|
MedNews
der Woche
Kalenderwoche 6; 2003 Glaukom
(Grüner Star):
|
|||||||||||
| Kammerwasserkreislauf: Vor der Linse strömt das dünnflüssige Kammerwasser. Es liefert die Nährstoffe für Hornhaut und Linse. Wie bei einem See besteht im gesunden Auge ein Gleichgewicht zwischen Zufluß und Abfluß des Kammerwassers. Dadurch bleibt der Druck im Augeninneren konstant. Beim Glaukom ist oft - aber nicht immer - der Abfluß behindert, und als Folge steigt häufig der Augeninnendruck an. Deshalb drückt die erhöhte Flüssigkeitsmenge in den Augenkammern immer mehr gegen den Glaskörper. Dieser gibt den Druck weiter auf die Netzhaut und besonders auf die empfindlichen Fasern des Sehnervs. Mit der Zeit kann der erhöhte Augeninnendruck den Sehnerv schädigen und dadurch das Gesichtsfeld beeinträchtigen. Wird der erhöhte Augeninnendruck nicht behandelt, kann dies letztlich sogar bis zur Erblindung führen.
|
![]() | |
![]() |
Die fast völlige Beschwerdefreiheit macht das Glaukom zu einer wahrhaft tückischen Erkrankung. In der Regel merken Sie nicht, dass Sie am Glaukom erkrankt sind. Wenn Sie es selbst feststellen, ist meist schon ein irreparabler Schaden eingetreten. Das erkrankte Auge sieht von außen ganz normal aus. Das Glaukom bereitet keine Schmerzen und die Gesichtsfeldausfälle (>Was ist ein Glaukom?) beginnen an den Rändern des Gesichtsfeldes, wo sie lange nicht bemerkt werden. Die zentrale Sehschärfe bleibt jedoch oft bis in Spätstadien hinein erhalten. Die einzig wirklich sichere Möglichkeit, um ein Glaukom auszuschließen, ist die regelmäßige Routineuntersuchung beim Augenarzt (Glaukomscreening). Vom 40. Lebensjahr an sollte jeder einmal jährlich zur Früherkennungsuntersuchung zum Augenarzt gehen. Wer einer Risikogruppe angehört (Personengruppe ab 40 Jahre, Personen mit Durchblutungsstörungen, usw.), zum Beispiel einer Familie, in der es mehrere Fälle von Glaukom gab, sollte sich noch eher und häufiger untersuchen lassen. | |
Therapie
Die
Behandlungsmethoden des Glaukoms lassen sich in drei Gruppen einteilen:
1.
Medikamente
2. Lasereingriffe
3. Operationen
1.
Es gibt zahlreiche Medikamente, die den Augeninnendruck über unterschiedliche
Wirkungsmechanismen senken können.
a) durch Hemmung der Kammerwasserproduktion
b) durch Förderung des Kammerwasserabflusses
2. Der Laserstrahl kann eingesetzt werden, um im Trabekelwerk einen besseren Abfluss zu bewirken oder um durch eine Lochbildung in der Regenbogenhaut den Kammerwasserabfluss im Auge umzuleiten und dadurch einen zu engen Kammerwinkel zu erweitern. Laserenergie kann auch eingesetzt werden, um die Produktion von Kammerwasser durch Vernarbung des Ziliarkörpers zu vermindern.
3. Wenn mit Medikamenten und Lasereingriffen keine ausreichende Senkung des Augeninnendruckes zu erreichen ist, wird die Operation unumgänglich. Dabei wird eine kleine Öffnung in die Augenwand präpariert, sodass Kammerwasser aus dem Augeninneren unter die Bindehaut abfließen kann.
Die Aufgabe des Arztes ist es, die verschiedenen Möglichkeiten der Augendrucksenkung für jeden einzelnen Patienten individuell auszuwählen. Forschungsergebnisse der letzten Jahre deuten darauf hin, dass beim Glaukom der erhöhte Augeninnendruck durch direkten mechanischen Druck auf die Nervenfasern zwar der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung einer Schädigung des Sehnerven ist, dass aber auch Durchblutungsstörungen sowie Schädigung noch gesunder Nervenfasern durch die Abbauprodukte bereits betroffener Nervenfasern eine wichtige Rolle spielen. Die Anwendung durchblutungsfördernder Medikamente ist daher von Vorteil, neuroprotektive (nervenfaserschützende) Medikamente stehen uns derzeit noch nicht zu Verfügung.
Prinzipiell ist davon auszugehen, dass jedes Glaukom unbehandelt zur Erblindung des betroffenen Auges führt. Ein bereits eingetretender Gesichtsfeldschaden ist trotz intensiver Therapie nicht mehr zu beheben. Beim primären Offenwinkelglaukom handelt es sich um einen chronischen Krankheitsprozess, der eher langsam verläuft und zwar bis zu Jahren oder sogar Jahrzehnten. Der Prozess kann durch entsprechende Therapie gestoppt oder verlangsamt werden. Das akute Glaukom führt unbehandelt meist zur schnellen Erblindung. Rechtzeitig erkannt und adäquat behandelt hat es eine sehr gute Prognose.
Patientenforum "Grüner Star"
Unter der Hotlinenummer 01/409 75 02 stehen in Österreich jeden ersten Montag im Monat (außer Feiertage) von 13 bis 14 Uhr Fachärzte zum Thema Glaukom für die telefonischen Patientenanfragen zur Verfügung. Die Information ist anonym und kostenlos.
LINKTIPPS:
.... Glaukom-Früherkennung extrem wichtig
.... Das
Auge - Grüner Star
....
Medical Tribune: 1. Welt-Glaukomtag
....
Glaukomfrüherkennung
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
|
|


