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Kondom-Ratgeber

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Kondom-Ratgeber

Kondome in knallgrün und mit Kiwigeschmack? Überzieher mit Noppen oder ohne? Zart und gefühlsecht oder doch lieber ein stärkerer Pariser? Präservative gibt es in einer schier unüberschaubaren Auswahl: unterschiedliche Farben, Stärken, Formen und Größen von unzähligen Markenanbietern – und mit unterschiedlichsten Eigenschaften. Safer Sex ist aber nur dann mehr als ein Schlagwort, wenn Sie Bescheid wissen und das richtige Kondom passend zu Ihren sexuellen Vorlieben wählen.



Verhüterlis, Präser oder Überzieher, wie Kondome auch liebevoll genannt werden, schützen beim Geschlechtsverkehr vor ungewollter Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten. Die Sicherheit, die ein Kondom (auch: Präservativ) beim Sex bieten kann, ist aber immer nur dann optimal gewährleistet, wenn das richtige Produkt ausgewählt und vor allem auch richtig angewendet wird.

Die Qual der Wahl

Alle bei uns angebotenen Produkte sind qualitativ hochwertig – und doch unterscheiden sie sich, sind nicht vergleichbar und vor allem: nicht jedes Komdom ist für jede sexuelle Praktik geeignet. Wenn Sie allerdings das richtige Präservativ wählen, werden Sie auch bei jeder Spielart des Safer Sex ein gutes Gefühl haben, ohne auf Vergnügen verzichten zu müssen.

Warum Kondome umgangssprachlich auch ‚Pariser‘ genannt werden, dafür gibt es übrigens zwei Erklärungsmodelle: So sagt die eine Legende, dass die ersten dieser Verhütungsmittel im Pariser Rotlichtmillieu aufgekommen sind, um Prostituierte und deren Freier in der Stadt der Liebe vor Geschlechtskrankheiten zu schützen. Andere Stimmen meinen, dass es sich um eine umgangssprachliche Verballhornung von Präservativ, Kurzform auch ‚Präser‘ handelt – und vom ‚Präser‘ zum ‚Pariser‘ ist es nur mehr ein kleiner sprachlicher Schritt…

Anatomisch bedingt ist die schlauchähnliche Grundform allen Kondomen eigen – und dennoch gibt es hinsichtlich der Größen wissenswerte Unterschiede. Die Penisgröße – und zwar nicht was die Länge, sondern was den Umfang und den Durchmesser betrifft, spielt bei der Wahl des richtigen Kondoms eine wichtige Rolle.

Zu kleine Kondome können beim Sex schneller reißen und zu große leicht verrutschen – in beiden Fällen ist kein ausreichender Schutz gewährleistet! Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen – und das ist rund um das Thema ‚Safer Sex‘ jedenfalls anzuraten – dann messen Sie doch einfach nach. Wie? Wir wissen’s!

Exkurs: So messen Sie richtig

Die richtige Präservativgröße muss über den Umfang und über den Durchmesser des Penis ermittelt werden – die Penislänge ist dabei nicht so wichtig..

Den Penisumfang messen Sie am besten mit einem herkömmlichen Maßband, wie es Schneider verwenden. Legen Sie das Maßband einmal eng um den erigierten Penis und notieren Sie den Wert. Für das Messen des Durchmessers des besten Stücks benutzen Sie ein normales Lineal. Legen Sie das Lineal so an, dass sich die Null auf der einen Seite des erregten Penis befindet. Lesen Sie nun den Wert auf Höhe der anderen Seite ab und notieren Sie sich auch diesen Wert.

Nun ist es ein Leichtes die richtige Kondomgröße zu eruieren.

Bei den meisten Männern ist der Penis im erigierten Zustand circa 11 bis 18 cm lang und hat einen Durchmesser von etwa drei bis fünf Zentimetern. Für einen Durchmesser des Penis von 3,5 bis 4 Zentimetern werden die so genannten Standardkondome produziert.

Beim Kauf der nächsten Packung achten sie auf die Angabe „nominale Breite“ – dies entspricht üblicherweise der Größenangabe. Hier eine Tabelle für gängige Kondomgrößen:

Kondomgrößen Tabelle

Reine Geschmackssache

Glatt, mit Rillen, Rippen oder doch mit Noppen?

Bei der Gestaltung der Oberflächenstruktur der Präservative sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Am Beliebtesten sind gerippte und genoppte Formen, da diese nicht nur Frauen ‚mehr‘ spüren lassen, sondern auch Männer beim Sex zusätzlich stimulieren. Die Produkte haben meist Namen wie ‚Lust‘, ‚Intensive‘, ‚Pleasuremax‘, ‚Fun Explosion‘ oder z.B. ‚Touche‘.

Farbige Kondome

Ebenso reine Geschmackssache ist die Auswahl der Farbe. Bunte Präservative können für mehr Abwechslung und Spaß im Bett sorgen – schwarz für die eher strenge Nummer, weiss für unschuldigen Sex und bunt, einfach weil‘s lustig ist.

Lediglich rote Kondome erfüllen manchmal auch tatsächlich einen Zweck: Frauen, die während der Menstruation Sex haben, fühlen sich oftmals wohler, wenn der Mann rote Kondome verwendet – vor allem wenn Männer kein Blut sehen möchten oder können.

Apfelgeschmack?

Sie stehen auf Früchte? Erdbeer, Apfel, Mango, Kirsch, Ananas,… – sie können sicher sein, ein Kondom zu finden, dass Ihren Fruchtgeschmack trifft – oder den Ihrer Partnerin.

Kondome mit Geschmack sind besonders bei Oralsex beliebt. Ihr Sexpartner steht aber nicht auf Obst? Kein Problem – auch Schokotiger, Kaffeefreaks, Liebhaber von Pfefferminz, süßem Bubble Gum, Vanille oder fruchtigen Noten kommen auf Ihre Rechnung….. kosten Sie sich doch einfach durch – oder lassen Sie durchkosten!

Feucht oder trocken

Extra feuchte Kondome erleichtern durch die Zugabe von Gleitmittel einfacheres Eindringen. Dadurch sind feuchte Kondome besonders bei unerfahrenen und noch nicht aufeinender eingestellten Liebespaaren sehr beliebt.

Trockene Präservative, weder außen noch innen mit Gleitgel benetzt, bieten hingegen besseren Halt und fühlen sich natürlicher an. Zudem lassen trockene Kondome Frauen, die von Natur aus eher schnell feucht werden, einen angenehmen natürlichen Widerstand spüren.

Orgasmusrelevant

Dünn und gefühlsecht

‚Extra dünn‘, ‚Gefühlsecht‘, ‚invisible‘ oder ‚pures Gefühl‘ – extradünne Kondome mit einer geringeren Wanddichte versprechen ein Gefühl wie fast ‚ganz ohne‘. Männer fühlen bei Produkten dieser Art intensiver, der Geschlechtsverkehr wird gefühlsechter.

Das kann aber auf der anderen Seite auch dazu führen, dass ‚er‘ schneller kommt und den Orgasmus nicht so lange zurückhalten kann, wie bei Standardkondomen.

Long Love

Sie sind ein Mann, wollen gaaaanz lang Liebe machen und Ihren Höhepunkt möglichst lang hinauszögern? Produkte mit Namen wie ‚Marathon‘, ‚’long love‘ oder ‚länger lieben‘ werden Ihnen Freude bereiten. Die spezielle Wirkung wird dadurch erreicht, dass im Inneren des Reservoirs eine kleine Menge leichtes Betäubungsmittel (wirkt oberflächlich, schnell und nur kurz) zugefügt ist.

Dieses bewirkt durch leichte Betäubung der Eichel ein ganz zartes Nachlassen der Empfindsamkeit und verhindert so einen vorzeitigen Samenerguss. Man sollte das Kondom drei, vier Minuten vor dem Start des Liebesspiels aufziehen um die volle Wirkung zu erzielen.

Sicher ist besser

Die reißfeste Variante

Für Analverkehr empfiehlt es sich auf stärkere Kondome mit einer Wandstärke von zumindest 0,1 mm zurückzugreifen. Die Produkte tragen meist einschlägige Namen wie ‚Anos‘, ‚Mega‘ ‚Analvergnügen‘ , ‚Giga‘ oder ‚Stark‘ und sie sind reißfester als herkömmliche Pariser.

Tipp: Verwenden Sie für Analsex unbedingt auch passende Gleitmittel. Das erleichtert das Eindringen und verringert die Reibung und somit die Gefahr des Reißens und macht die Sexpraxis auch für den passiven Partner viel angenehmer.

Nachteil: Stärkere Kondome können beim Mann die Empfindsamkeit verringern – aber Sicherheit geht nun mal vor!

Latexfrei für Allergiker

Die meisten Kondome werden aus Naturkautschuk-Latex hergestellt, doch nicht jeder verträgt dieses Material. Sollten bei oder nach der Anwendung von Kondomen allergische Reaktionen wie Juckreiz, Rötungen oder Ausfluss auftreten, dann sind Sie wahrscheinlich auf Latex allergisch.

Doch keine Angst: auch für Allergiker gibt es passende Verhüterlis, wie hypoallergene oder latexfreie Kondome. Diese sind aus Materialien wie Polyurethan, Polyisopren oder Nitrilkautschuk hergestellt und auch für Hochempfindliche geeignet.

Auch wenn Sie glauben, das passende Präservativ gefunden zu haben – wir empfehlen trotzdem regelmäßig unterschiedliche Kondomgrößen und -marken zu testen. Nicht jeder Deckel passt auf jeden Topf, und nicht jeder Penis harmoniert mit jedem Kondom!

Gute Passform, sichere Anwendung

Die perfekte Passform ist bei Kondomen besonders wichtig, denn nur sie gewährt sicheren Schutz. Zu große Kondome können leicht verrutschen und dadurch undicht werden, zu kleine Kondome können leichter platzen und damit ebenfalls keinen Schutz mehr bieten. Außerdem schränken Kondome, die zu eng sind, das Empfinden des Mannes ein. Es ist eine viel stärkere Stimulation nötig, um zum Höhepunkt zu kommen.

Die Anwendung von Kondomen ist einfach, benötigt jedoch etwas Übung.

Kondom Anwendung und Passform

    1. Verwenden Sie das Kondom bereits vor dem ersten Eindringen des Penis in Scheide oder Anus.
    2. Machen Sie die Kondompackung vorsichtig auf. Verwenden Sie keine Schere!
    3. Drücken Sie mit zwei Fingern die Luft aus dem oberen Zipfel des Kondoms, dem sogenannten Reservoir, heraus. Setzen Sie es so auf den steifen Penis und rollen Sie es mit der zweiten Hand nach unten zum Penisschaft ab.
    4. Achten Sie auf guten Sitz und die richtige Passform!
    5. Ziehen Sie den Penis nach der Ejakulation heraus, bevor er wieder schlaff wird! Halten Sie dabei das Kondom am Ring fest, damit es nicht abrutscht und im Körper bleibt.

Präservative müssen gut sitzen, sich leicht abrollen lassen und beim Sex nicht stören – wenn das einmal passt, ist alles andere Geschmackssache – probieren Sie sich doch gemeinsam mit Ihrem Partner durch und machen Sie ein Spiel zu zweit daraus! Das Repertoire ist groß und ausprobieren macht Spaß!

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Quellen:

¹ Kondome: Größen & Formen (www.gib-aids-keine-chance.de)
² A. M. Smith, D. Jolley, J. Hocking, K. Benton, J. Gerofi: Does penis size influence condom slippage and breakage? (International Journal of STD & AIDS. Band 9, Nr. 8, 1998, S. 444–447) PMID: 9702591

Linktipps:

– Latex Allergie
– Gleitmittelratgeber
– Das richtige Verhütungsmittel
– Wie man ein Kondom richtig benutzt