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Gestosen – schwangerschaftsbedingte Krankheiten mit unklarer Ursache

Gestosen – schwangerschaftsbedingte Krankheiten mit unklarer Ursache

Gestose Schwangerschaft

„Schwanger schafft“ nicht immer nur Freude, sondern kann in manchen Fällen den Organismus stark belasten. Wenn der Körper einer werdenden Mutter verrückt spielt, steckt oft eine Gestose dahinter. Diese schwangerschaftsspezifischen Erkrankungen treten in unterschiedlichen Ausprägungen auf.



Eine Schwangerschaft ist im Grunde ein natürlicher Prozess, der Mutter und Kind auf das Leben nach der Geburt vorbereiten sowie Rückzug und Ruhe „vor dem Sturm“ bieten soll. Die hormonelle Umstellung führt jedoch hin und wieder zu Stoffwechselkrankheiten, die ohne Schwangerschaft gar nicht erst aufgetreten wären bzw. durch diese verstärkt werden.

Abhängig vom Zeitpunkt des Auftretens unterteilt man in Frühgestosen (bis zur 20. Schwangerschaftswoche (SSW) und Spätgestosen (nach der 20. SSW). Frühgestosen kommen am häufigsten im ersten Drittel (Trimenon) der Schwangerschaft vor und belasten 10 bis 20 Prozent aller werdenden Mütter mit morgendlicher Übelkeit und Erbrechen. Spätgestosen überraschen im letzten Schwangerschaftsdrittel, können unterschiedliche Namen und Ausprägungen wie Schwangerschaftsvergiftung,

EPH-Gestose, Präeklampsie, Eklampsie oder HELLP-Syndrom haben und lebensbedrohlich sein.

Für nur etwa ein Viertel der Patienten spricht mit hoher Zufriedenheit auf Therapiemaßnahmen an, für etwa 20-30% (manche Studien sprechen gar von 40%) besteht eine Noncompliance bezüglich der Medikamenteneinahmen bzw. eine bereits erfolgte „Ausbehandlung“, also ein Nicht-Ansprechen auf herkömmliche Therapieformen.uss.

Spätgestosen: die mannigfaltigen Arten und Namen erschweren das Verständnis im Zusammenhang mit diesen Erkrankungen, wie die Arbeitsgemeinschaft der Gestose-Frauen Österreich weiß. So nahm man früher an, dass die Schwangerschaft bei betroffenen Frauen Vergiftungen verursacht, der Begriff der Schwangerschaftsvergiftung war daher die logische Konsequenz. Diese Vermutung hat sich jedoch nicht bestätigt, häufiger spricht man heute von EPH-Gestosen, die sich an den drei möglichen Leitsymptomen orientieren und E als Wassereinlagerungen im Gewebe (englisch: Edema), P als Eiweißausscheidung im Urin (e: Proteinurie) und H als Bluthochdruck (e: Hypertonie) definieren. Unter diesen Oberbegriff fällt etwa die Präeklampsie oder „schwangerschaftsinduzierte Hypertonie“, die durch hohen Blutdruck und zu viel Eiweiß im Urin gekennzeichnet ist.

Ödeme gehören nicht zu ihren typischen Merkmalen, können jedoch auftreten. Ihr Verlauf kann sehr unterschiedliche Formen aufweisen. So wird sie oft von Schwindel und Kopfschmerzen begleitet, Bettruhe und viel Schlaf können hier ausreichen, um ein weiteres Ansteigen des Blutdruckes zu verhindern. Manchmal kann die Präeklampsie zu Unterversorgung und Wachstumsstörungen des Ungeborenen oder zu einer Frühgeburt führen und in seltenen Fällen zur lebensbedrohlichen Eklampsie werden. Diese äußert sich durch Krämpfe und Bewusstseinsstörungen und muss umgehend intensiv-medizinisch betreut werden. Ebenso ist es beim HELLP-Syndrom, welches mit akuten Schmerzen im rechten Oberbauch sowie sprunghaft ansteigendem Blutdruck einhergeht und vorzeitige Plazentaablösung sowie veränderte Leberwerte zur Folge haben kann, wie Thomas Gent, Frauenarzt in Hamburg, meint. Führen die gesetzten Maßnahmen nicht zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes der Schwangeren, kann nur noch die Entbindung helfen, nach der die Symptome in der Regel relativ rasch wieder abklingen.

Warum es zu Gestosen kommt, ist noch nicht restlos geklärt, allerdings dürfte die Kombination einiger Faktoren ihre Entstehung begünstigen. So scheinen sehr junge Schwangere, aber auch werdende Mütter ab 40 ein höheres Risiko zu haben. Chronischer Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, starkes Übergewicht, Nierenerkrankungen oder vorangegangene schwere Gestosen fördern gemäß Thomas Gent diese Erkrankungen ebenfalls. Aufmerksam sollten auf alle Fälle Erstgebärende mit den erwähnten Risikofaktoren sein. Denn die Tatsache, dass noch keine Erfahrungswerte über die Schwangerschaft vorliegen, erschwert mögliche Gegenmaßnahmen. Die Arbeitsgemeinschaft der Gestose-Frauen Österreich empfiehlt daher, bei Schwellungen in Armen, Beinen und Gesicht, Kopfschmerzen, Hör- und Sehstörungen sowie verminderter Urinmenge hellhörig zu sein. So manche Präeklampsie verursacht jedoch gar keine Beschwerden, wichtig sind darum regelmäßige Kontrollen und Messungen im Rahmen der Mutter-Kind-Pass- Untersuchungen, um so frühzeitig die Krankheit zu erkennen.

= [Mag.Bak. Illich] =

Quellen:

¹ Gestose Frauen Österreich – Arbeitsgemeinschaft der Gestose Frauen
² Babycenter – Alles über Komplikationen bei der Schwangerschaft

Linktipps:

– Hellp-Syndrom
– Erbkrankheiten
– Kindercorner
– Vorsorge-Corner: Gesundenuntersuchung