1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (6 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 Sterne von 5)
Künstliche Befruchtung & Schwangerschaft

Künstliche Befruchtung & Schwangerschaft

Künstliche Befruchtung - Sexualität und Partnerschaft

Immer mehr Paare leiden unter ungewollter Kinderlosigkeit. Künstliche Befruchtung wird angewandt, um Paaren, die seit längerer Zeit erfolglos versuchen, schwanger zu werden, zu Nachwuchs zu verhelfen. Die künstliche Befruchtung ist eine von mehreren Varianten, mit ärztlicher Unterstützung schwanger zu werden. Vor der Entscheidung, ob eine künstliche Befruchtung überhaupt möglich ist, muss allerdings geklärt werden, ob die Frau reife Eizellen und der Mann befruchtungsfähiges Sperma erzeugen können.



10 Gründe für eine gesunde Schwangerschaft

1) Beide Elternteile sollten spätestens jetzt mit dem Rauchen aufhören. Rauchen (auch passives Rauchen) führt zu einer Unterwicklung des Kindes im Mutterleib und zu einer Erhöhung der Fehl- und Totgeburten.

2) Trinken Sie keinen Alkohol. Auch in geringen Mengen genossen, stört Alkohol die Entwicklung des Fetus.

3) Benutzen Sie kein Deospray oder Raumspray. Wissenschaftler der britischen Universität Bristol stellten fest, das der häufige Gebrauch von Deo- oder Raumspray giftig ist. Die Frauen können mit Kopfschmerzen und Depressionen auf diese Sprays reagieren.

4) Gehen Sie regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen. Viele Probleme während der Schwangerschaft sind zu lösen, wenn sie rechtzeitig erkannt werden.

5) Ernähren Sie sich gesund. Trinken Sie nicht mehr als drei Tassen Kaffee täglich. Von der Ernährungsweise der werdenden Mutter hängt es wesentlich ab, wie sich die Schwangerschaft entwickelt. Mehr als drei Tassen Kaffee oder schwarzer Tee am Tag erhöhen das Risiko einer Fehl-, Früh- oder Totgeburt.

6) Nehmen Sie grundsätzlich keine Medikamente ein. Falls Sie wegen chronischer Erkrankungen Medizin benötigen, sprechen Sie mit Ihrer ärztin. Sie kann Ihnen sagen, welche Substanzen dem Fetus nicht schädlich sind.

7) Der schwangere Organismus braucht 0,3 bis 0,8 mg Folsäure (Vitamin aus der B-Reihe) am Tag. Ein Mangel an Folsäure erhöht die Gefahr von Mißbildungen und Fehlgeburten.

8) Informieren Sie sich über die verschiedenen Entbindungsmöglichkeiten. Je mehr Sie über die Entbindung wissen, desto weniger Angst haben Sie vor der Geburt, können besser mit den Wehenschmerzen umgehen und benötigen weniger Schmerzmedikamente.

9) Essen Sie während der Schwangerschaft keine Erdnussprodukte. Das „Committee on Toxity of Chemicals in Food“ der britischen Regierung empfiehlt Schwangeren den Verzicht auf Erdnüsse oder Erdnussprodukte. über Nabelschnurblut oder Muttermilch könnten mütterliche Antigene gegen Allergene der Bohnenpflanze in den Körper der Kinder gelangen und so bei ihnen schon sehr früh Allergien hervorrufen. Allergische Reaktionen konnten nach Angaben der Experten schon bei Feten ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel nachgewiesen werden das hätten Untersuchungen nach Abtreibungen ergeben.

10) Bewegen Sie sich ausreichend. Bewegung und moderater Sport, besonders an der frischen Luft, tut Ihrem Kreislauf gut und fördert die Blutzirkulation in den Beinen.

Künstliche Befruchtung

Paaren, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, kann heutzutage die medizinische Wissenschaft immer häufiger helfen. Die Techniken der assistierten Reproduktion – so nennt man die künstliche Befruchtung – werden ständig weiterentwickelt.

Neue Techniken

Die Technik der assistierten Reproduktion macht es möglich, dass heute sogar Paare Kinder bekommen können, die weder die weibliche noch die männliche Keimzelle zur Befruchtung selbst beisteuern können. Eizellen und Samenzellen sind mittlerweile käuflich zu erwerben und auf Jahre hinaus konservierbar. Diese Keimzellen können im Reagenzglas (bzw. in der Petrischale) befruchtet und in eigene oder geliehene Körper zum Austragen einer Schwangerschaft eingepflanzt werden.

Wunschkinder nach Maß

Mit neuen Zukunftstechnologien lassen sich sowohl Geschlecht als auch Erbanlagen des Babys bestimmen. Der Weg zum „perfekten Kind“ ist gebahnt. Auf die Erfindung der Antibabypille, die den Paaren in den siebziger Jahren Sex ohne Fortpflanzung verschaffte, ist kurze Zeit später die Fortpflanzung ohne Sex im Labor gefolgt. US-amerikanische Samen- und Eizellbanken listen im Internet ausführliche Porträts ihrer Spender und Spenderinnen auf. Die Sperma- und Eizellkäuferin erfährt, ob die Haut der Spenderin oder des Spenders Leberflecken oder Sommersprossen hat, wie die Beschaffenheit der Haare ist, wie es um ihre/seine Konfession und ihre/seine Karrierechancen bestellt ist und welche Hobbys sie/er hat. Ein IQ-Test ist ebenso erhältlich wie die anonymisierte Familiengeschichte. Die Samenspende gibt’s ab etwa 375 US-Dollar. Für einen Aufpreis von 180 US-Dollar besteht sogar die Möglichkeit, das Geschlecht des künftigen Kindes zu wählen. Eine Anleitung zur Selbstbefruchtung liegt bei, moralische Bedenken gibt es scheinbar nicht.

In-vitro-Fertilisation

Meist wollen Paare aber eigenen genetischen Nachwuchs. Das ist heute auch bei ernsten organischen Störungen möglich, wenn zum Beispiel die Frau keine funktionsfähigen Eileiter hat oder der Mann keine beweglichen, befruchtungsfähigen Samenzellen produzieren kann. Die Mediziner sind heute in der Lage, die Eizellen wie auch Samenzellen operativ zu erlangen. Nach der Gewinnung von Samenzellen können sie eine Befruchtung außerhalb des weiblichen Körpers, eine In-vitro-Fertilisation, durchführen und die so befruchteten Eizellen dann in die Gebärmutter einsetzten.

Neue Begriffe im Zusammenhang mit der Elternschaft werden notwendig: Es gibt nicht mehr nur die Eltern, die Adoptiveltern und die Pflegeeltern, hinzu kommen jetzt auch die biologischen und die genetischen Eltern, wie auch die Leihmütter.

Die erlaubten Verfahren der Reproduktionsmedizin sind in Deutschland im Embryonenschutzgesetzes (ESchG) festgelegt. Dort ist zum Beispiel die Eizellspende wie auch die Leihmutterschaft verboten.

Ziel einer Behandlung ist es, Kinderwunschpaaren zu (genau) einem Kind zu verhelfen. Nach eingehender Untersuchung und Beratung des Paares wird die ärztin über die verschiedenen Techniken informieren und konkrete Vorschläge machen, welche Vorgehensweise die größte Aussicht auf Erfolg hat. In allen Fällen der künstlichen Befruchtung sind jedoch auch moralische, juristische und finanzielle Fragen zu klären.

Die Entwicklungen auf dem Gebiet der assistierten Reproduktion haben in den vergangenen Jahren zu sensationellen Ergebnissen geführt. Die instrumentelle Samenübertragung, das Einsetzen von Ei- und Samenzellen in den Eileiter sowie die Befruchtung außerhalb des Körpers sind mittlerweile zur Routine geworden. Schon kann man Spermien operativ aus den Nebenhoden entnehmen und mit einer Mikrokanüle direkt in die Eizelle injizieren, männliche und weibliche Keimzellen wie auch Embryonen einfrieren und Frauen genetisch nicht-verwandte Embryos einpflanzen.

Bei der künstlichen Befruchtung unterscheidet man grundsätzlich zwischen folgenden Maßnamen:

-) Befruchtung im Körper: Intrauterine Insemination , Intratubarer Gametentransfer (GIFT)

-) Befruchtung außerhalb des Körpers: In-vitro-Fertilisation, Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Für fast jedes Problem während des diffizilen Vorgangs der Fortpflanzung versuchen die Mediziner eine Lösung zu finden.

Falls es Probleme bei der Eizellreifung gibt und zur Vorbereitung auf eine Eizellentnahme für eine In-vitro-Fertilisation wird eine Behandlung mit einer hormonellen Stimulation der Frau eingeleitet.

Wenn die Zahl und Beweglichkeit der Samenzellen leicht bis mittelschwer eingeschränkt ist.oder der Mann gar keine Spermien bilden kann und sich das Paar für eine Samenspende entschieden hat, werden die gereinigten und konzentrierten Spermien direkt in die Gebärmutterhöhle gespritzt. Hat der Mann nur sehr wenige bewegliche Spermien und geht man davon aus, dass diese es nicht bis zur Eizelle schaffen könnten, dann können die Spermien auch per Injektion unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle gespritzt werden (ICSI).

Eine Fremd-Samenspende von einer Samenbank ist in Österreich, Deutschland und Italien gesetzlich nicht erlaubt. Nur für Verheiratete oder Paare, die in einem eheähnlichen Verhältnis leben – und nur bnur bei Unfruchtbarkeit des Partners – ist eine nicht anonymisierte Insemination durch eine Samenspende möglich. D.h., es gibt keine Anonymität des Samenspenders gegenüber dem Kind (Auskunftsanspruch des Kindes nach vollendetem 14. Lebensjahr). Bei der Samenspende besteht ein Entgelt- und. Vermittlungsverbot.

Die körperlichen und emotionalen Belastungen bei den Methoden der assistierten Reproduktion sind nicht unerheblich. Die ethischen und juristischen Fragen im Zusammenhang mit der Reproduktionsmedizin nehmen zu.

Linktipps:

Schwangerschaftstests – Methoden im Überblick
Fortpflanzungsmedizingesetz Österreich
www.schwangerschaft.de
www.9monate.de