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Die Hausapotheke – Checkliste für den richtigen Inhalt

Die Hausapotheke – Checkliste für den richtigen Inhalt

Hausapotheke

Eine private Hausapotheke ist nicht nur für Krankheitsvorsorge und die sichere Verwahrung benötigter Medikamente, sondern auch für die Akutversorgung bei Unfällen und kleineren Beschwerden unerlässlich. Damit man im Ernstfall aber auch hat was man braucht, muss die Hausapotheke richtig gefüllt sein und der Inhalt regelmäßig auf die Haltbarkeit überprüft werden. Unsere kleine Checkliste zeigt Ihnen was Sie immer griffbereit haben sollten und worauf sie getrost verzichten können.



Grundsätzlich gehören in die Hausapotheke Arzneimittel für akute Erkrankungen und Medikamente, die bei leichten Erkrankungen Linderung verschaffen oder bei ernsteren Krankheitsfällen die Wartezeit bis zum Arzttermin überbrücken. Und weil im Haushalt die meisten Unfälle passieren, ist es besonders wichtig, sie mit den nötigen Verbandsmaterialien für die Erste Hilfe zu bestücken.

Doch alles der Reihe nach, denn zuallererst gilt es ein paar Grundregeln zu beachten.

Grundlegende Tipps für die Handhabung einer Hausapotheke

  • Arzneimittel dürfen für Kinder nicht erreichbar sein. Verbandsmaterial allerdings schon – eine getrennte Aufbewahrung ist daher sinnvoll.
  • Um einen Wirkungsverlust zu vermeiden, sollten Arzneimittel geschützt vor Hitze und Feuchtigkeit im Originalkarton (Lichtschutz) aufbewahrt werden.
  • Eine jährliche Kontrolle der Arzneimittel auf ihre Haltbarkeit schafft Überblick, abgelaufene Arzneimittel werden in der Apotheke sachgerecht entsorgt.
  • Ein vom Arzt verschriebenes Medikament ist ohne ärztliche Rücksprache für andere Familienmitglieder auch bei ähnlicher Symptomatik nicht geeignet.
  • Augen- und Nasentropfen am besten am Ende einer Behandlung gleich durch ein neues Präparat ersetzen, da diese Tropfen zum einen nach Öffnung nur eine begrenzte Haltbarkeit besitzen, zum anderen um Reinfektionen bei Wiederverwendung zu vermeiden. Auch die Weitergabe bereits verwendeter Tropfen an andere Familienmitglieder ist aufgrund der Infektionsgefahr kontraindiziert.
  • Die Einnahmevorschriften des Arztes und Herstellers sind zu befolgen. Daher sollten auch Beipackzettel nicht weggeworfen werden.
  • Medikamente, die immer wieder gebraucht werden, gehören ebenso in die Hausapotheke wie vom Arzt verordnete Medikamente.

Der niederösterreichische Zivilschutzverband empfahl nach dem Auftreten der Vogelgrippe auch die Besorgung des Neuraminidasehemmers (Tamiflu). Tamiflu mit dem Wirkstoff Oseltamivir wird bei echter Grippe (Influenza) eingesetzt und soll die Ausbreitung von Viren verhindern und das Immunsystem unterstützten. Doch zuletzt sind in der Fachwelt Zweifel aufgekommen, ob Tamiflu tatsächlich das hält, was der Produzent Roche einst versprach: nämlich sowohl im Fall der Infektion wie auch zur Vorbeugung einsetzbar zu sein. Ob es tatsächlich für sie sinnvoll ist das Medikament anzuschaffen – besonders unter Berücksichtigung des Preises und der begrenzten Haltbarkeit – klären Sie bitte mit ihrem Arzt oder Apotheker.¹

Chekliste: Was der Hausapotheke immer griffbereit sein sollte

Vorweg, eine auch noch so gut gefüllte Hausapotheke kann niemals die Fachberatung in der Apotheke, geschweige denn einen Arztbesuch ersetzen. Selbstmedikation kann in gewissen Bereichen sinnvoll sein, sollte allerdings nicht zur dauernden Praxis werden, denn unkontrollierte oder übermäßige Medikamenteneinnahme – dazu zählen auch Schlaf- und Abführmittel – können auf Dauer großen gesundheitlichen Schaden anrichten.

Für kleine Verletzungen oder leichte gesundheitliche Beschwerden kann sie allerdings eine große Hilfe darstellen. Dazu ist eine richtig gefüllte Hausapotheke eine große Erleichterung bei häufig wiederkehrenden Problemen, etwa bei Hautirritationen, Fieberblasen, aber auch Hämorrhoidalleiden usw. Auch Medikamente für chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Allergien sollten ihren Fixplatz im Medizinschrank haben.

Bei Schmerzen, ersten Erkältungssymptomen, leichtem Sonnenbrand, Insektenstichen oder kleinen Verletzungen ist es ratsam und praktisch, sich mit einem Griff in die Hausapotheke versorgen zu können. Eine entsprechende Ordnung ist daher ratsam. Und bedenken sie: Verbandsmaterial alleine macht noch keine Hausapotheke aus.

Wichtig ist auch die regelmäßige Kontrolle und wenn erforderlich Ergänzung, da Medikamente nur begrenzt haltbar sind. Folgende Helfer – eingeteilt nach Kategorien – sollten in der Hausapotheke vorrätig sein:

Schmerzen und Erkältungskrankheiten:

  • Schmerzstillende Tabletten für Erwachsene (Vorsicht während der Schwangerschaft: Fragen Sie Ihren Apotheker um Rat!)
  • Schmerz- und Fieberzäpfen für Kinder bei Familien
  • Medikament gegen Durchfall
  • Abführmittel
  • Gels bei Gelenksschmerzen und Sportverletzungen
  • Lutschtabletten und Gurgellösungen bei Halsschmerzen
  • Hustensaft
  • Nasentropfen
  • Erkältungsbalsam und Erkältungsbad
  • Baldriantropfen
  • Wund- und Heilsalbe

Sonnenbrand, Insektenstiche:

  • Kühlende Gels
  • ev. elektrische Stichheiler bei Insektenstichen

Für kleine Verletzungen:

  • Wunddesinfektionsmittel
  • Pflaster in verschiedenen Größen (auch mit Wundkissen)
  • Mullbinden
  • Sterile Kompressen
  • Elastische Binden
  • Verbandschere
  • Wundverband
  • Verbandklammern/Sicherheitsnadeln

Sonstiges:

  • Fieberthermometer
  • Pinzette
  • Zeckenpinzette
  • 1 Paar Erste-Hilfe-Handschuhe
  • Anleitung zur Ersten Hilfe

Das Rote Kreuz empfiehlt noch zusätzlich Wasserstoffperoxyd 3 %, Alkohol 70 % sowie Wundbenzin.² Außerdem sollten – vor allem in Haushalten mit Kindern – Notfalladressen und -telefonnummern immer griffbereit liegen.

Da die Hausapotheke durch die unterschiedlichen Bedürfnisse jedes Haushalts eigenen Schwerpunkten bei den Arzneimitteln unterliegt, sollten sie die individuellen Ergänzungen mit ihrem Arzt oder Apotheker absprechen. Nicht immer ist es ratsam Medikamente in großen Mengen auf Vorrat zu kaufen, denn Arzneien haben höchst unterschiedliche Haltbarkeitsperioden.

Jede fünfte Tablette landet nach Schätzungen von deutschen Experten auf dem Müll. Damit werden allein in Deutschland jährlich Medikamente im Wert von mehreren Milliarden Euro weggeworfen. Abgesehen vom enormen wirtschaftlichen Schaden, sind unsachgemäß entsorgte Medikamente mittlerweile auch zu einem echten Umweltproblem geworden. Eine maßvolle und vorausschauende Vorgangsweise ist also durchaus angebracht – bedenken Sie dies, wenn Apotheken und Drogerien sie zum Kauf der „neuesten“ Erkältungsmittel animieren wollen.

Richtige Lagerung und Umgang mit alten Medikamenten

Egal ob Tabletten, Kapseln, Dragees, Tropfen, Säfte, Ampullen oder Zäpfchen: Medikamente müssen sachgerecht aufbewahrt und korrekt angewendet werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Wichtig ist, die Lagervorschriften auf der Packung zu beachten.

Der richtige Ort für die Hausapotheke ist ein Raum, in dem die Arzneimittel kühl und trocken gelagert werden können. Das Badezimmer hat den Vorteil, dass man an die morgendliche Einnahme erinnert wird, zugleich aber den Nachteil der Feuchtigkeit. Die Küche wäre klimatisch vorteilhafter und kommt der häufigen Dosierempfehlung »Einnahme zu den Mahlzeiten« entgegen. In einem Haushalt mit Kindern ist jedoch in der Küche Vorsicht am Platz, denn die allgemeine Zugänglichkeit erhöht das damit verbundene Vergiftungsrisiko. Den passenden Aufbewahrungsort muss also jeder individuell festlegen, solange gesichert ist, dass Arzneimittel kühl und trocken und vor Licht geschützt, sowie für Kinder unerreichbar gelagert werden können.

Neben der richtigen Lagerung ist auch die regelmäßige Überprüfung von Verbandsmaterial und Medikamenten wichtig, um abgelaufene Mittel durch neue, wirksame zu ersetzen und vorrätig zu haben. Veraltete, abgelaufene Medikamente sollten unbedingt aus der Hausapotheke aussortiert, und in der Apotheke zu Entsorgung abgegeben werden.

Medikamente im Straßenverkehr

Vorsicht ist geboten bei der eigenverantwortlichen Einnahme von Medikamenten, welche die Reaktionsfähigkeit beeinflussen können. Das gleiche gilt bei Arzneien, die müde machen. Gerade im Straßenverkehr ist das Wissen über eventuelle Nebenwirkungen ausgesprochen wichtig. Im Zweifel sind Arzt oder Apotheker die richtigen Ansprechstellen.

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Quellen:

¹ NOEZSV: Haus- bzw. Zivilschutzapotheke
² Rotes Kreuz: Hausapotheke

[nicer & red]

Linktipps:

– Alle Notrufnummern auf einen Blick
– Medikamente richtig aufbewahren
– Top 50 – die wichtigsten Medikamente
– Die besten Hausmittel gegen Schnupfen und Erkältung

Kave Atefie





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