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Vorsicht am Wasser: So beugen Sie Badeunfällen mit Kindern vor

Vorsicht am Wasser: So beugen Sie Badeunfällen mit Kindern vor

Badeunfälle mit Kindern

An heißen Sommertagen gibt es für Kinder nichts Schöneres, als sich ausgelassen im kühlen Nass auszutoben – doch am Wasser lauern einige Gefahren. Plantschen, Baden, Schwimmen – sie sind leider nicht ganz ohne Risko! Besonders die Kleinsten dürfen niemals ohne Aufsicht im Wasser sein – Ertrinken ist bei Kleinkindern unter 5 Jahren die zweithäufigste Todesursache.



Es ist keine Panikmache sondern traurige Realität, jährlich ertinken in Österreich laut Statistik Austria rund 80 Personen. Auch wenn die Zahl – insbesondere für Kinder – in den letzten Jahren stark gesunken ist, gibt es keine Entwarnung.

Deshalb weist das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) jährlich in Schwerpunktaktionen auf die Einhaltung wichtiger Baderegeln hin und gibt Sicherheitstipps um Badeunfälle von Kindern vorzubeugen.

Wasserfallen

Kinder sollten in der Nähe von und im Wasser nie unbeaufsichtigt bleiben. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit genügt. Reifenschläuche, Gummitiere oder Luftmatratzen sind keine geeigneten Schwimmhilfen. Immer noch am besten geeignet sind Schwimmflügel, die dem Alter des Kindes angepasst sein muessen. ÖRK: „Kinder sind aber nicht nur beim Baden gefährdet. Ertrinken ist Todesursache bei fast einem Drittel aller tödlichen Unfälle von Kleinkindern. Achten Sie zum Beispiel darauf, dass Regentonnen verschlossen oder Gartenteiche durch einen Zaun gesichert sind.“, so der Hinweis des Roten Kreuzes.

Biotope, Swimmingpools und Regentonnen müssen abgesichert werden. Beim Spielen können Kleinkinder sonst leicht ins Wasser rutschen. Ein ausreichend hoher Zaun mit selbstschließender, kindersicherer Tür, eine feste Pool-Abdeckung oder ein Unterwassergitter im Biotop, das dicht unter der Wasseroberfläche befestigt wird können einem tragischen Ertrinkungstod im eigenen Garten vorbeugen.

Älteren Menschen wird beim Schwimmen oft eine Kreislaufschwaeche zum Verhängnis. Wer an Herz- oder Kreislauferkrankungen leidet, sollte ebenfalls vorsichtig sein. RK: „Entfernen Sie sich nicht zu weit vom Ufer. Weit draußen am See gibt es keine Moeglichkeit mehr, sich irgendwo festzuhalten und auszuruhen.“ Unbekannte Gewaesser bergen auch fuer geübte Schwimmer Gefahren. RK: „Prüfen Sie die Wassertiefe, bevor Sie ins Wasser springen. Felsen oder Baumstaemme koennen sich unter der Wasseroberflaeche verbergen. Am Meer können Strömungen auch den besten Schwimmer mitreißen. In der Nähe von Schleusen, Brücken oder Wehren können ebenfalls Strömungen entstehen. Wer in der Nähe von Schiffen schwimmt, kann leicht übersehen werden und von Booten ueberfahren oder der Schiffsschraube verletzt werden.“

ÖRK: „Gehen Sie nie mit vollem oder ganz leeren Magen ins Wasser. Kuehlen Sie sich davor ab. Bleiben Sie, wenn Sie nicht schwimmen können, im Nichtschwimmerbereich. Verlassen Sie bei Gewitter sofort das Wasser. Diese und andere Baderegeln bewahren vor Tod durch Ertrinken.“

Tipps für einen sicheren Badespass von Kindern

  • Lassen Sie Kleinkinder nie unbeaufsichtigt in der Nähe von offenen Gewässern! Oft genügen wenige Minuten Ablenkung, die für die Sprösslinge schwerwiegende Folgen haben können. Schon eine Wassertiefe von einigen Zentimetern kann für Babys und Kleinkinder zum Verhängnis werden. Auch Schwimmflügel ersetzen die Aufsichtspflicht nicht!
  • Aufblastiere sind keine Schwimmhilfe! Wasserspielzeuge wie aufblasbare Tiere, Schwimmreifen oder Luftmatratzen werden von vielen fälschlicherweise als Schwimmhilfen verstanden – ein fataler Irrtum, denn sie schützen nicht vor dem Ertrinken. Im Gegenteil: Aufblasspielzeug kann ein Durch- oder Abrutschen von Kleinkindern nicht verhindern.
  • Relative Sicherheit bieten nur EU-Norm gerechte Oberarm-Schwimmflügel (ÖNORM EN 13138), die über getrennt voneinander aufblasbare Kammern und Sicherheitsventile verfügen und am CE-Zeichen erkennbar sind.
  • Vorsicht bei glatten oder nassen Böden! Beim Spielen im Garten oder Freibad sind Kinder oft stürmisch und richtige Energiebündel. Achten Sie aber dennoch darauf, dass sie in der Nähe von offenen Gewässern oder auf nassen, glatten Böden nicht zu schnell laufen, damit sie nicht ausrutschen und ins Wasser fallen.
  • Bei großer Hitze nicht sofort ins kalte Nass! Besonders für die Kleinsten sind die heißen Temperaturen riskant, wenn sie nicht ausreichend geschützt werden. Kopfbedeckung, helles T-Shirt und Sonnencreme helfen einem Sonnenstich vorzubeugen.
  • Wasserrutschen sind in Schwimmbädern und Freiluftanlagen natürlich beliebte Spielgeräte, bergen jedoch einige Gefahrenquellen in sich. Unfallgefährlich sind drei Stellen: der Aufstieg, die Rutschfläche und der Rutschenauslauf. Beim Rutschenauslauf der Wasserrutschen kommt es sehr oft zu einem Zusammenprall mit einem vorher gerutschten Kind. Hier sollten Sie ggf. die Wasserrutsche gemeinsam mit Ihrem Kind nutzen. Achtung auch beim Rutschen in der Bauchlage – Kopf voraus: dabei endet die Rutschpartie oft in einer Kopf- oder Gesichtsverletzung.
  • Baden und Schwimmen im Meer gefährlicher ist als in Binnengewässern weil Wind, Strömungen und Wetter das Wasser ständig beeinflussen.
  • Erste Hilfe: Im Notfall kommt es auf sofortige Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzmassage an. Bei Ertrinkungsunfällen zählt jede Sekunde!

Weitere wichtige und interessante Informationen finden Sie auch auf der Homepage des Jugendrotkreuzes:www.jugendrotkreuz.at. Das OeJRK bietet Schwimmkurse fuer Frühschwimmer fuer die Unterstufe an, weiters Kurse fuer das OeSA (Das österreichische Schwimmerabzeichen) fuer Frei-, Fahrten- und Allroundschwimmer – sowie fuer das OeRSA (Das österreichische Rettungsschwimmerabzeichen) den Helfer-, Retter- und schließlich Lehrschein an.

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Quelle:

¹ Basler Versicherungen – www.basler.at
² Jugendrotkreuz – www.jugendrotkreuz.at

Linktipps:

– Badespaß – worauf Sie beim Schwimmen im Meer achten müssen
– Unfallgefahren beim Spielen
– Erste Hilfe: Tipps & Tricks
– Badeunfälle vermeiden
– Quallenstich: Erste Hilfe bei Kontakt mit Quallen