sterne, basierend auf 1 abgegebenen Stimmen.
|
Medizinlexikon: Reizdarm

Medizinlexikon: Reizdarm

Reizdarm

oder auch: irritables Colon, nervöser Darm, Colon irritable, Reizkolon, Kolonneurose, spastisches Kolon

Das Reizkolon ist eine häufig auftretende funktionelle Darmerkrankung mit sehr vielseitigen/unterschiedlichen Beschwerden im Mittel- und Unterbauch. Dabei kann der gesamte Verdauungstrakt betroffen sein. Ca. 20 % der heimischen Bevölkerung leiden irgendwann in ihrem Leben an einem Reizdarmsyndrom – Frauen häufiger als Männer.



Symptome

Durchfall, Bauchkrämpfe, unterschiedliche Stuhlgewohnheiten oder Stuhlformen, Blähungen, Völlegefühl, Übelkeit, Gereiztsein, Flatulenz, Schleimabgang beim Stuhl u. a.

Ursachen

Die Entstehung des Reizdarmsyndroms ist noch nicht gänzlich erforscht. Bisher bekannte bzw. vermutete Ursachen sind:

  • Veränderung der Beweglichkeit
  • psychischer Stress (häufig)
  • schlechte Ernährung
  • Infektionen im Magen-Darm-Bereich (oft auch nach Verwendung von Antibiotika)
  • niedrige Schmerzschwelle im Magen-Darm-Bereich
  • sexueller Missbrauch im Kindesalter
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit (relativ neue Annahme)

Diagnose

Um ein Reizdarmsyndrom zu diagnostizieren, sind vorher einige Untersuchungen notwendig. Laborbefund, ein Stuhltest, Ultraschall, Magenspiegelung, Darmspiegelung und andere gehören wohl leider dazu. Vor einer Diagnose sollte auch ein intensives Gespräch mit dem Hausarzt erfolgen, um andere (bedrohlichere) Krankheiten definitiv auszuschließen.

Behandlung

Das Reizdarmsyndrom ist keine tödliche oder bedrohliche Krankheit. Es ist jedenfalls unangenehm, störend und psychisch sehr belastend, da vor der Diagnose “Reizdarm” oft andere Erkrankungen, wie z. B. Darmkrebs, befürchtet werden. Das Reizdarmsyndrom sollte also unbedingt behandelt werden (was aber viele Menschen nicht machen und so chronisch am Reizdarm leiden). Folgende Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Diätberatung
  • stuhlerweichende Medikamente
  • alternativmedizinische Methoden wie z. B. Akupunktur
  • Bewegung machen, Sport betreiben
  • genaue Beobachtung der eventuellen Auslöser (Stress, schlechte Ernährung, einseitige Ernährung, zu geringe Flüssigkeitsaufnahme) und in Folge auch entsprechende Reaktion auf die Auslöser (Entspannung, Psychotherapie, Yoga, Ernährungsumstellung etc.)
  • psychologische Beratung
  • etc.

Linktipps:

- Blähungen
- Papaya gegen Reizdarmsyndrom?
- EHEC-Darmkeim: Mutation gibt Medizinern Rätsel auf
- Medizinlexikon Irrigoskopie
- Initiative Gesunder Darm
- Backen ohne Ei und Milch (Nahrungsmittel-Allergien)

Zur Information: Diese Informationen wurden – im Sinne mündiger Patienten – für interessierte Laien eingerichtet. Keinesfalls dürfen sie als Ersatz für medizinsche Beratung und Hilfe seitens qualifizierten Personals aus dem jeweiligen Fachbereich angesehen oder eingesetzt werden. Kontaktieren Sie bei Beschwerden jedenfalls den Arzt Ihres Vertrauens!