Heutzutage bleibt im stressreichen und hektischen Arbeitsalltag oft keine Zeit zum Kochen oder für sportliche Aktivitäten. Morgens bringt man die Kinder in die Schule, dann fährt man zur Arbeit, am Nachmittag warten weitere Erledigungen – dazwischen ist es einfacher, sich schnell eine Pizzaschnitte oder eine Wurstsemmel zu holen, als jeden Tag gesund zu kochen. Abends wird eventuell noch das eine oder andere Gläschen Wein getrunken, vorher die Kinder ins Bett gebracht, und anschließend ist man nur mehr froh, dass man sich dem Fernsehr oder dem Bett widmen kann.
Die Nebenwirkung dieses Lifestyles sind oft Gallensteine. Sie bleiben jahrelang unbemerkt, da sie, wenn sie noch im Millimeterbereich sind, keine Beschwerden verursachen.
Sie wachsen im Alter allerdings, und ab einem Durchmesser von Centimetern leidet man besonders nach den Mahlzeiten unter Völlegefühl, Bauchschmerzen, Koliken oder Übelkeit. Die Schmerzen können allerdings auch in die rechte Schulter und in den Rücken ausstrahlen.
Neben fettreichem Essen und Bewegungsmangel spielen auch noch andere Ursachen eine Rolle, und zwar das Geschlecht, da Frauen circa dreimal häufiger betroffen sind als Männer, oder eine familiäre Häufung. Wie kommt es aber zur Bildung von Gallensteinen? Sie entstehen durch ein Ungleichgewicht löslicher Stoffe in der Galle. Allgemein wird das Vorhandensein eines Gallensteins als Gallensteinleiden oder Cholelithiasis bezeichnet.
Galle
Die Leber ist circa eineinhalb Kilogramm schwer und befindet sich im rechten Oberbauch. In der Leber wird die Gallenflüssigkeit gebildet, welche zur Hälfte (ca. 450ml pro Tag) in der Gallenblase (diese befindet sich unterhalb der Leber) gespeichert wird. Zu den Mahlzeiten wird die Gallenblase dazu angeregt, diese Flüssigkeit über einen Gang in den Dünndarm abzugeben. Dies dient dazu, das über die Nahrung aufgenommene Fett zu emulgieren, sprich löslich und verdaulich zu machen. Die Bestandteile der Gallenflüssigkeit sind Gallensäure, Wasser, Cholesterin, Proteine, Bilirubin (ein Abbaustoff von Hämoglobin, der Blutfarbstoff) und weitere Substanzen.
Wenn sich nun durch zum Beispiel falsche Ernährung die Zusammensetzung dieser Flüssigkeit ändert, zum Beispiel zu viel Cholesterin oder zu wenig Gallensäure, entstehen die Gallensteine. Solange diese Steine in der dünnwandigen Blase verbleibend, verursachen sie keine Beschwerden. Aber sobald sie den Gallengang verstopfen, kommt es zu Problemen. Erstens verursacht es Schmerzen, zweitens funktioniert durch die fehlende Gallenflüssigkeit die Fettresorption nicht mehr. Weiters kann es zu einer Cholezystitis (Entzündung der Blase) oder zu einer Entzündung des Gallenganges kommen. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer Ruptur, also zu einem Reißen der Gallenblase kommen.
Weiters können die Steine auch in den Dünndarm gelangen und einen Darmverschluss (Ileus) verursachen. Neben den am häufigsten vorkommenden “Cholesterinsteinen” gibt es auch Bilirubinsteine, welche allerdings seltener auftreten.
Diagnose & Therapie
Wenn man bei sich Gallensteine vermutet, sollte man einen Arzt aufsuchen, der dann nach einem ausführlichen Anamnesegespräch mittels Ultraschall (Sonographie) feststellen kann, ob welche vorliegen oder nicht. Gallensteine und auch Entzündungen der Gallenblase lassen sich sonographisch gut darstellen. Eine andere Möglichkeit ist eine Endoskopie, bei der ein Schlauch bis zur Mündung des Gallenganges in den Dünndarm vorgeschoben wird. In diesem Fall können kleine Steine während der Untersuchung entfernt werden.
Wenn man nun die Diagnose “Gallensteine” hat, gibt es einige Möglichkeiten, sie zu behandeln. Erstens gibt es schmerzstillende und krampflösende Medikamente, die eine kurzfristige, aber dennoch eine Erleichterung bringen. Zumeist meist wird aber die minimalinvasive Operationstechnik, die laparoskopische Cholecystektomie, angewandt. Die Steine können aber auch über einen kleinen Schnitt in der Bauchdecke entfernt, oder aber auch durch eine Stoßwellentherapie eliminiert werden.
Eine ausschließlich medikamentöse Therapie ist nur bei Patienten möglich, bei denen keine andere Option möglich ist. Wenn die Gallenblase operativ entfernt wird, muss man anschließend seine Lebensgewohnheiten etwas ändern. Sprich auf fettarme Nahrung, ausreichend Flüssigkeit und körperliche Betätigung achten.
10 bis 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind Gallensteinträger, wobei Frauen dabei etwa doppelt so häufig wie Männer betroffen sind.
Quelle: http://www.pathologie-online.de
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Linktipps:
…. Medizinlexikon: Galle
…. endoskopie-online.at – Gallensteine
…. Gallensteine: Symptome
…. Nierensteine und Harnsteine
…. Blähungen
…. Vorsorge-Corner: Gesundenuntersuchung
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