Aus einer polymeren, gelartigen Substanz haben Aaron Foss und Nicholas Peppas von der Purdue UniversityMikropartikel hergestellt, deren Durchmesser ein Tausendstel eines Millimeters beträgt. Im sauren Milieu des Magens verdichtet sich das Material und schützt das im Innern der Partikel eingeschlossene Hormon. Beim Übergang in den Dünndarm verändert sich der Säuregrad deutlich. Das bewirkt ein Aufquellen des Polymers. Dadurch werden die Partikel “klebrig”, heften sich an die Darmwand an und setzen gleichzeitig das Insulin frei. Dieses gelangt dann durch die Darmschleimhaut in die Blutkapillaren. Die zurückbleibenden leeren Partikel werden aufgrund der natürlichen Erneuerung der Schleimhautzellen ausgespült.
Tierversuche haben ergeben, dass mit dieser Methode bis zu 16 Prozent des in den Tabletten vorhandenen Insulins in das Blut gelangt. “Im Vergleich zu den bisher erzielten 0,01 Prozent ist das ein großer Fortschritt”, sagt Peppas. Die Entwicklungszeit bis zur Marktreife der Insulinpille schätzt er auf etwa zehn Jahre. Patienten mit Typ 1-Diabetes bilden aufgrund einer Autoimmunerkrankung zu wenig Insulin. Das Hormon ist Bestandteil eines Regulationsmechanismus, der für einen konstanten Blutzuckerspiegel sorgt.
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