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Haltungsschäden bei Kindern vorbeugen

Haltungsschäden bei Kindern vorbeugen

Haltungsschäden bei Kindern vorbeugen

Schon Schulkinder verbringen einen Großteil des Tages im Sitzen. Die wichtige ausgleichende Bewegung fehlt oft. Daher sind Haltungsschwächen häufig schon im Kindesalter vorprogrammiert. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihren Kindern den Rücken stärken können. Wodurch entstehen Haltungsschäden bei Kindern?



Etwa jedes zweite Kind hat bereits bei der Einschulung erste Haltungsschwächen:

  • Es hat Probleme, die Wirbelsäule aufzurichten
  • Es fällt ihm schwer, längere Zeit aufrecht zu sitzen
  • Es klagt über Rückenschmerzen

Die Gründe dafür sind vielseitig und können bereits im Babyalter zu finden sein. Eltern, die Ihr Kind zu früh zum Sitzen animieren, belasten die Wirbelsäule zu stark, weil die Rückenmuskulatur noch nicht ausgeprägt genug ist. Warten Sie daher mit Sitzübungen, bis Ihr Baby sich von ganz allein aufsetzt. Außerdem sollten Kinder nicht zu lange in Babyschalen, Wippen und Tragetüchern sitzen.

Im Laufalter kommt es dann auf ein geeignetes Schuhwerk an, weil auch Fußfehlstellungen negative Auswirkungen auf die Haltung haben. Experten sind sich jedoch einig: Der Hauptgrund für Haltungsschwächen bei Kindern ist die mangelnde Bewegung. Dadurch ist die Muskulatur zu schwach, um die Wirbelsäule abzustützen. Gleichzeitig büßen die Gelenke an Beweglichkeit ein. Die Folge: Früher oder später macht der Rücken schlapp.


Welche Rückenprobleme sind für Kinder typisch?

Die populärste Haltungsschwäche bei Kindern, die auch am häufigsten vorkommt, ist das Hohlkreuz. Dabei kippt der Oberkörper nach hinten ab, während der untere Rücken deutlich nach vorn gewölbt ist. Bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr geben Experten aber Entwarnung: Bis zum Beginn des Zahnwechsels und dem ersten Wachstumsschub ist ein Hohlkreuz bei Kindern völlig normal. Bleibt es auch danach, sollten Eltern sich aber Sorgen machen.

Eine weitere Haltungsschwäche ist der Rundrücken. Hier ist die Brustwirbelsäule zu stark gekrümmt. Manchmal treten Rundrücken und Hohlkreuz gleichzeitig auf. Dann ist die Rede von einem Hohlrundrücken. Bei einem Flachrücken hingegen fehlt die natürliche S-Krümmung der Wirbelsäule, sodass alles steif ist. Diese Haltungsschwäche ist schwer zu erkennen, weil sie oft mit einer geraden Haltung einhergeht. Später entstehen aufgrund der nicht vorhandenen Federung aber Skoliosen.

Außerdem haben Schulkinder, die den Kopf ständig abknicken und ihren Oberkörper beim Sitzen nach vorne beugen, oftmals Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich. Diese führen nicht selten auch zu Kopfschmerzen.


Wie können Haltungsschwächen vorgebeugt werden?

Da mangelnde Bewegung die Hauptursache für Haltungsschwächen ist, kann mit viel Bewegung vorgebeugt werden. Am Anfang müssen Sie dabei gar nicht darauf achten, dass Ihr Kind rückenfreundliche Sportarten ausübt, sondern vor allem darauf, dass Ihr Kind sich überhaupt mindestens eine Stunde am Tage bewegt. Das klappt schon im Kleinkindalter mit Spielzeugen, die zu Bewegung animieren, wie etwa mit einem Hüpfpferd, einem Laufrad, einem Springseil, Stelzen oder Balance-Boards. Auch Federball und andere Ballspiele, Springseilspringen, Rad fahren, Skateboarden, Inlineskaten sowie Schwimmen stehen bei Kindern gerne auf dem Programm. Wichtig ist, dass Ihr Kind lernt, Bewegung mit etwas Positivem zu verknüpfen. So bekommt es Lust auf mehr und muss später gar nicht zum Sport animiert werden, sondern wird freiwillig aktiven Freizeitbeschäftigungen nachgehen.

Eine gute Idee kann auch ein Trampolin für Kinder sein. Wenn Sie keinen großen Garten haben, schafft die Miniausgabe für die Wohnung Abhilfe. Auf dem Trampolin können Kinder sich austoben und dabei viel Spaß empfinden. Außerdem hilft das Trampolin beim Abbau von Stress, regt den Kreislauf an, trainiert verschiedene Muskelgruppen und fördert den Gleichgewichtssinn. Generell gilt aber: Kinder zu Bewegung zu animieren klappt nur, wenn Eltern bereit sind mitzumachen. Natürlich wird Ihr Kind wenig begeistert sein, wenn Sie es zum Sport auffordern, während Sie selber auf der Couch vor dem Fernseher sitzen. Leben Sie Ihren Kindern also vor, dass Bewegung etwas Gutes ist und sehr viel Freude bereitet.


Was muss beim Schultaschen-Kauf beachtet werden?

Viele Eltern unterschätzen, dass auch der schwere Schulranzen Rückenprobleme verursachen kann. Er begleitet Ihr Kind durch die ersten Schuljahre und sollte daher mit Bedacht ausgewählt werden. Schulranzen.net empfiehlt, bei der Auswahl weniger auf ein angesagtes Design zu achten, sondern vor allem viel Wert auf folgende Punkte zu legen:

– geringes Eigengewicht
– die Größe sollte zur Körpergröße des Kindes passen
– ergonomische Rückenpolster die das Gewicht gleichmäßig verteilen
– reflektierende Flächen sorgen für Sicherheit auf dem Schulweg

Und wenn trotzdem Haltungsschwächen auftreten?

Sobald Sie bei Ihrem Kind eine Haltungsschwäche feststellen, sollten Sie frühzeitig handeln. Stellen Sie Ihr Kind einem Orthopäden vor, bevor sich die Haltungsschwächen verfestigen und zu echten und dauerhaften Fehlstellungen werden. Je früher die Behandlung beginnt, desto erfolgreicher wird sie sein. In der Regel fällt es Kindern auch noch deutlich leichter als Erwachsenen, Verhaltensweisen zu ändern.

Der Orthopäde wird Ihrem Kind dann höchstwahrscheinlich ein Gleichgewichts- und Koordinationstraining empfehlen. Außerdem ist eine Muskelkräftigung sowie Dehnung und Entspannung wichtig, um den Rückenproblemen entgegen zu wirken. Mit Reissäckchen, Gummibällen und Luftballons lassen sich viele dieser Übungen von Zuhause aus durchführen. Haben Sie auf jeden Fall ein Auge darauf, dass Ihr Kind die Trainingseinheiten konsequent durchführt, denn nur so werden sie von Erfolg gekürt sein.

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Quellen:

¹ Haltungsschäden und Haltungsfehler bei Kindern und Jugendlichen
² Schulranzen, Schultaschen, Schulrucksäcke
³ Haltungsschäden bei Kindern – Wenig Bewegung, viel Belastung (oe1.at)

Linktipps:

– Tipps rund um die Schultasche
– Schulangst bei Kindern & Jugendlichen
– Was tun bei Rückenleiden?

Kave Atefie





SEO-Consultant und Gründer des unabhängigen österreichischen Gesundheitsportals gesund.co.at, das seit Jahren zu einem der beliebtesten Themenportale im deutschen Sprachraum zählt. Der Anspruch auch komplexe Themen leicht verständlich für interessierte Laien aufzubereiten wurde zum Markenzeichen des Portals.