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Knödel, Kloß, Klops, Nockerl & Co

Knödel, Kloß, Klops, Nockerl & Co

Kartoffelknödel

Wer kennt sie nicht, die faustgroßen, runden Delikatessen die in dampfenden Töpfen entweder zu deftigem Gulasch oder als herzhafte Süßspeisen gereicht werden? Knödel, Kloß oder auch Klops – jeder kennt sie, (fast) jeder mag sie, und unter der schier unendlichen Fülle an Knödelvariationen lässt sich für jeden Geschmack das passende Klösschen finden. Auch des Knödels kleiner Bruder, das Nockerl, ist bei jung und alt gleichermaßen beliebt.



Knödel, Kloß, Klops, Nockerl & Co – Artikelübersicht:

Woher Knödel, Klöpse, Nockerl und Co kommen, wie sie richtig zubereitet werden, wie man sie solo geniessen kann und mit welch anderen Speisen sich Knödel, Klöpse und Nockerl besonders gut vertragen, erfahren Sie bei uns. Ob Speckknödel oder Spinatknödel, Marillen- oder Germknödel – wir haben Tipps und Tricks parat!


Wer hat den Knödel erfunden?

Wer ihn erfunden hat, den Knödel, da scheiden sich sowohl die Geister und die Gemüter gehen hoch. Die Bayern sind wohl die Ersten, die im Kampf um Namen und Knödelehre ganz vorne im Reigen der Klösschenverfechter mitzumischen versuchen. Doch auch Tschechien buhlt eifrig um die Gunst des „Knedlíky“ mit und reklamiert gar für sich, das „Königreich“ des Knödels zu sein!

Doch ganz egal ob Wien, Mähren, Schlesien oder eben Bayern sich ‚erfinder des Knödels‘ nennt – die wahre Herkunft des runden Leckerbissens wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben und solange uns die runden Teigklösse schmecken, soll’s doch auch egal sein!

Fest steht jedoch, dass Knödel und Co ihren Siegeszug mit dem Kartoffelanbau im 17. Jahrhundert antraten und ihre Fangemeinde seitdem stetig wächst. Variationen gibt es wohl so viele wie es Zubereitungsarten gibt, und die Rezepte an Knödel-Beilagen und Knödel-Hauptspeisen lassen sich kaum zählen.

Will Mensch Knödel machen, so muss er sich zuerst einmal für eine Knödelbasis entscheiden: Soll es denn Kartoffel, Mehl, Brot, Topfen bzw. Quark oder vielleicht doch lieber Grieß sein? Weiter geht es dann mit der Frage, ob und welche Füllung der Knödel verpasst bekommt, ob er süß oder pikant schmecken soll, und in welcher Beilage er schlussendlich baden gehen darf.

Semmelknödel


Knödelvarianten

Prinzipiell unterscheidet man zwischen

  • Knödel auf Kartoffelbasis, dessen bekanntester Vertreter seinen Namen – nämlich Kartoffelknödel – trägt, und der, mit allerlei Köstlichkeiten gefüllt, sowohl Namen als auch Geschmack wechselt
  • Knödel auf Semmelbasis – Semmelknödel, Serviettenknödel, Tiroler Speckknödel, Bayrische Brezenknödel, Jägerknödel, Spinatknödel und Salzburger Käsenockerl – um nur einige Exemplare dieses vielfältigen Alleskönner zu nennen
  • Knödel auf Grießbasis: Grießnockerl in herzhafter Rindsuppe riechen nicht nur gut, sie schmecken auch noch lecker! Polentaknödel und Schwemmknödel wären weitere Vertreter dieser Gattung
  • Knödel auf Mehlbasis : Mehlknödel, Krautknödel, Kärntner Kasnudeln und Hacknudeln haben alle die Grundzutat Mehl gemeinsam. Fügt man dem Teig noch Hefe bei, so erhält man den bei jung und alt so beliebten Germknödel
  • Knödel auf Topfenbasis: Topfen schließt den Reigen der Grundzutaten für alle nur erdenklichen Knödelvariationen, und steuert mit Topfen-, Mohn-, Marillen- und Zwetschkenknödel direkt das süß schmeckende Knödelnirvana an


Nockerln

Wer Nockerln auf den Tisch zaubern will, muss sich nicht erst durch ellenlange Variationsmöglichkeiten quälen. Nur die Frage ob’s denn heut’ süß oder pikant sein darf, bleibt die gleiche.

Die Grundzutaten sind so gut wie immer dieselben: Eier, Mehl und Butter. Auf was es dann noch ankommt, ist das richtige Verhältnis zwischen den Zutaten, und eine flotte Arbeitsweise. Wer sich nämlich zu viel Zeit bei der Zubereitung lässt, bekommt als Belohnung harte Nockerln serviert!

Die richtige Teigkonsistenz überprüft man übrigens mit dem Kochlöffel: zieht sich der Teig, dann ist er richtig. Ist er zu dünnflüssig, wird etwas Mehl beigefügt, ist er zu dick, kommt etwas Milch hinzu.

Nockerln immer in reichlich Salzwasser schwimmen lassen, und während des Kochvorgangs öfter umrühren, damit keine Klümpchen entstehen. Sobald die Nockerln an der Oberfläche schwimmen, sind sie gar und können verspeist werden.


Knödelzubereitung

Bei der Knödelzubereitung gilt es Regeln und Richtlinien zu beachten:

  • je nach Portionierung und Knödeldimension dient der runde Alleskönner fallweise als Beilage, Haupt- oder aber Zwischengericht. Bedacht werden muss dies vor allem bei der Garzeit – kleine Knödel brauchen naturgemäß kürzer als ihre großen Namensvetter.
  • Wer vor hat, gefüllte Knödel zu servieren, der sollte die Füllmasse kurz tiefkühlen – danach lässt sich der Knödelteig besser um die Füllung herum hüllen, und die Masse fängt beim Knödelformen nicht an, an allen Ecken und Enden heraus zu fließen.
  • Keiner will gefüllte Knödel essen, bei deden man die Füllung erst suchen muss. Wir empfehlen ein Verhältnis 1:1 Knödel – Fülle. Wenn schon Füllung, dann aber richtig: 30 – 40g schwere Knödel verlangen nach 30-40g Knödelfülle.
  • Wer sich an Kartoffelknödel wagt, der sollte zu besonders stärkehaltigen – sprich mehligen – Kartoffeln greifen.
  • Bei Topfenknödel gilt: den Quark vor der Verarbeitung gut abtropfen lassen.

    Tipps zum Kochen, Servieren und Rest verwerten

  • Egal welche Knödelsorte bei ihnen auf den Tisch kommt, reichlich Wasser ist das Mittel zum Erfolg. Wie viel Wasser von Nöten ist, lässt sich anhand der Anzahl und Größe der Knödel ablesen. Die runden Köstlichkeiten sollten auf jeden Fall im Wasser schwimmen, und dabei möglichst nicht aneinander stoßen.
  • Bevor die Knödel zu Wasser gelassen werden ist es wichtig, sie schön rund und glatt in Form zu bringen. Risse sind des Knödels Untergang da genau hier Wasser eindringt, was den Knödel schlussendlich auseinanderfallen lässt.
  • Auch die Kochzeit ist wie weiter oben bereits erwähnt, knödelgrößenabhängig. Richtig gelungen sind sie aber auf jeden Fall dann, wenn sie innen trocken (gilt natürlich nur für Knödel ohne Fülle) und locker sind. Ein Probierknödel zur Einschätzung der exakten Garzeit sollte auf jeden Fall eingeplant werden.
  • Knödel immer in kochendes Wasser kippen und danach erst die Temperatur reduzieren. Sie garen am besten, wenn das Wasser zwar siedend heiß ist, aber nicht mehr sprudelt.
  • Knödel gehören heiß und vor allem gleich serviert. Je länger sie stehen, desto fester werden sie, was dem Knödelcredo „luftig-leicht“ widerspricht.
  • Wer Knödel ohne Füllung macht, der sollte mit der Soße nicht geizen. Knödel wollen getunkt werden! Hervorragende Knödelbegleiter sind übrigens alle Braten und saftige Fleischgerichte. Gulasch und Wild sind des pikanten Knödels Lieblingsbegleiter, und passen darüber hinaus perfekt zu Sauerkraut, Preiselbeeren und Rotkraut.
  • Naschkatzen dürfen ihre Knödel ruhig ordentlich mit Staubzucker, Mohn oder Zimt bestreuen, und Kompott passt ebenso dazu, wie frisch in Butter angebratene Semmelbrösel.
  • Wer seinen Teller nicht aufgegessen hat, muss die Knödelreste nicht zwangsläufig wegwerfen. Gebratene Semmelknödel beispielsweise schmecken hervorragend zu Süßem wie Kompott, und übrig gebliebene Serviettenknödel lassen sich perfekt toasten. Auch ein Grenadiermarsch aus den Resten der vergangenen Tage ist eine Köstlichkeit für sich.

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Quellen:

¹ Daheim in Niederösterreich – Nockerln
² Cuisine – Knödellexikon

Linktipps:

– Rezept: Serviettenknödel
– Rezept: Tiroler Speckknödel
– Rezept: Echt Wiener Marillenknödel
– Rezept: Gulasch mit Serviettenknödel
– Teigwaren und Knödel – Kalorientabelle