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Malignes Melanom | schwarzer Hautkrebs

Malignes Melanom | schwarzer Hautkrebs

Malignes Melanom | schwarzer Hautkrebs

Das maligne Melanom, auch als schwarzer Hautkrebs bekannt, ist ein bösartiger Tumor der Pigmentzellen und zählt zu den Gefährlichsten der häufig auftretenden Hauttumore. Er entsteht durch die Umwandlung von pigmentbildenden Zellen der Haut zu bösartigen Zellen, hervorgerufen meist durch Schäden, die durch Sonnenlicht verursacht werden. UV-Strahlung gilt damit als die wichtigste umweltbedingte Melanomursache.




Malignes Melanom oder schwarzer Hautkrebs

Das Risiko an schwarzem Hautkrebs zu erkranken kann in Regionen, die von einer starken Sonneneinstrahlung betroffen sind (zum Beispiel in Australien) bis zu 1:50 betragen. Hinsichtlich der Risikoverteilung zählen hellhäutige Menschen und Menschen, die sich häufig Sonnenbestrahlung aussetzen oder auch öfters – insbesondere in der Kindheit – Sonnenbrände hatten, sowie Menschen, die zahlreiche Muttermale aufweisen zu den gefährdetsten Personen um ein Melanom zu entwickeln. In Europa gilt derzeit für die hellhäutige Bevölkerung ein Lebenszeitrisiko (die Wahrscheinlichkeit, im Laufe einer üblichen Lebensspanne an schwarzem Hautkrebs zu erkranken) von etwas mehr als ein Prozent.

Die Zahlen von Patienten, die mit malignen Melanomen diagnostiziert werden sind in den letzten drei Jahren weltweit gestiegen. Eine große Problematik hierbei ist, dass Erkrankte lange keine Beschwerden wahrnehmen und daher keine ärztliche Behandlung durchführen lassen.

Wir haben mit Univ. Prof. Dr. Andreas Steiner, Vorstand der Dermatologischen Abteilung im Krankenhaus Hietzing, darüber gesprochen, wie maligne Melanome diagnostiziert und behandelt werden können.

Malignes Melanom – Interview mit Univ. Prof. Dr. Andreas Steiner

 

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Dr. Steiner: 20-25 Prozent aller Patienten mit Melanomen sterben immer noch an ebendiesen. Das ist wesentlich zu viel. Das Melanom ist jene Art von Hautkrebs, die den stärksten Anstieg von Neuerkrankungen pro Jahr aufweist.

Anmerkung: Der größte Risikofaktor ist die Sonne. Noch immer unterschätzen Sonnenhungrige die Gefahren, die von den wärmenden Sonnenstrahlen ausgehen und vergessen ihre Schattenseiten. Nicht so die Haut. Jegliche Sonnenbrände, besonders die in der Kindheit, sind in den Zellen gespeichert und erhöhten das Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Aber was macht das Sonnenlicht so gefährlich? Die langwelligen UVA-Strahlen dringen tief in die Haut ein, schädigen sie unbemerkt und zeigen sich später als vorzeitige Hautalterung. Die kurzwelligen UVB-Strahlen hingegen beschießen die oberste Hautschicht. Wo spezielle Zellen (die Melanozyten) den Farbstoff produzieren, der für Bräune sorgt. Bei zu viel Sonne kapituliert der Eigenschutz der Haut und sie verbrennt. Die Folgen: Hautschäden, aus denen sich die gefährlichste Form des Hautkrebses entwickeln kann. Das bösartige Melanom. Es entsteht unbemerkt. Ausgehend von Pigmentzellen der Oberhaut, breitet es sich in die tieferen Hautschichten aus und wirkt dann oftmals tödlich.

Dr. Steiner: Wenn es sich um eine gutartige Vermehrung von Melanozyten handelt, äußert sich diese als Muttermal. Eine bösartige Vermehrung führt zu einem Melanom. Dieses ist deshalb gefährlich, weil es dabei bereits früh zu einer Metastasierung kommen kann. Diagnostiziert man Melanome frühzeitig und in noch kleiner Form, können Patienten durch einfache Operationen geheilt werden. Wenn das Melanom fortgeschrittener ist, ist die Behandlung schon komplizierter.

Anmerkung: Im dermatologischen Operationssaal des Krankenhauses Hietzing werden häufig bösartige Muttermale entfernt. Es handelt sich um fünfzehnminütige Eingriffe mit örtlicher Betäubung. Hautschnitte sind hierbei tief. Das entfernte Gewebe kommt anschließend zur histologischen Befundung. Erst dann kann man die Aggressivität des Melanoms anhand der Tumordicke genau beurteilen und die weitere Prognose für den Patienten einschätzen. Hier gilt: Je früher ein Melanom entdeckt und entfernt werden kann, desto höher die Überlebenschancen.

Dr. Steiner: Es gibt zwei Methoden der Früherkennung: Erstens, die klinische Untersuchung. Hierbei gibt es die sogenannte ABCD-Regel. A steht für Asymmetrie, B für Begrenzung, C für Farbe („Colour“, Anm. d. Verf.) und D für den Durchmesser. Wenn eines dieser Kriterien auffällig ist, muss man das Muttermal entfernen oder nachkontrollieren. Die zweite Methode ist die sogenannte Auflichtmikroskopie. Dabei wird die Haut mit speziellem Licht und mit einer Lupe betrachtet und die pigmentierten Strukturen in der Haut werden besser dargestellt. Somit kann man eine exakte Diagnose stellen.

Anmerkung: Ist die Diagnose „Melanom“ gestellt und haben sich sogar Metastasen im Körper ausgebreitet, ist die Behandlung nach der operativen Entfernung des betroffenen Gewebes ein dramatischer Rettungsversuch, der oft nicht gelingt. Eine große Hoffnung der Ärzte und Patienten ist die Immunbehandlung. Sie brachte in letzter Zeit beachtliche Erfolge.

Dr. Steiner: Bei der Immuntherapie beim Melanom wird das Immunsystem aktiviert und falls Tumorzellen im Körper zurückgeblieben sind, hofft man, dass das aktivierte Immunsystem diese zerstört.

Anmerkung: Der größte Schutz gegen alle Hautkrebsformen wäre die Vermeidung von zu intensiver Sonnenbestrahlung. Wichtig ist, die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Dermatologen. Sollte man Hautveränderungen feststellen, besonders wenn sich die Form, Größe oder Farbe von Muttermalen verändert, sollte man sofort einen Hautarzt aufsuchen.

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¹ Was ist ein malignes Melanom (melanom.de)
² Schwarzer Hautkrebs (Krebsgesellschaft.de)
Fotocredit: Anatomy & Physiology, Connexions Web site.

Linktipps:

Muttermal (Melanom) | Krankheitslexikon
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