“Diese Entwicklung ist weniger ein medizinisches als vielmehr ein sozioökonomisches Verdienst”, analysierte Professor Christian Vutuc, Leiter der Abteilung Epidemiologie am Wiener Institut für Krebsforschung, im STANDARD-Gespräch. Und diese Entwicklung habe schon vor 30 Jahren begonnen.
Damals sei Magenkrebs der häufigste Tumor und die häufigste krebsbedingte Todesursache gewesen. Aufgrund besserer und ausgewogenerer Ernährung sei die Häufigkeit von Magenkrebserkrankungen drastisch gesunken. “Heute gibt es Obst und Gemüse rund ums Jahr und man kann es sich auch leisten. Und die Industrie bescherte uns die Kühlschrankrevolution” – keine halb verdorbenen Nahrungsmittel mehr. Die Statistik errechnete einen Rückgang der Magenkrebssterblichkeit von 34,8 Prozent. Medizinisch, so Vituc, seien keine großen Fortschritte erzielt worden: Von 1760 Magenkrebspatienten im Vorjahr seien 1281 gestorben.
ähnlich habe es sich beim Lungenkrebs verhalten, so der Tumorforscher: Krankmachende Arbeitsplätze in Hüttenbetrieben, Berg- oder Gaswerken seien nahezu verschwunden, auch habe in den 70er-Jahren bei Männern ein Trend zum Nichtrauchen eingesetzt, der sich jetzt auswirke. Laut Statistik sank die Lungenkrebssterblichkeit bei Männern um 19,1 Prozent, bei Frauen stieg sie jedoch um 19,3 – “weil immer mehr Frauen rauchen”. Therapeutisch sei auch hier nicht viel drinnen: Von 3683 Lungenkrebspatienten starben 3247.
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