Lavendel | Heilpflanzenlexikon 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 5,00 von 5 Sterne, basierend auf 2 abgegebenen Stimmen.
Lavendel | Heilpflanzenlexikon

Lavendel | Heilpflanzenlexikon

Lavendel, Echter Lavendel, Hausmittel

Aufgrund seines Duftes und seiner beruhigenden Wirkung wurde der Lavendel bereits im alten Rom als Badezusatz verwendet. Vermutlich erhielt er auch seinen Namen vom lateinischen Wort „lavare“, das „waschen“ bedeutet. Hildegard von Bingen empfahl den Lavendel gegen Lungenbeschwerden. In der Naturheilkunde wird er gerne Teemischungen mit beruhigender Wirkung beigesetzt.



Große Bedeutung hat das aus dem Lavendel gewonnene Öl. Es dient in der Naturheilkunde beispielsweise bei Atemwegserkrankungen, bei Hautproblemen oder bei Insektenstichen. Lavendelöl hat außerdem eine schlaffördernde Wirkung. Ein paar Tropfen Lavendelöl aufs Kopfkissen geträufelt, wirkt beruhigend und kann zu besserem Schlaf verhelfen.

Das Lavendelöl ist auch in der Parfumindustrie von Bedeutung, wobei hier oft das Öl des Lavandins genutzt wird. Der Lavandin ist eine natürliche Hybride (Kreuzung) von Echtem Lavendel und Speik-Lavendel.

Auch in der Küche, vor allem in Frankreich, Italien oder in Spanien findet der Lavendel Verwendung. Als Gewürz ist er zum Beispiel oft Bestandteil der französischen Kräutermischung Herbes de Provence (Kräuter der Provence).

Die Fachjury des Theophrastus-Naturheilvereins in Deutschland wählte den Echten Lavendel zur Heilpflanze des Jahres 2008.

Der (Echte) Lavendel ist ein bis zu 1 Meter (selten bis 2 Meter) hoch wachsender Halbstrauch. Seine Zweige sind aufsteigend, aufrecht und stark verzweigt mit länglichen Blättern. Die Blüten sind violett und in Scheinquirlen angeordnet. Der Lavendel besitzt einen charakteristischen, aromatischen Duft.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Lavendula officinalis
  • Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 2 m
  • Farbe der Blüten: Violett
  • Sammelzeit: Juli – August
  • Vorkommen: ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, heute nahezu weltweit kultiviert
  • Standorte: sonnige, trockene Standorte auf kalkhaltigen, nährstoffreichen Böden
  • verwendete Pflanzenteile: Blüten

Synonyme

Balsam, Fanda, Flander, Hirnkraut, Kleiner Speik, Lavandel, Lavander, Lavendelkraut, Narden, Nervenkraut, Nervenkräutel, Nervenkräutlein, Römischer Thymian, Schwindelkraut, Speik, Spicke, Spiket, Zitterblümchen, Zöpfli

Wirksame Inhaltsstoffe

ätherische Öle und deren Bestandteile (Linalool, Kampfer, Cineol), Cumarine, Ester, Flavonoide, Gerbstoffe, Glykoside (Saponin), Ketone, Linalylacetat, Monoterpene, Oxide, Sesquiterpene

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Der Lavendel wirkt antibakteriell, antiseptisch, beruhigend, gallentreibend, harntreibend, krampflösend und regt die Durchblutung an. Er wird auf folgenden Gebieten eingesetzt:

  • Asthma
  • Augenbeschwerden
  • Blähungen
  • Bluthochdruck
  • Darmbeschwerden
  • Durchfall
  • entzündete Wunden
  • Erbrechen
  • Erschöpfungszustände
  • Erysipel (Rotlauf)
  • gereizte Nasenschleimhäute
  • Gicht
  • Gliederschmerzen
  • Gürtelrose
  • Herzbeschwerden
  • Husten
  • Hysterie
  • Ischias
  • Kopfschmerzen
  • Kreislaufbeschwerden
  • Lähmungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Migräne
  • Nervenschmerzen
  • Nervenschwäche
  • Nervosität
  • Neuralgien
  • Ohrenbeschwerden
  • Rheuma
  • Schlafstörungen
  • Schlaganfall
  • Schuppenflechte
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Verdauungsbeschwerden
  • Verstauchungen
  • Wasseransammlungen
  • Zahnschmerzen


Dosierung und Anwendung

Der Lavendel kann zur Herstellung von Tees und Badezusätzen genutzt werden.

Tee:
2 TL Lavendelblüten mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen. Davon vor dem Schlafengehen 1 Tasse schluckweise trinken.

Badezusatz:
80 g Lavendelblüten mit 1 Liter Wasser kurz aufkochen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Das abgeseihte Wasser dem Badewasser zugeben.

Warnhinweise

  • Eine Überdosierung kann Magen- und Darmreizungen auslösen.
  • Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Lavendel.
  • Lavendelöl kann zu Schläfrigkeit führen und somit die Konzentration beeinträchtigen.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

Linktipps:

- Lavendel – der Alleskönner
- Rezept: Lavendelkuchen
- Zypresse als Heilpflanze gegen Gicht