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Gelenkschmerzen: wer rastet, der rostet

Gelenkschmerzen: wer rastet, der rostet

Gelenkschmerzen: wer rastet, der rostet

Die Häufigste Ursache für Gelenkschmerzen ist der Gelenkverschleiß. Das sich Gelenke im Laufe der Zeit abnutzen, liegt in der Natur der Sache, doch das ist keineswegs ein Prozess der tatenlos hingenommen werden muss. Ein weit verbreitetet Irrtum ist dabei die Annahme, dass wer seine Gelenke schont, Gelenkschmerzen vorbeugt. Das Gegenteil ist der Fall, Gelenke wollen bewegt werden.




Gelenkverschleiß

Knie, Ellbogen, Finger und Schulter sind typische Stellen für Gelenkschmerzen. Menschen, die darunter leiden sind aber nicht, wie oft fälschlich angenommen wird, besonders sportlich aktiv, sondern im Gegenteil meist jene, die ihren Körper übermäßig zu schonen. In der überwiegenden Zahl der Fälle werden Gelenkschmerzen durch Abnutzungserscheinungen (Gelenkverschleiß) verursacht – Mediziner sprechen hierbei von Arthrose. Verschleißerkrankungen sind eine der großen Volkskrankheiten im Alter. Der Knorpel nutzt sich ab, was zu teils massiven Schmerzen durch das Aufeinanderreiben der Knochen führen kann und erhebliche Einschränkungen im Alltag mit sich bringt. Aber auch akute Gelenkentzündung (Arthritis) und Verletzungen können für Gelenkschmerzen verantwortlich sein.


Übergewicht – Ein Feind der Gelenke

Auch wenn es ein ungeliebtes Thema ist, aber starkes Übergewicht und Fettleibigkeit sind nicht nur ein optisches Problem, sie sind auch Basis vielfältiger gesundheitlicher Probleme. Zu diesen Problemen gehört der überdurchschnittliche Verschleiß der Gelenke. Das betrifft nicht nur die Fuß- oder Kniegelenke, das betrifft insbesondere auch das Hüftgelenke und die Wirbelsäule. Starkes Übergewicht bringt die Statik des Körpers aus dem Gleichgewicht. Die Folge sind starke einseitige Belastungen, zu wenig Bewegung damit zu geringe Schmierung der Gelenke und im Ergebnis sind Gelenkschmerzen oft der tägliche Begleiter für diese Menschen. Auch wenn es scher fällt, aber gerade für diese Gruppe sind Bewegung und sportliche Aktivitäten ein ganz wichtiger Schritt, beim Gelenkverschleiß gegenzusteuern.


Vorbeugung: Gewichtreduktion und ausreichend Bewegung

Nur ein aktives Gelenk bleibt geschmeidig, die Gelenkschmiere im Gelenkspalt wird aktiviert und schützt. Wichtig ist also ausreichend Bewegung, denn kräftige Bänder und starke Muskeln gelten als bester Schutz gegen Gelenkschmerzen. Außerdem ist es wichtig Übergewicht zu reduzieren, denn jedes überschüssige Kilo ist eine enorme Zusatzbelastung für die Gelenke und begünstigt deren Verschleiß, was dann unweigerlich zu Gelenkschmerzen führt.

Moderate sportliche Aktivität und nachhaltigee Gewichtsreduktion sind also das Mittel der Wahl um Gelenschmerzen vorzubeugen aber auch zu mindern. Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking bieten sich dabei ebenso an, wie regelmäßige Gymnastik oder Yoga. Aber es ist auch schon ein wesentlicher Schritt, sich im Alltag bewusst zu bewegen. Ab und zu beim Einkaufen nicht mit dem Auto bis zum Eingang fahren, ruhig weiter weg parken, auch mal die Treppe benutzen und nicht den Fahrstuhl, oder nach Feierabend eine Haltestelle weiterlaufen und erst da in die Straßenbahn einsteigen. Es gibt viele Ideen, körperliche Bewegung bewusst in den Alltag zu integrieren.


Gelenkschmerzen – Es gibt viele Ursachen

Beschwerden mit den Gelenken sind allerdings nicht nur auf Verschleiß zurückzuführen. Es gibt vielfältige Ursachen, die immer von einem Fachmann geklärt werden müssen. Neben der Arthrose, der typischen Verschleißerkrankung der Gelenke, führen auch Gicht, Rheuma oder Infektionen zu Schmerzen in den Gelenken. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose sehr wichtig, um den richtigen Weg für die Heilung oder zumindest die Linderung der Schmerzen, einzuschlagen. Deshalb sollten die Signale des Körpers ernst genommen werden, ohne zu übertreiben.

So sind Schmerzen nach einer großen Anstrengung nicht zwingend ein Alarmsignal. In der Regel klingen sie wieder ab. Wenn die Schmerzen aber anhalten oder bei einfachen Bewegungen regelmäßig auftreten, gibt es Klärungsbedarf. Aber nicht nur da. Eine Arthritis beispielsweise hat deutliche Symptome, die sich nicht nur auf Schmerzen begrenzen. Ist das Gelenk geschwollen, schlechter beweglich, fühlt sich heiß an oder ist äußerlich gerötet, dann sind das ebenfalls Alarmzeichen.


Diagnoseformen

Bei der Abklärung von Gelenkschmerzen stehen dem Arzt mehrere Untersuchungsmethoden zur Auswahl, Basis sollte wie immer eine ausgiebige Dokumentation der Krankengeschichte (Anamnese) sein, dann stehen folgende Methoden zur Verfügung:

    Orthopädische Untersuchung etwa bei verdacht auf Arthrose, Schleimbeutelentzündung oder einen akuten Gichtanfall.

    Dermatologische Untersuchung bei Verdacht auf Psoriasis-Arthritis oder Sarkoidose als mögliche Ursache von Gelenkschmerzen.

    Blutuntersuchungen bei Verdacht einer bakteriellen Gelenksentzündung, Rheumatoider Arthritis oder Borreliose.

    – Ultraschall-Untersuchungen (Sonografie) kommt bei vermuteter Schleimbeutelentzündung, Gicht oder Systemischer Lupus erythematodes zum Einsatz.

    – Aber auch Röntgen und Gelenkpunktion kann in bestimmten Verdachtsfällen zur Abklürung der gelenschmerzen herangezogen werden.

    Je früher die richtige Diagnose bei Gelenkbeschwerden gefunden wird um so besser sind die Heilungschancen.


Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

Um die reibungslose Funktion der Gelenke dabei zu unterstützen, sind zusätzliche Gesundheitsmittel durchaus eine probate Möglichkeit. Sie wirken präventiv können aber auch bei Verschleißschmerzen lindern. Nahrungsergänzungsmittel unterstützen auf natürlichem Wege die Funktion der Gelenke und bieten Aufbaustoffe für die Schutzfunktion der Gelenkschmiere. Das ist sinnvoll, denn mit zunehmenden Alter produziert der Körper immer weniger Hyaluronsäure. Ein entscheidendes Problem, denn Hyaluronsäure ist der Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit. Entsprechend sind Kollagen und Hyaluron Hauptbestandteile so mancher Nahrungsergänzungsmittel in diesem bereich. Durch die Zuführung dieser Stoffe soll ausgeglichen werden, was der Körper selber nur noch eingeschränkt produziert.

Vor Selbstmedikation ist allerdings abzuraten, Sie sparen viel Geld, wenn Sie die Einnahme bestimmter Mittel vorher mit ihrem Arzt besprechen und Rat einolen, welche Mittel sinnvoll sind und welche getrost ignoriert werden können. Beim Wirkstoff Hyaluronsäure gilt die Wirksamkeit mittlerweile als erwiesen, doch diese scheint sich je nach Verabreichungsform (orale Einnahme, Injektionen) durchaus dramatisch zu unterscheiden.

Eine umfassende Metaanalyse aus dem Jahre 2012 hat die Ergebnisse von insgesamt 89 Studien zu diesem Them mit zusammen 12.667 Patienten ausgewertet. 68 Studien davon hatten eine Placebo-Kontrolle. Bei 40 Untersuchungen wurden die Patienten länger als 3 Monate nachbeobachtet. Ergebnisse: In 71 von 89 Studien konnte eine mäßig ausgeprägte Schmerzabnahme unter der Behandlung mit Hyaluronsäure dokumentiert werden.³

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Quellen:

¹ Gelenkschmerzen (netdoktor.de)
² Dr. Hittich: Wie halte ich meine Gelenke fit (SZ-online.de)
³ Rutjes AW, Jüni P, da Costa BR, Trelle S, Nüesch E, Reichenbach S. Viscosupplementation for Osteoarthritis of the Knee: A Systematic Review and Meta-analysis. Ann Intern Med. 2012 Aug 7;157(3):180-91.

Linktipps:

– Arthritis: neue Medikamente zur Behandlung
– Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel?
– Weihrauch – altes Naturheilmittel als Medikament neu entdeckt
– Pharmazie – Apotheken, Medikamente, Forschung & Entwicklung

Kave Atefie





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