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Löwenzahn| Heilpflanzenlexikon

Löwenzahn| Heilpflanzenlexikon

Löwenzahn

Die heilende Wirkung des Löwenzahns schätzten bereits arabische Ärzte im 11.Jahrhundert. Bereits früh war seine harntreibende Wirkung bekannt, woher sich auch der Volksname Bettpisser ableiten lässt. Lediglich Gartenfreunde sehen ihn nur als lästiges Unkraut.



Der Löwenzahn ist eine ausdauernde Pflanze, erreicht Wuchshöhen von 30 cm und seine Wurzel kann bis zu 2 m lang werden. Charakteristisch ist sein Samenstand aus kugelförmig angeordneten Samen, die sich durch Luftbewegungen leicht von der Pflanze trennen und über weite Strecken davongetragen werden können. Er trägt daher im Volksmund auch den Namen Pusteblume und gehört bei uns wohl zu den bekanntesten Pflanzen.

Der Löwenzahn blüht bereits im April, ist eine wichtige Bienenweide, dient im Frühjahr der Entwicklung der Bienenvölker und ermöglicht bei größeren Vorkommen eine Frühtracht-Honigernte, wobei ein Bienenvolk für 1 kg Honig über 100.000 Löwenzahnblüten besuchen muss. Echter Löwenzahnhonig ist eine Allgäuer Spezialität. Der Nektar stammt überwiegend vom Löwenzahn.

Unter der Bezeichnung „Löwenzahnhonig“ wird gelegentlich auch eine Art Zuckersirup angeboten. Hier werden die Löwenzahnblüten mit Wasser gekocht, reichlich Zucker hinzugegeben und der Sirup durch weiteres Kochen langsam eingedickt.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Taraxacum officinale
  • Familie: Korbblütler = Asteraceae
  • Wuchshöhe: bis zu 30 cm
  • Farbe der Blüten: Gelb
  • Sammelzeit: Blätter und Blüten: Frühling; Wurzel: Frühling oder Frühherbst
  • Vorkommen: nördliche Halbkugel
  • Standorte: Sonnig bis absonnig, in neutralen bis alkalischen, mäßig trockenen bis feuchten Böden
  • verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Wurzel

Synonyme

Augenmilch, Ackerzichorie, Augenwurz, Bärenzahnkraut, Bayrischer Enzian, Beddschìssa, Bettnässer, Bettpisser, Bettsäächer, Bettseecher, Bettseicher, Blindblume, Brummer, Butterblume, Butterstecker,Echter Löwenzahn, Eierbusch, Eierkraut, Feldblume, Franzosensalat, Gebräuchliche Kuhblume, Gelbe Wegwarte, Gemeine Kuhblume, Gemeiner Löwenzahn, Hahnenspeck, Hundsblume, Judenblume, Jungeblume, Kettenblume, Kettepösch, Knabenblume, Krötenblume, Kuhblume, Kuhbuschen, Kuhlattich, Kuhscheiß, Laterne, Laternenblume, Lichtbloom, Maiblume, Marienzahn, Märzblume, Märzenblume, Melkdistel, Milchblume, Milchdistel, Milchstöck, Mistfinke, Mönchskopf, Mühlenbuschen, Pappenstiel, Pfaffendistel, Pfaffenkopf, Pfaffenplatte, Pfaffenröhrlein, Pferdeblum, Pferdeblume, Pisser, Pusteblum, Pusteblume, Ringelblume, Ringelstock, Röhrlkraut, Saublume, Saurüssel, Schäfchenblume, Scheerkraut, Schmalzblume, Schweineblume, Seicherwurzel, Seichkraut, Sommerdorn, Sonnenwurzel, Teufelsblume, Wiesenlattich, Wiesen-Löwenzahn, Wihenschwanz, wilde Zichori

Der Löwenzahn trägt geschätzte 500 deutschsprachige Volksnamen!

Wirksame Inhaltsstoffe

Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone, Taraxin), Carotinioide, Cholin, Flavonoide, Glykoside, Inulin, Kumarine, Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Kalium, Phosphor), Phenolkarbonsäure, Sterole, Triterpene, Vitamine (A, B, C, D)

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Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Die wichtigsten Wirkstoffe des Löwenzahns sind die Bitterstoffe. Sie regen den Kreislauf an und fördern die Verdauung. Bedeutend ist auch seine harntreibende Wirkung.
Heilwirksame Fähigkeiten und Anwendungsgebiete sind:

  • Abführend
  • Altersbeschwerden
  • Appetitlosigkeit
  • Arthritis
  • Blähungen
  • Blutreinigend
  • Diabetes
  • Entschlackung
  • Entwässernd
  • Erkältungen vorbeugend
  • Gelbsucht
  • Gicht
  • Haarschuppen
  • Harntreibend
  • Hauterkrankungen
  • Krampfadern
  • Leber- und Gallenerkrankungen
  • Löst Stauungen der Leber
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Nierensteine
  • Ödeme
  • Regt die Gallensekretion an
  • Regt den Stoffwechsel an
  • Rheuma
  • Stärkung des Zahnschmelzes
  • Verdauungsbeschwerden
  • Völlegefühl
  • Warzen
  • Wassersucht

 

Dosierung und Anwendung

Der Löwenzahn kann sowohl innerlich in Form von Tees oder Tinkturen, als auch äußerlich mittels Umschläge genutzt werden.

Tinktur:
Hierfür 20 g Wurzeln mit 150 ml Weingeist ansetzen, dies nach 10 Tagen abseihen. Täglich vor den Mahlzeiten 15 Tropfen mit Wasser einnehmen.

Tee:

Hierfür 2 TL Blätter mit ¼ Liter kaltem Wasser übergießen, kurz aufkochen, nach 10 Minuten abseihen. Täglich mehrere Tassen trinken.

Umschläge:

Hierfür 3 EL frische Wurzeln zerkleinern, diese in ein mit heißem Wasser getränktes Leinen- oder Baumwolltuch einwickeln. Das Tuch auf den schmerzenden Stellen fixieren.

Gesichtswasser:

Für die Hautpflege 1 Handvoll frische Blüten in ½ Liter Wasser 15 Minuten sieden, dann abkühlen lassen bis es lauwarm ist, absieben und die Flüssigkeit auf dem Gesicht auftragen, antrocknen lassen und danach mit warmen Wasser abwaschen.

Auch frischer Löwenzahnsalat wirkt entschlackend und konzentrationsfördernd.

 

Warnhinweise

  • Vorsicht bei Kindern! Der milchige Saft im Stängel der Pflanze wirkt schleimhautreizend.
  • Der Milchsaft kann auch Auslöser von Allergien sein.
  • Bei empfindlichen Personen können, durch die Förderung der Magen- und Gallensekretion, Magenbeschwerden eintreten.
  • Nicht anwenden bei Verschluss der Gallenwege, bei Gallenblasenentzündungen oder bei Darmverschluss, aufgrund einer möglichen Auslösung von Koliken.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

Linktipps:

– Gesunder Löwenzahn
– Wildpflanzen und Blüten – Gesund durch Bitterstoffe
– Leber entgiften
– Vorsicht im Umgang mit Heilpflanzen