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Hühneraugen: Hilfeschrei gegen schlechtes Schuhwerk

Hühneraugen: Hilfeschrei gegen schlechtes Schuhwerk

Hühneraugen entfernen

Ist die Haut dauerhaftem Druck ausgesetzt, kommt es zu einer Verdickung der Hornhaut. Bleibt dieser Druck über längere Zeit bestehen, bildet diese Verhornung einen kegelartigen Zapfen, der die tiefer liegende Lederhaut erreicht und dadurch Schmerzen verursacht. Mittlerweile gibt es aber viele verschiedene Formen der Selbstbehandlung, etwa mit säurehaltigen Lösungen oder Pflastern. Heilung bringen aber auch clevere Hausmittel.



Die menschliche Haut besteht aus mehreren Schichten. Die äusserste bildet eine Schutzbarriere für die tiefer liegenden, empfindlicheren Schichten. Gerade im Bereich der Füße unterliegt unsere Haut großen Beanspruchungen, weshalb es gerade dort oftmals zu Problemen kommt. Überall, wo die Haut ständig stark beansprucht wird, z.B. an Händen und Füßen, schützt sie sich durch eine Verdickung der Hornschicht – die sogenannte Hornhaut. Mangelnde Feuchtigkeit, schlechte Durchblutung und ständiger Druck fördern diese Entwicklung.

Hühneraugen – mehr als ein kosmetisches Problem

Hühneraugen sind nicht nur kosmetisch störend und schmerzhaft, sondern sie sind auch Eintrittspforten für Keime in den Organismus und bergen dadurch weitere Gefahren. Denn neben Blut und der Darm ist auch die Haut ein wichtiger Eckpfeiler unseres Immunsystems. Kommt es zur Bildung eines Hühnerauges, wird das Immunsystem der Haut im Bereich des Hühnerauges geschwächt.

Dies kann unter anderem zu Knochenhautentzündungen führen, die vor allem im Bereich der Gelenke schwerwiegende Folgen haben können. Aber auch unangenehme Abszesse an den Zehen und Zehengliedern können die Folge sein.

Ursachen

In den allermeisten Fällen entstehen Hühneraugen durch starken punktuellen Druck auf den Fuß, ausgelöst z.B. durch zu enge oder schlecht passende Schuhe. Weitere Ursache können zudem vorstehende Knochen und Gelenke sowie Fehlstellungen von Fuß und Zehen sein.

Wenn die Haut einem permanentem Druck ausgesetzt ist, reagiert sie darauf mit der Bildung von Hornhaut. Bei einem Hühnerauge entwickelt sich diese Hornhaut dann weiter zu einem harten, kegelförmigen Zapfen, der auf die darunter liegende empfindlichere Haut drückt und dadurch Schmerzen verursacht.

Behandlung

Bevor es an die Behandlung geht, gilt es abzuklären, ob es sich bei der übermäßigen Hornhautbildung (Hyperkeratose) um eine Schwiele oder Hühnerauge handelt. Während bei Bei der Schwiele nur eine oberflächliche Verhornung vorliegt, sind beim Hühnerauge tiefere Hautschichten betroffen. Oftmals muss auch geklärt werden, ob es sich bei den vermeintlichen Hühneraugen nicht doch um Warzen und damit eine Virusinfektion handelt. Erkennbar sind Warzen an der verhornten, zerklüfteten Oberfläche. Unter der Lupe sieht man die bis ins Oberhautgewebe hochgezogenen Kapillaren als dunkle Punkte an der Oberfläche.

Grundsätzlich stehen verschiedene Formen der Selbstbehandlung zur Auswahl:

1.) Pflaster

Es gibt in Apotheken und Drogerien mittlerweile eine große Auswahl an spezieller Hühneraugenpflaseter. Pflaster, die eine entsprechende Säurekonzentration enthalten, werden dabei für mehrere Tage auf das Hühnerauge geklebt. Dies lindert einerseits die Druckbelastung auf die Haut, andererseits hilft die Säure beim Zellerneuerungsprozess. Da die Konzentration von Salizylsäure in den Pflastern sehr hoch ist, kann eine unpräzise Anwendung auch zu einer Schädigung des umliegenden gesunden Gewebes führen, deshalb ist die umliegende Haut mit Vaseline zu schützen.

Der Erfolg hängt davon ab, wie präzise das Wirkstoffpflaster mit der Salizylsäure auf das Hühnerauge aufgeklebt wird und wie gut es darauf kleben bleibt. Das Pflaster solange auf der Problemstelle belassen bis es sich von selbst ablöst, dies geschieht meist nach 3 bis 4 Tagen. Die Pflaster sind durch eine Polyurethan-Schicht wasser-, schmutz- und bakterienabweisend.

2.) Tinkturen

Hühneraugenpräparate in flüssiger Form enthalten Salizyl-, Milch- und in besonders hartnäckigen Fällen zusätzlich Essigsäure. Diese Tinkturen werden tropfenweise auf das Hühnerauge aufgetragen. Wobei man jedes Mal vor dem Auftragen eines weiteren Tropfens wartet, bis das Lösungsmittel verdunstet ist und sich ein dünn haftendes Häutchen gebildet hat. Erst dann soll der nächste Tropfen aufgeträufelt werden. Auch bei dieser Anwendung ist die umliegende gesunde Haut mit einem Film aus Vaseline zu schütze weil die Wirkung der Tinktur ebenfalls durch eine Verätzung der durch das Hühnerauge geschädigten Haut erzielt wird.¹

3.) Hausmittel

Eine sanfte Alternative zur chemischen Entfernung von Hühneraugen ist ein Fußbad mit Teebaumöl. 5 bis 8 Tropfen dieses Öls in einer Schüssel mit warmen Wasser wirken desinfizierend. Die Badedauer soll 10 Minuten betragen. Fußbäder mit Teebaumöl sind leicht desinfizierend und wirken auch ein wenig hornhautlösend und sind daher ein geeignetes Mittel. Beliebt sind aber auch Ringelblumensalben oder selber gemachten Schrundensalben, die die Hornhaut aufweichen. In Apotheken gibt es zudem sehr effiktive Salben mit Harnstoff, die auch die Hornschicht wieder rückfeuchten und sie dadurch geschmeidig halten.

Vorbeugung

Hühneraugen beugt man am besten durch gutes Schuhwerk und eine intensive Fußpflege vor. Sorgfältige Pflege mit täglichem Eincremen bremst die Entstehung neuer Hornhaut-Schwielen nachweislich. Als Geheimtipp zur täglichen Pflege trockener Füße gilt die Kartoffelcreme, die nach einem uralten Geheimrezept im österreichischen Waldviertel hergestellt wird. Grundsätzlich kann aber nicht oft genug betont werden, dass Fussgesundheit vor Schuhmode geht und nur gut sitzendes Schuhwerk (notfalls verhindern Einlagen Druckstellen) ein effiktiver Schutz vor Hühneraugen sind.

Quellen:

¹ www.apotheker.or.at – Hornhaut und Hühneraugen Mag. pharm. Bertram Spacek

Linktipps:

– Pflegetipps für schöne Füße
– Tipps & Tricks gegen kalte Füße
– Hallux und Hammerzehe
– Fersensporn – schmerzhafter Knochenvorsprung
– Wikipedia: Hühnerauge (Krähenauge, Leichdorn, Klavus bzw. Clavus)
– Ein lästiger Plagegeist: Fußpilz
– Zimt – Heilmittel für die Füße