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Gefahrenpotentiale am Arbeitsplatz

Gefahrenpotentiale am Arbeitsplatz

Gefahrenpotentiale am Arbeitsplatz

Den größten Teil unseres Tages verbringen wir am Arbeitsplatz. Die wenigsten von uns sind Leibwächter oder Bergbauarbeiter, doch auch im Büroalltag kann so einiges schief gehen! Manche Risiken sind offensichtlich, andere wiederum nicht. Oft passiert es gerade dort, wo man am wenigsten damit rechnet.



Gerade wenn es hektisch im Büro zugeht, legt man gerne einen Gang zu und achtet nicht mehr ganz so genau auf Ordnung. Offene Schreibtischladen, schlampig verlegte Kabel und rutschige Böden verwandeln dann die Gänge zu Stolperpfaden. Schmerzhafte Sturzeinlagen sind da vorprogrammiert und zählen zu den häufigsten Unfällen im Büro.

Typische Unfallquellen

„Wer es eilig hat, soll langsam gehen“, so eine alte chinesische Weisheit. Doch wer hält sich schon daran in der täglichen Bürohektik, wenn der nächste Termin gnadenlos näher rückt. Schnell werden da auch scharfe Tischkanten gerammt und Treppenabsätze unterschätzt. Daher trotz Stress immer Augen auf!

Und gar nicht erst den Boden mit Stolperhürden vollstellen:

  • Akten verstaut man besser im Schrank und nicht neben dem Bürotisch
  • Herumliegende Kabel kann man mit Kabelbrücken oder Matten abdecken
  • Gegen scharfe Kanten helfen wiederum Kantenschützer

Weniger mit Ordnung als mit Verstand hat ein weiterer Unfallklassiker zu tun. Häufig werden wackelige Bürosessel oder Stühle mit Rollen als Aufstiegshilfe missbraucht, wenn gerade keine Leiter in greifbarere Nähe ist. Solche wackeligen Akrobatikeinlagen gehören in die Manege, im Büro sorgen sie schnell für einen ungeplanten Aufenthalt in der Notaufnahme.

Krank-Sitzen

Verdeckte Gefahren lauern nicht nur am Weg zum Drucker oder in der Kaffeeküche – auch im Bürosessel vor dem PC ist man gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Wer mehr als drei Stunden täglich durchgehend sitzt, schadet der Gesundheit und verringert sogar die Lebenserwartung um rund zwei Jahren. Das belegen Studien seit Jahren.

Der Körper ist auf langes Sitzen einfach nicht ausgelegt. Den geborenen Bürohengst gibt es nicht. Durch Vielsitzen verkümmern unzählige Muskeln, die Bandscheiben werden belastet und die Durchblutung der Gefäße gehemmt. Die Folgen reichen von Verdauungsstörungen, über Bandscheibenvorfälle bis hin zu Herz-Kreislauf-Problemen. Obendrein wird durch Dauersitzen das Immunsystem geschwächt und die Psyche belastet, weil Stress bei mangelnder Bewegung nicht ausreichend abgebaut werden kann.

Damit man auch bei stundenlangem Sitzen fit und gesund bleibt, sollte man zwischendurch kleinere Übungen zur Auflockerung und Dehnung machen. Dafür muss man das Büro nicht in ein Fitnesscenter verwandeln und die Sporttasche mitschleppen. Fünf bis zehn Minuten reichen bereits aus, um Körper und Geist zu revitalisieren.

Also wenig Aufwand mit großer Wirkung. Verspannungen löst man unter anderem, indem man die Schultern kreisen lässt oder die Arme hochreckt. Mit Kniebeugen weckt man müde Po-Muskeln und aktiviert den ganzen Körper. Das bringt den Kreislauf wieder in Schwung und regt die Durchblutung an. Im Internet und unter ‚Linktipps‘ finden Sie zahlreiche Übungsanleitungen für kurzweilige Sporteinlagen für zwischendurch.

Tipp: Unbedingt auf seriöse Quellen achten! Falsch ausgeführte Übungen schaden mehr als sie helfen.

Doch auch die Sitzgelegnheit selbst sollte ergonomisch passen. Bürosessel sollten auf alle Fälle individuell verstellbar sein, sprich mit einer anpassbaren Höhe und Drehfunktion ausgestattet sein. So übersteht man im Fall des Falles auch längeres Sitzen ohne gröbere Beschwerden.

Die Bildschirm-Falle

Nicht nur das Sitzfleisch, sondern auch die Augen werden täglich im Büro beansprucht. Die Menschen verbringen immer mehr Zeit vor dem Bildschirm und das sowohl bei der Arbeit als auch zu Hause. Die Augen sind einer regelrechten Dauerbelastung ausgesetzt.

Die digitale Augenüberlastung hat sich längst in die Reihe der Volkskrankheiten eingereiht. Typische Symptome sind Kopfschmerzen und Sehstörungen im Nahbereich.

Den Augen sollte man deshalb mehrere kleine Entspannungsphasen gönnen – das ist sogar besser als eine lange Pause. Beispielsweise kann man zwischendurch den Blick vom Monitor auf ein Objekt in der Ferne richtet. Dadurch bleibt die Augenlinse elastisch, was vor Sehstörungen bewahrt.

Wie schnell das Auge ermüdet, hängt aber nicht nur von der Zeit vor dem Bildschirm ab. Der Abstand zum Bildschirm und die Beleuchtung sind genauso entscheidend.

Als Faustregel gilt, dass das Display mindestens 50 bis 75 Zentimeter vom Gesicht entfernt stehen sollte, also mindestens eine ausgestreckte Armlänge. Außerdem sollte die Oberkante des Bildschirms auf Augenhöhe liegen. Der Blick ist also stets leicht gesenkt. Die Blickrichtung sollte parallel zum Fenster verlaufen. Dadurch vermeidet man Spiegelungen und Reflexionen, die nicht nur störend, sondern ungesund sind.

Extremsituationen: Erste Hilfe und Feuer

Überall wo Menschen sind, gibt es Unfälle. Statistisch gesehen, kommt man mindestens einmal im Leben in eine Situation, in der man Erste Hilfe leisten muss.

Erste Hilfe

Seit dem 1.1.2010 gilt eine neue Regelung für Erst-Helfer für Arbeitsstätten und Baustellen von 1 bis 4 Arbeitnehmer und eine Neuregelung der Auffrischungskurse für alle Erst-Helfer. Doch nicht nur diese Erst-Helfer, soondern alle Kollegen sollten über die wichtigsten Basics Bescheid wissen. Wird ein Kollege ohnmächtig oder stürzt zu Boden, ist man sogar gesetzlich zu Erster Hilfe verpflichtet bis Arzt und Helfer eintreffen.

Ist der Verletzte bewusstlos, muss man ihn unbedingt in stabile Seitenlage bringen. Ist die Person ansprechbar, aber unter Schock, dann sollte man auf jeden Fall die Beine hoch lagern, und dem Kollegen gut zureden, bzw, ihn beruhigen.

In jedem Büro muss mindestens ein Verbandskasten vorhanden sein. Der sollte allerdings nicht jahrelang in einem Aktenschrank verstauben, sondern regelmässig ‚gecheckt‘ werden. Sterile Materialien, wie Kompressen und Verbandpäckchen besitzen ein Ablaufdatum und gehören deshalb regelmäßig ausgetauscht.

Feuer

Ob in der Lagerhalle oder im Bürogebäude, Feuer kann überall ausbrechen. Jeden Tag brennt es circa 68 Mal in Österreich. Am häufigsten entstehen Brände zu Hause am Küchenherd oder bei der Zigarettenpause. Nicht selten brennt es aber auch am Arbeitsplatz.

Ist das Feuer einmal ausgebrochen, dann bleibt nicht viel Zeit zum Reagieren. Feuer verbreitet sich rasend schnell. Durchschnittlich bleiben fünf bis zehn Minuten, um sich in Sicherheit zu bringen. Zeit zum Herumirren bleibt da nicht, deshalb sollte man den Fluchtweg genau kennen und das vom ersten Tag an! Ist das Feuer noch klein, reicht oft noch der Griff zum Feuerlöscher. Vorausgesetzt, man weiß wo sich einer befindet und wie man ihn bedient!

Tipp: Reglmässige Notfallübungen machen Sinn! In Panik fallen dem Gehirn nämlich die einfachsten Denkleistungen schwer. Aus diesem Grund sollte man die wichtigsten Handgriffe verinnerlichen und auch alle Notrufnummern ins Handy einspeichern.

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Quellen:

AUVA: Bildschirmarbeitsplätze
Arbeitsinspekorat: Ersthelfer
Sicherheitsinformationszentrum – SIZ

Linktipps:

– Ernährung am Arbeitsplatz: Die Macht der (schlechten) Gewohnheit
– Ergonomie am Arbeitsplatz
– Augengymnastik am Arbeitsplatz
– Fit durch den Büroalltag