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Gleitmittel-Ratgeber

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Das Angebot an Gleitmittel ist groß, aber welches Mittel eignet sich wofür? Worauf sollte man achten? Sind Allergien möglich, sind alle Gleitcremen auch kondomtauglich und sollte man für verschiedene Sexpraktiken unterschiedliche Hilfsmittel benutzen? Viele Fragen, wir haben die Antworten darauf.



Mittlerweile bietet auch schon der Drogeriemarkt um die Ecke eine große Auswahl an „Erotikutensilien“ an – unter anderem auch ein gar nicht so kleines Sortiment an Gleitmitteln. Diese dienen grundsätzlich dem Ausgleich einer trockenen Schleimhaut beim Liebesakt. Sie können aber auch allein der Bereicherung des Liebeslebens wegen für den Oral-, Vaginal- und Analverkehr eingesetzt werden. Sie kommen bei bestimmten Fetischpraktiken ebenso zum Einsatz wie bei Selbstbefriedigung und der Verwendung von Sexspielzeug zur Reduktion der Reibung.

Entsprechend unterscheiden sich die Produkte zum Teil gewaltig, nicht nur in der Zusammensetzung sondern auch in der Anwendung. Wenn Sie sich also lieber vorab als direkt vor dem Regal informieren wollen, dann haben wir den perfekten Ratgeber für Sie zusammemgestellt.


Lubrikationsunterstützung

Was für den Mann die Erektion, ist für Frau die Lubrikation, also das Anschwellen und Feuchtwerden der äußeren Geschlechtsorgane. Das ‚Feuchtwerden‘ ist Ausdruck sexueller Erregung und Ergebnis einer verstärkten Durchblutung des weiblichen Schwellkörpergewebes, also der Klitoris und des Scheideneingangs. Dabei wird im Normalfall in der Scheidenschleimhaut der Frau ein Gleitsekret produziert, das das leichtere Eindringen des Penis ermöglicht.

Ausreichende Lubrikation ist Voraussetzung für schmerzfreien Geschlechtsverkehr. Aber manchmal klappt’s nicht so, wie ‚frau‘ sich das wünscht – und das obwohl die Lust auf Sex durchaus vorhanden ist. Sollte diese Lust über einen längeren Zeitraum allerdings nicht vorhanden sein, dann empfehlen wir dringend ein Gespräch mit dem Arzt Ihres Vertrauens – von lediglichem Symptom-Behandeln durch Einsatz von Gleitcreme ist diesfalls dringend ab zu raten!

Die Ursachen für eine trockene Scheide trotz Lust auf ein erotisches Techtelmechtel können hingegen vielfältig sein, und die meisten Frauen kennen das Problem zumindest sporadisch. Sei es, dass das Baby gleich aufwachen könnte, die Präsentation noch fertig gemacht werden muss, morgen ein wichtiges Meeting ansteht, der Hund Gassi muss, die Waschmaschine fertig ist, die Oma auf Rückruf wartet. Irgendwas ist immer und es gibt Phasen im Leben, wo der Kopf dauerhaft mit anderen Dingen blockiert ist, und kaum Zeit, ausreichend Muße oder Gelegenheit für die schönste Nebensache der Welt bleibt.

Das Problem ‚trockene Scheide‘ ist also bei weitem kein ausschließliches Problem von Frauen in den Wechseljahren, auch wenn durch die hormonellen Veränderungen Frauen nach der Menopause häufiger unter fehlender Lubrikation leiden. Doch dem Problem kann einfach und unkompliziert Abhilfe geschaffen werden. Hierzulande kennt und nutzt jeder Dritte Gleitmittel mehr oder weniger regelmäßig. Gleitgel und – cremen helfen nicht nur beim Eindringen in die Vagina und machen den Sexualakt einfach ‚reibungsloser‘, sie können – und sollen – natürlich auch beim Vorspiel eingesetzt werden, um die Partnerin zu stimulieren.

Das feuchte Hilfsmittel ermöglicht nicht nur schmerzfreien Vaginalsex, sondern wird naturgemäß auch bei Analverkehr gern eingesetzt – von heterosexuellen Pärchen, aber natürlich auch in homosexuellen Partnerschaften. Das einschlägige Hilfsmittel ist in jedem Fall sinnvoll, um Lust statt Schmerz zu erleben.

Öl-, silikon- und wasserbasierte Gleitmittel

Typische Basisbestandteile von Gleitmitteln sind Wasser, Silikon oder Öl; alle bieten hinsichtlich Geschmack, Farbe, Struktur und Duft eine große Auswahl. Einige Produkte kühlen sogar, andere wärmen. Probieren Sie aus, was Ihnen gefällt.

Aber nicht jedes Gleitmittel eignet für jede Sexpraktik und falls Sie noch nicht wissen, worauf Sie Lust haben, lohnt sich durchaus der Kauf mehrere Mittel.

Tipp: Machen Sie sich anhand der Herstellerhinweise zeitgerecht und vorab schlau, welches Produkt sich wann und wofür am besten eignet, damit Sie für den Fall der Fälle ausreichend informiert und vorbereitet sind!

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Wasserbasierte Gleitmittel

Viele Gleitmittel basieren auf Wasser: Entmineralisiertes Wasser, Glyzerin und Quellmittel ergeben ein Gel in der gewünschten Konsistenz. Gleitgels auf Wasserbasis sind sanft und hautfreundlich, gut verträglich und (latex)kondomtauglich, trocknen aber relativ rasch aus. Sie eignen sich für oralen, vaginalen und analen Geschlechtsverkehr.

Gleitmittel auf Wasserbasis müssen aber Konservierungsstoffe enthalten, da sich in den wässrigen Gelen ansonsten leicht Keime vermehren. Empfindliche Menschen und Allergiker, die ein Problem mit Konservierungsstoffen haben, sollten also Alternativen in Betracht ziehen. Wasserbasierte Gleitgels kosten im Schnitt rund 4 Cent pro Gramm, und sind die günstigste Variante.

Ölhaltige Gleitmittel

Ölbasierte Gleitmittel werden meist aus pflanzlichen Ölen oder Mineralölen hergestellt. Sie sind wasserabweisend und eignen sich für ausdauernden vaginalen oder analen Verkehr. Vorteil: sie trocknen kaum aus; Nachteil: sie sind nicht geeignet für Kondome und Sexspielzeug aus Latex! Latexkondome reißen sehr leicht wenn sie gemeinsam mit ölhaltigen Gleitmitteln verwendet werden. Öl- und fetthaltige Gleitgele greifen das Latex an und machen es brüchig.

Ölhaltige Gleitmittel sind weniger anfällig für Keime und enthalten wenig bis gar keine Konservierungsstoffe. Wer es besonders „natürlich“ mag – frei von Zusatzstoffen oder Konservierungsmitteln (Parabene kommen besonders häufig zum Einsatz, stehen aber im Verdacht krebserregend zu wirken) – kann auch Kokosöl verwenden. Durch die enthaltenen Fettsäuren gleicht Kokosöl den PH-Wert der Scheidenflora aus und kann bei regelmäßiger Anwendung langfristig auch die Bildung von körpereigenem Scheidensekret stimulieren.

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Für die Anwendung reicht es aus dem – bei Zimmertemperatur halbfesten – Kokosöl ein Kügelchen zu formen, das dann in die Scheide eingeführt wird. Die Körperwärme sorgt schnell für ein Schmelzen des Öls wodurch es zu keiner Verzögerung im Liebespiel kommt. Gleitcremes auf Ölbasis sind aber grundsätzlich teurer als Produkte auf Wasser- bzw. Silikonbasis.

Silikonbasierte Gleitmittel

Silikonbasierte Gleitmittel sind lange gleitfähig und stärker befeuchtend als wasserbasierte Produkte. Sie eignen sich für Vaginal- und Analsex und können gemeinsam mit Kondomen und Sextoys aus Latex verwendet werden, Sexspielzeug aus Silikon sollten sie mit silikonbasierter Gleitcreme allerdings nicht verwenden. Gleitmittel mit Silikon bewegen sich preislich zwischen öl- und wasserbasierten Produkten – es gibt sie ab etwa 8 Cent pro Gramm.


Alternativen zur Gleitcreme

Auch Babyöl wird gern als Gleitmittel genutzt und da spricht – bei ungeschütztem Verkehr in einer dauerhaften Beziehung – auch nichts dagegen. Doch Achtung: wer Latexkondome nutzt, muss auf Babyöl als Gleitmittel verzichten! Andernfalls kann der Schutz verlorengehen, das das Kondom leicht reißen kann! Gleiches gilt für den Einsatz von Vaseline oder Melkfett.

Alle diese Mittel sind bei Analverkehr sehr gut geeignet; Vaseline auch deshalb, weil kleinere Verletzungen durch die Salbe quasi gleich vorbeugend ‚behandelt‘ werden. Bei Vaginalsex ist der Einsatz von expliziten Gleitgels allerdings vorzuziehen, da diese strengeren Auflagen – auch hinsichtlich Verträglichkeit – unterliegen.

Gut zu wissen: Medizinische Gleitmittel, wie sie bei Ultraschalluntersuchungen eingesetzt werden, sind keine Alternative! Sie sind anders zusammengesetzt und eignen sich nicht für sexuelle Zwecke! Sie sind zwar billig, aber untauglich!

Fazit: Gleitmittel werden in vielen Partnerschaften ohne medizinische Notwendigkeit eingesetzt – einfach aus Spaß an der Sache – ermöglichen aber auch bei nicht ausreichender Lubrikation schmerzfreien und erfüllenden Geschlechtsverkehr. Bei Analsex sollte der Einsatz von Flutschi & Co selbstverständlich sein, um schmerzfreien Verkehr sicher zu stellen und Lust zu garantieren.

Gleitmittel sind vielfältig verwendbar, mit oder ohne Sexspielzeug, und sollten am Besten schon ins Vorspiel eingebaut werden. Erlaubt ist, was gefällt – achten Sie aber darauf, dass Kondom und Gleitcreme kompatibel sind!

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Quellen:

¹ Female Sexual Function During the Menopausal Transition in a Group of Iranian Women. (Family Reprod Health. 2016; 10(2):52-8) PMID: 27648093
² Testberichte Gleitmittel (Öko-Test Online)

Linktipps:

– Gleitgel mit Pflegekomponente
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