Do, 09.02.2012
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Frühlingserwachen: im Rausch der Hormone

Frühlingserwachen: im Rausch der Hormone

Frühling: im Rausch der Hormone

Der Countdown zum Frühling hat begonnen! Spätestens zu Ostern bricht der Lenz aus. Und das nicht nur bei Mutter Natur, sondern auch im Hormonhaushalt des Menschen.



Die ersten Frühlingsboten sind nicht zu übersehen. Lebhaftes Treiben in den Straßen und die ersten Knospen an den Bäumen künden davon, dass sich die kalte Jahreszeit dem Ende zuneigt. Doch nicht nur die Natur blüht auf, auch die menschlichen Hormone haben im Frühjahr Hochkonjunktur!

Licht, Luft, Lust: Hormone & Frühling

Nach den dunklen und kalten Wintertagen bringt Licht wieder Schwung in den Alltag – schuld daran sind unsere Hormone. Diese reagieren nämlich unter anderem auf Licht, das durch das Auge ins Gehirn gelangt. Die Lichtmenge steuert etwa die Produktion des Schlafhormons Melatonin – im Frühjahr wird weniger produziert, im Winter mehr. Das, umgangssprachlich auch als Kuschelhormon bezeichnete Melatonin, muß im Frühjahr den triebigen Geschlechtshormonen Testosteron und Östrogen weichen.

Endokrinologen und Verhaltensforscher bestätigen: Im Frühling, wenn die Tage wieder länger und die Nächte kürzer werden, steigt auch die sexuelle Erregbarkeit an – Menschen bekommen die sogenannten Frühlingsgefühle. Evolutionsbiologen vermuten dabei, daß dies eine Überbleibsel des geschlechtlichen Jahreszyklus darstellt, wie wir ihn bei vielen Tierarten finden. Im Frühjahr werden nach Ende der Frostperiode die Umweltbedingungen für Fortpflanzung und Jungenaufzucht günstig. Der Melatoninspiegel im Blut sinkt, die Geschlechtsorgane treten wieder in Funktion, die Zeit der Paarung und des Brütens beginnt. Bei den Menschen ist dies eine Zeit der gesteigerten Bereitschaft, sich durch das andere Geschlecht beeindrucken zu lassen. Wenn es erst einmal gefunkt hat, treten aber andere Verhaltensbereiche in Funktion. Auch sie werden durch Hormone gesteuert. Da sind erst einmal die Sexualhormone, die verrückt spielen. Sie lassen uns die Vertreter des andere Geschlechtes attraktiver erscheinen, als sie bei nüchterner Betrachtung wären. Für die enthusiastischen Gefühle, wenn wir uns verlieben, sind jedoch Nervenbotenstoffe, die sogenannten Neurotransmitter, verantwortlich:

  • Dopamin macht Liebe rauschhaft, besessen, aufgeregt und begünstigt die Fixierung auf eine Person.
  • Serotonin. Es ist chemisch mit dem Melatonin eng verwandt. Es wirkt wie ein Rauschmittel. Das bedeutet auch: bei mehrmaligem Partnerwechsel tritt Gewöhnung ein, so daß stärkere Dosen und Reize nötig werden, um die Erregung unbedingten Verliebtseins zu erreichen.
  • Endorphine erzeugen das Glücksgefühl, eine Hochstimmung, wie sie etwa auch Marathonläufer kennen.

Dazu kommen im Frühjahr auch bestimmten Düften eine besondere Rolle zu: Pheromone, jene chemischen Sexuallockstoffe, die auf das Unterbewusstsein wirken, werden nun vermehrt ausgeschüttet und sollen die Aufmerksamkeit des Gegenüber erhöhen. Sie gelten allgemein als Botenstoffe, die der biochemischen Kommunikation zwischen Lebewesen einer Spezies dienen. Dass Insekten beispielsweise diese chemischen Botenstoffe verwenden, um potenzielle Paarungspartner anzulocken bzw. zu erkennen, gilt mittlerweile als bewiesen. Ob diese Stoffe allerdings tatsächlich einen “betörenden” Einfluss auch auf den Menschen ausüben, ist wissenschaftlich noch umstritten.

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