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Die Gesundenuntersuchung

Die Gesundenuntersuchung

Die Gesundenuntersuchung

Mehr als eine Million Österreicher und Österreicherinnen haben im Jahr 2011 an einer Gesundenuntersuchung teilgenommen, 2001 waren es erst etwa 600.000. „Ein erfreulicher Trend. Doch die Frage ist, warum nicht noch mehr Menschen von dem Angebot einer kostenlosen Vorsorgeuntersuchung Gebrauch machen“, sagt Dr. Susanne Schunder-Tatzber vom Österreichischen Roten Kreuz. Nach dem Motto „Vorbeugen ist besser als Heilen“ sollten regelmäßige Untersuchungen des allgemeinen Gesundheitszustandes eigentlich selbstverständlich sein, doch vor allem Männer zieren sich noch häufig.



Die eigene Gesundheit hängt nicht vom behandelnden Arzt ab. Sie beginnt bei jedem Menschen selbst: eine ausgewogene Ernährung, Bewegung oder geistiges Training gehören ebenso dazu wie die Vorsorgeuntersuchung. Die Vorsorgeuntersuchung bietet allen Personen ab dem 18. Lebensjahr mit Wohnsitz in Österreich einmal pro Jahr ein umfangreiches Untersuchungsprogramm. Kostenlos können sich Patienten über den persönlichen Gesundheitszustand informieren lassen und gemeinsam mit dem Arzt ein Beratungsgespräch führen. Der Gesundheitscheck bringt dabei zahlreiche persönliche Vorteile:

Ergeben die medizinischen Untersuchungen nämlich erste Hinweise für eine Erkrankung, dann wurde wertvolle Zeit gewonnen, um gegenzusteuern. Verschiedene Erkrankungen lassen sich bereits im Frühstadium erkennen und so kann mit einer rechtzeitigen Therapie oder Umstellung von bestimmten Gewohnheiten schon mit wenig Aufwand und Belastung für den Patienten schwere Erkrankungen vorgebeugt werden.

So sind etwa die Heilungschancen bei Krebs um so höher, je früher die Erkrankung entdeckt wird. Bei der Gesundenuntersuchung werden verschiedene Werte durch Urin- und Blutproben ermittelt. Ebenso kontrolliert werden Blutdruck, Pulsfrequenz, Kopf, Hals, Herz, Lunge, Leber, Milz, Nieren, Prostata, Brust, Wirbelsaeule, Gelenke oder die Haut. Ziel ist es, die haeufigsten Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen, also Herzinfarkt, Schlaganfall, Raucherbein, Thrombosen und Embolien, oder Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen (Cholesterin) und Gicht oder Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen. Für Frauen gibt es zusätzlich ein gynäkologisches Vorsorgeprogramm.

Was passiert genau?

Das gesamte Untersuchungsprogramm ist äußerst unkompliziert und weder belastend noch zeitaufwendig. Die Vorsorgeuntersuchung dauert nur rund eine Stunde pro Person und findet an zwei Terminen statt. Am ersten Tag findet die Blut- und Harnabnahme statt. Am 2. Tag finden die internen Untersuchungen und eine abschließende Befundbesprechung statt.

Blutuntersuchung:

Im Labor werden die Blutsenkung, der Blutzucker, der Cholesterinwert, Triglyceride, die Harnsäure und das Leber-Enzym Gamma-GT bestimmt. Die Werte geben Auskunft über Entzündungen, Diabetes, Fetthaushalt und den Stoffwechsel.

Harnuntersuchung:

Mittels Teststreifen wird auf Leukozyten (weiße Blutkörperchen), Nitrit, der pH-Wert, Eiweiß, Glucose, Keton, Urobilinogen, Bilirubin und Blut hin untersucht. Diese Werte geben Auskunft über eventuelle Entzündungen und die Funktion der Organe.

Interne Untersuchung:

  • Ermittlung von Größe, Gewicht, Pulsfrequenz und Blutdruck
  • Herzuntersuchung mittels EKG
  • Abhören der Lunge
  • Untersuchung des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches
  • Tastbefund von Gefäßen, Leber, Nieren, Milz und Rektum
  • Begutachtung von Gelenken und Wirbelsäule
  • beim Mann wird die Prostata untersucht
  • weiters Suchen nach Auffälligkeiten wie etwa vergrößerte Lymphknoten
  • ab dem 40. Lebensjahr Untersuchung des Stuhles auf Blut

Zusatzprogramm für Frauen:

  • Tastbefund der Brüste
  • Orangenhaut und Hautveränderungen
  • vaginal-digitale Untersuchung
  • Schwellungen der Lymphknoten
  • Genitalabstrich und eventuell Befunde zur Abklärung von verdächtigem Gewebe
  • Mammografie der Brust ab einem Alter von 40 Jahren im Abstand von zwei Jahren

Die Vorsorgeuntersuchung soll in erster Linie dazu dienen, die folgenden Krankheiten möglichst frühzeitig zu erkennen:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Arteriosklerose
  • erhöhter Blutdruck
  • Krebs, insbesondere Darmkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Hautkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • diverse Stoffwechselerkrankungen
  • chronische Erkrankungen der Atmungsorgane

Der wichtigste Teil des Vorsorgeprogramms ist die eingehende Untersuchung durch den Arzt und das abschließende Gespräch über den Gesundheitszustand. Dabei geht es sowohl um die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten als auch um eventuelle Risikofaktoren, z.B. Erbkrankheiten. „Schon allein die Tatsache, dass mehr als die Haelfte aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Todesfolge darauf zurueck gehen, dass sie zu spät erkannt worden sind, sollte jedem zu denken geben. Wer rechtzeitig vorsorgt, dem bleibt viel Leid, vielleicht auch viel Schmerz und auch viel Geld erspart“, so Schunder-Tatzber.

Quelle: Rotes Kreuz

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Kave Atefie





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