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Impotenz – was ist das eigentlich?

Impotenz – was ist das eigentlich?

Impotenz - was ist das eigentlich?

Impotenz – der umgangssprachliche Begriff für Erektile Dysfunktion – bezeichnet die Unfähigkeit des Mannes eine Erektion zu bekommen oder zu halten. Es handelt sich also um eine Erektionsstörung, bei der ein Mann keine ausreichende Steifheit des Penis’ zur Durchführung des Geschlechtsverkehrs erreicht oder aufrecht erhalten kann. Erektionsprobleme werden häufig durch eine Kombination verschiedener körperlicher und psychischer Komponenten verursacht.



Dabei können physische Faktoren wie Diabetes, Testosteronmangel, Arteriosklerose oder Übergewicht ebenso eine Rolle spielen wie psychische Belastungen (Stress, Überarbeitung usw.). Auch der Einfluss von Substanzen wie Alkohol und Drogen können die Standfestigkeit des Mannes maßgeblich beeinflussen.


Was ist Impotenz eigentlich?

Wenn umgangssprachlich von “Impotenz” gesprochen wird, ist in aller Regel die erektile Dysfunktion gemeint. Ein Betroffener kann dadurch zwar keinen Geschlechtsverkehr praktizieren, seine Spermien allerdings sind deswegen nicht zwangsläufig unfruchtbar. Das bedeutet, dass mittels künstlicher Befruchtung sehr wohl eine Schwangerschaft mit dem Samen des Mannes bei der Frau erzielt werden kann.

Potenzprobleme

Impotenz (Erektile Dysfunktion) – Interview mit Dr. Dorfinger

 

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Zeugungsunfähigkeit, Unfruchtbarkeit

Unfruchtbar ist der Betroffene dann, wenn die Geschlechtszellen selbst bei künstlicher Befruchtung nicht zur Schwangerschaft führen.

Potenzstörungen sind weit verbreitet, üblicherweise hat jeder Mann im Laufe seines Lebens zumindest einmal damit Erfahrungen gemacht. Sie reichen von gelegentlich auftretenden Problemen bis hin zum totalen Verlust der Erektionsfähigkeit. Von einer erektilen Dysfunktion spricht man allerdings erst dann, wenn die Potenzprobleme mindestens sechs Monate andauern und 70 % der Versuche, einen Geschlechtsverkehr zu vollziehen, erfolglos sind.

Die Häufigkeit von Erektionsstörungen steigt mit dem Alter an: Etwa zwei Prozent der 40-Jährigen sind davon betroffen, aber bereits 25 Prozent der Männer über 65. Insgesamt dürften in Österreich rund 300.000 Männer von einer mäßigen bis schweren erektilen Dysfunktion betroffen sein. Damit zählen Erektionsstörungen neben dem vorzeitigen Samenerguss zu den häufigsten Sexualstörungen des Mannes.

Dr. Dorfinger, Facharzt für Urologie und Andrologie erklärt im Interview Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Erektionsstörungen.

Dr. Dorfinger: Unter erektiler Dysfunktion versteht man die Unfähigkeit des Mannes eine Erektion zu erreichen, also eine Versteifung des Gliedes die ausreichend ist, für den befriedigenden Geschlechtsverkehr und auch nur dann wenn diese Störung immer wieder auftritt, also nicht wenn dies nur einmal der Fall ist.

Anmerkung: Etwa jeder vierte Mann leidet rund einmal im Leben, zumindest vorübergehend an einer Erektionsstörung. Erst wenn diese Störung wiederholt auftritt, wird sie als krankhaft angesehen. Mehrere Ursachen kommen in diesem komplexen Funktionssystem in Frage.

Dr. Dorfinger: Grundsätzlich unterscheidet man zwischen körperlichen und psychischen Ursachen, wobei körperliche Ursachen bei Weitem überwiegen. Hier kommen vor allem Stoffwechselerkrankungen in Frage, aber auch Durchblutungsstörungen, neurologische Erkrankungen, oder auch Medikamente können Erektionsstörungen verursachen. Wichtig ist zu wissen dass die meisten dieser Störungen reversibel sind, das heißt man kann sie heilen.

Anmerkung: Die wichtigste Erstuntersuchung ist sicher der Androcheck beim Urologen. Viele Männer lassen unnötig Zeit verstreichen bis sie das erste Mal den Urologen aufsuchen.

Dr. Dorfinger: Beim Androcheck wird die Gesundheit des Mannes in Bezug auf seine Harnorgane und seine Sexualfunktion untersucht, das ist deswegen sehr wichtig weil viele Erkrankungen sich spät oder erst zu spät bemerkbar machen und dann schwer oder gar nicht mehr behandelbar sind. Beim Androcheck wird natürlich zunächst erst einmal ein ausführliches Anamnesegespräch geführt. Es werden körperliche Untersuchungen durchgeführt wie Tastuntersuchungen des äußeren Genitales oder der Prostata, es werden Untersuchungen im Labor durchgeführt, wie zum Beispiel Harnuntersuchungen oder Blutuntersuchungen.

Insbesondere der PSA-Test, das prostataspezifische Antigen. Das ist ein Eiweißkörper, der von Zellen der Prostata erzeugt wird und vorsorgemäßig untersucht wird. Oder auch der Hormonstatus, insbesondere das männliche Geschlechtshormon, das Testosteron. Ergänzend werden bildgebende Untersuchungen durchgeführt, insbesondere der Ultraschall der inneren Organe, der Prostata bzw. des Hodens, werden hier durchgeführt.

Anmerkung: Ist die Diagnose gestellt kann mit einer individuellen Behandlung begonnen werden.

Dr. Dorfinger: An erster Stelle steht natürlich die Lebensstiländerung. Sehr viele Männer pflegen einen sehr ungesunden Lebensstil, da ist es sehr wichtig auf die Ernährung zu achten, auf ausreichend Bewegung und auf regelmäßigen körperlichen Ausdauersport. Dann kann man natürlich auch medikamentös behandeln, hier steht an erster Stelle die Einnahme von Phosphordiesterase-5 Inhibitoren, Präparate die die Erektionsfähigkeit verbessern können, es stehen uns auch Injektionstherapien zur Verfügung bzw. mechanische Hilfsmittel und in seltenen Ausnahmefällen kann es auch einmal notwendig werden dass Operationen durchgeführt werden.

Anmerkung: Seit Langem ist außerdem bekannt, dass es einen Zusammenhang zwischen gutartiger Prostatavergrößerung und Erektionsstörungen gibt. Aber wie kann man Männern helfen die an beiden Störungen leiden?

Dr. Dorfinger: Es ist seit Längerem bekannt, dass bei älter werdenden Männern, nicht nur die Prostata größer wird, sondern auch Erektionsstörungen häufiger auftreten. Es gibt auch neuerdings die Möglichkeit dies mit einem Phosphordiesterase-5 Inhibitoren zu behandeln, der beide Störungen gleichermaßen mitbehandeln kann.

Anmerkung: Der Leidensdruck ist für Männer mit erektiler Dysfunktion sehr hoch, oft leidet auch die Partnerschaft darunter.

Dr. Dorfinger: Eines der wichtigsten Probleme von Männern mit Erektionsstörungen ist, dass sie unter einer negativen Erwartungshaltung leiden. Das heißt sie befürchten schon dass es beim nächsten Mal wieder nicht funktioniert. Mit langwirksamen Phosphordiesterase-5 Inhibitoren kann man nicht nur dieses Problem, sondern auch Probleme im Zusammenhang mit der vergrößerten Prostata mitbehandeln, sondern man bietet dem Patienten dann auch die Möglichkeit eine freie und ungezwungene Sexualität zu erleben.

Linktipps:

– Rauchen begünstigt Erektyle Dysfunktion (Impotenz)
– Zu kleiner Penis? Small Penis Syndrome
– Viagra & Co. | Gesundheit, Lust & Liebe
– Selbsttest auf Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion, Impotenz)