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Gesunde Gewürze im Advent

Gesunde Gewürze im Advent

Gesunde Gewürze im Advent

Weihnachten, das ist auch die Zeit der Düfte und Aromen. Wer da nur an Kalorien denkt, liegt falsch, denn die Gewürze in den Weihnachtsleckereien sind ausgesprochen gesund. Die Gewürze und die darin enthaltenen ätherischen Öle verfeinern nicht nur das Aroma von Speisen und Getränken, sondern tun auch Leib und Seele gut.



Gewürze in Bio-Qualität

Empfehlenswert ist Gewürze in Bio-Qualität zu kaufen. Sie sind besonders geschmacksintensiv und sind im Gegensatz zu konventionellen Gewürzen nicht mit Rückständen von Pflanzengiften und Schwermetallen belastet.

Bio-Gewürze werden nach den strengen Regeln des ökologischen Landbaus produziert. Chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie Gentechnik werden abgelehnt. Die Gewürzpflanzen wachsen in Mischkulturen, ähnlich wie in der Natur – der Boden ist nährstoffreicher und die Pflanzen sind widerstandsfähiger. Nach der Ernte werden die Gewürze im Herkunftsland schonend getrocknet. Ihr Aroma bleibt dabei weitgehend erhalten und muss nicht nachgebessert werden. Eine Bestrahlung oder Begasung, die bei konventionellen Gewürzen zur Schädlingsbekämpfung und Konservierung angewandt wird, ist bei Bio-Gewürzen tabu. Sie werden ganz natürlich und sorgfältig von Hand auf Schädlinge kontrolliert und notfalls aussortiert.

Zimt – weihnachtlich duftend

Der Zimtbaum galt in der chinesischen Mythologie als Lebensbaum und wird seit 5000 Jahren als Gewürz und Heilpflanze verwendet. Seine bei Eintritt ins Paradies verzehrten Früchte sollten Unsterblichkeit und ein glückliches Leben verleihen.

Ceylon-Zimt, der edelste Zimt, stammt ursprünglich aus Ceylon (Sri Lanka). Er schmeckt sehr fein und ist milder als der scharfe und billige Cassia-Zimt aus China.

Ins Gerede gekommen ist Cassia-Zimt auch wegen eines höheren Gehalts an Cumarin. Cumarin, ein in zahlreichen Pflanzen vorkommender Stoff, ist in hohen Dosen leberschädigend. Deshalb wird für Kinder vor übermäßigem Genuss von Zimtsternen gewarnt.

Bei Verwendung in haushaltsüblichen Mengen ist normalerweise aber keine Belastung zu erwarten.

Als Heilmittel wird Zimt bei Verdauungsbeschwerden, rheumatischen und arthritischen Beschwerden verwendet. Aktuell wird Zimt auch im Hinblick auf eine günstige Wirkung bei Diabetes erforscht. In der TCM gilt Zimt als wärmend und die Nieren stärkend.

In der Küche ist Zimt für fast alles verwendbar: für Süßspeisen, Gebäck, Kompotte, Tees, Milchreis, Lebkuchen, aber auch für Gulasch, Geschnetzeltes oder Eintöpfe ist der süß-aromatische, leicht bittere Geschmack hervorragend geeignet.

Kardamom – erfrischend und exotisch

Nach Safran und Vanille ist Kardamom das teuerste Gewürz der Welt. Der kräftige, warme Duft der Kardamomsamen ist unverkennbar. Sie haben ein leicht zitronenartiges Aroma, das an Eukalyptus erinnert.

Kardamom regt den Stoffwechsel an, ist krampflösend, verdauungsfördernd, steigert die Gedächtnisleistung und hellt insgesamt die Stimmung auf. Bei Völlegefühl und Unwohlsein empfiehlt sich das Kauen einiger Kardamomsamen. Wirklich gute Qualität hat Kardamom, wenn die in den grünen Hülsen enthaltenen Samen schwarz sind. Diese Samen werden in der Küche entweder ganz, gemörsert oder gemahlen verwendet und sie passen sowohl zu süßen als auch zu pikanten Speisen.

Muskatnuss – intensiv und pfeffrig

Botanisch gesehen ist die Muskatnuss keine Nuss, sondern der Kern einer pfirsichartigen Frucht. Die Muskatnuss kam im 11. Jahrhundert nach Europa und eroberte aufgrund ihres angenehmen Geschmacks sehr rasch die heimischen Küchen. Sie wurde vor allem zum Würzen von Getränken, wie Bier, Met oder den beliebten Würzweinen verwendet.

Bald schätzte man auch die Heilkraft und stärkende Wirkung. So erkannte man auch die halluzinogene Wirkung bei Liebhabern der Muskatnuss, die der Nuss mehr zusprachen als ihnen gut tat.

In der TCM wird Muskat bei Kältegefühlen und Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Die scharfe und heiße Wirkung belebt den Energiefluss und beseitigt Kälte-Feuchtigkeits-Stau. Muskatnuss fördert die Durchblutung, ist blutstillend, stimulierend und aphrodisierend.

In der Küche wird Muskat am besten frisch gerieben verwendet. Bereits in kleinen Mengen bekommen Gemüse-, Kartoffel-, Fleisch-, Geflügel- und Fischgerichte, Obst-Kompott und Weihnachtsleckereien die besondere Geschmacksnote. Dabei gilt: Sparsam würzen, denn in hohen Dosen sind Muskatnüsse giftig. Für Kleinkinder kann eine ganze Muskatnuss lebensgefährlich werden.

Vanille – harmonisierend und betörend

Vanille ist die Kapselfrucht einer mexikanischen Kletterorchidee mit lianenhaften Ranken. Die Trocknung ist sehr aufwändig und trägt zum hohen Preis des Gewürzes bei. Echte Vanille hat einen intensiven Duft und ihr exotisches, warmes Aroma ist unvergleichlich.

Ihr wichtigster Aromastoff ist Vanillin. Es kann auch künstlich aus Abfallprodukten der Papierherstellung oder aus Eugenol, im ätherischen Nelkenöl, hergestellt werden. Am besten schmeckt aber natürliches Vanillemark. Dazu die Schote längs halbieren und das Mark mit einer Messerspitze herausschaben oder die Schoten einfach mitkochen.
Die Wirkung von Vanille ist beruhigend, harmonisierend und wohltuend für die Verdauung.

Vanille darf in keinem Haushalt fehlen. Sie ist wichtiger Bestandteil von Süßspeisen, Saucen, Getränken, Puddings, aber sie passt auch hervorragend zu Fisch oder Huhn.

Noch ein Tipp: Vanillezucker können Sie selbst zubereiten: Dazu eine ausgeschabte Vanilleschote in einem gut verschlossenen Glas mit Zucker aufbewahren.

Weihnachtliche Gewürze – Naschen mit Verstand

Ein Beitrag von: Dr. Claudia Nichterl, www.essenz.at

Quellen:

– Kothe Hans et. al.: Kräuter, Gewürze und Heilpflanzen, Komet Verlag
– Wu Yanping, Ernährungstherapie mit chinesischen Kräutern
– Christiane Seifert: Die Fünf-Elemente-Küche

Linktipps:

– Kleines Gewürz-ABC
– Gewürzlexikon
– Safran – kostbares und gesundes Gewürz
– Zimt senkt Blutzucker
– Nahrungsmittelallergien in der Adventzeit
– Adventgenuss ohne Gewichtsverdruss
– Backen ohne Ei und Milch (Nahrungsmittel-Allergien)