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Tipps & Tricks für Fernreisen

Tipps & Tricks für Fernreisen

Tipps für Fernreisen

Wer freut sich nicht auf Sonne und wolkenlosen Himmel? Fernreisen sind beliebt wie nie zuvor. Damit die Reise tatsächlich zum ersehnten Traumurlaub führt, gilt es bei der Vorbereitung allerdings einige Dinge zu beachten um Gesundheitsrisiken und unliebsame Überraschungen ausschließen zu können. Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst.



Jede Urlaubsreise soll in guter Erinnerung bleiben und der Urlaub selbst nicht durch unliebsame Ereignisse getrübt werden. Aus diesem Grund sollten auch ganz allgemeine Verhaltensregeln berücksichtigt werden. Eine Reiseapotheke gehört ebenso in den Koffer wie die richtige Kleidung und ausreichender Sonnenschutz. Gegen eine Reihe von gefährlichen Reisekrankheiten kann man sich durch rechtzeitige Impfung schützen (zumindest einen Monat vor der Abreise beginnen!), und auch die Einhaltung bestimmter Hygieneregeln kann das mit der Reise verbundene Risiko minimieren.

Reisefähigkeit und Grundkrankheiten

Vor allem bei älteren Reisenden, die unter Grundkrankheiten des Stoffwechsels (z.B. Diabetes), des Herz-Kreislaufsystems (z.B. Koronare Herzkrankheit), oder der Lunge (z.B.Emphysem) oder der Niere (eingeschränlte Nierenfunktion) leiden, sollte vor Buchung eines Urlaubs in die Tropen mit dem behandelnden Arzt ein Gespräch geführt werden, ob die Reise an sich nicht eine unzumutbare Belastung darstellt. Hier ist es mit relativ geringem Aufwand möglich, eine sogenannte „Reisefähigkeitsuntersuchung“ zu machen.

Personen, die ständig Medikamente nehmen, sollten erstens einen entsprechenden Vorrat des Medikaments mitnehmen, andererseits eine englischsprachige Erklärung ihres Zustandes, sodass ein im Ausland kontaktierter Arzt rasch weiß, worum es wahrscheinlich geht. Personen mit Herzschrittmachern oder metallischen „Ersatzteilen“ sollten ebenfalls eine entsprechende Erklärung mithaben, damit nicht schon bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen Endstation ist. Für Diabetiker empfiehlt sich die interaktive Website der Diabetesberatung.

Risiken bei Langstreckenflügen

Bei Langstreckenflügen bestehen auch für den gesunden Reisenden gewisse Gefahren. Bei Flügen in Nord-Süd-Richtung ist es die Belastungen durch plötzlichen Eintritt in einen anderen Klimaraum, bei Flügen in West-Ost-Richtung steht die Zeitverschiebung (Jet-Lag) im Vordergrund. An Bord selbst ist die Exsiccoseproblematik (= Dehydratation, Flüssigkeitsmangel, „Austrocknung“) aufgrund

  • niedriger Luftfeuchtigkeit im Flugzeug (ca. 5 rel.%)
  • geringer Flüssigkeitszufuhr
  • Alkoholgenuss – hemmt Ausschüttung des ADH (antidiuretisches Hormon)
  • Koffein (fördert die Diurese)
  • gezuckerte Getränke (bewirken osmotischen Effekt)
  • vermehrte Schweißproduktion durch hohe Bordtemperaturen (auf der Sonnenseite)

von wesentlicher Bedeutung. Die im Darm eingeschlossenen wasserdampfgesättigten Gase dehnen sich in einer Höhe von 2500 m (Kabinendruck) um ein Drittel aus. Um den zu erwartenden Höhenmeteorismus zu vermeiden, sollten vor Reiseantritt und erst recht im Flugzeug kohlensäurehältige Getränke vermieden werden. Zudem gilt: Finger weg von alkoholischen Getränken bei Langstreckenflügen, außerdem sollten koffeinhältige Getränke nur in sehr geringen Maßen, optimalerweise erst gegen Ende des Fluges konsumiert werden.

Thrombosegefahr auf Flugreisen

Erst durch die Zunahme von Langstreckenflügen ist man auf ein medizinisches Problem aufmerksam geworden, dem man bisher wenig Bedeutung zugemessen hat: Der Entstehung von Blutgerinnseln, also Thrombosen, bei Interkontinentalflügen. Es hat die Häufigkeit der sogenannten Reisethrombose in den letzten Jahren deutlich zugnommen, sodass man sie heute bereits als eigenes Syndrom kennt: Das sogenannte „Economy-Class-Syndrom“. Mehrere Ursachen sind dafür verantwortlich:

In erster Linie ist es der langdauernde Bewegungsmangel, die sitzende Position mit abgewinkelten Knien, ferner eine zumeist langsam während des Fluges entstehende Austrocknung, (die Luftfeuchtigkeit an Bord beträgt nur etwa 5 – 10%) und natürlich auch ein genereller Sauerstoffmangel. Dazu kommt auch noch, dass auf Flügen meist reichlich Alkohol konsumiert wird und nicht selten Reisende zu milden hypnotisch wirkenden Substanzen greifen, um den sogenannten „Jet-lag“ besser zu überwinden. Es ist also nicht ein einzelner Faktor, der das Entstehen einer Thrombose begünstigt, sondern es ist zumeist ein Zusammenspiel mehrerer gleichzeitig einwirkender Faktoren, die die Neigung zum Entstehen eines Blutgerinnsels fördern. Ein geringes Thromboserisiko besteht für jeden Reisenden, auch wenn er völlig gesund ist. Erhöht wird dieses Risiko durch mehrere Faktoren:

Alter über 40 Jahre, Krampfadern (vor allem tiefe Krampfadern), eine chronische venöse Insuffizienz (die Venen können den Blutstrom nicht bewältigen, was sich beim Reisenden auch ohne Langstreckenflüge zumeist bei längerem Stehen mit Anschwellen der Knöchel manifestiert), Übergewicht und natürlich eine Herzschwäche.

Wie sollte der Reisende sich nun verhalten, wenn er einen Langstreckenflug vor Augen hat und sein Risiko niedrig halten will? Hat der Reisende keine der vorab bestehenden Risikofaktoren, so sollte er lediglich während der Flugzeit und unmittelbar danach ein angepaßtes Verhalten zeigen. Dieses umfaßt folgende Grundregeln:

  • Reichlich Flüssigkeitszufuhr aber keinen Alkohol !
  • Reichlich Bewegung während des Fluges (immer wieder aufstehen während des Fluges und Bewegungs- und Lockerungsübungen machen) !
  • Nicht rauchen !
  • Keine sedierend wirkenden Mittel einnehmen !

Bestehen bereits vorab Risikofaktoren (siehe oben), so empfehlen sich folgende Maßnahmen: Bei mäßiger Krampfadernbildung (Varizen) sollte zunächst eine mechanische Unterstützung des Gefäßsystems erfolgen und dies mit einer sogenannten Stützstrumpfhose. Stützstrümpfe sind dagegen – nach Meinung vieler Ärzte – abzulehnen ! Die Einnahme von Aspirintabletten zur Thromboseprophylaxe ist auf ihre Wertigkeit noch nicht eindeutig untersucht und daher nicht generell zu empfehlen (außer, man muss dieses Medikament auf Grund einer anderen Indikation bereits nehmen).

Eine Reisethrombose kann, vor allem wenn eine Lungenembolie folgt, ein rasch lebensbedrohliches Zustandsbild bedeuten. Es ist eine sehr ernstzunehmende Erkrankung und jeder Reisende sollte die angeführten Maßregeln möglichst beachten, damit ihm ein derartiges Schicksal erspart bleibt.

Kleidung – Was Sie unbedingt einpacken sollten

  • Ein wärmender Pullover: Es lohnt sich, diesen bereits im Handgepäck mitzuführen, da in Hotels, Taxis etc. Klimaanlagen oft zu kühl eingestellt sind.
  • Eine leichte, luftdurchlässige Bekleidung, die gut schweißsaugend ist: Besonders in den Tropen und Subtropen empfehlenswert.
  • Eine luftdurchlässige Kopfbedeckung: Das Tragen eines Sonnenhutes oder einer Kappe schützt bei längerem Aufenthalt in der Sonne vor Sonnenstich und Hitzschlag.
  • Eine Sonnenbrille mit UV-Filter: Zum Schutz Ihrer Augen.
  • Feste Schuhe: Gehen Sie nie barfuß (Gefahr des Insekten- und Parasitenbefalls).
  • Leichte Bade- oder Turnschuhe: Sind an unbekannten Meeresküsten sowie Korallenriffen ein guter Schutz für die Füße.
  • Langärmelige Hemden und lange Hosen schützen in den Tropen und Subtropen vor Mücken und Insektenstichen.

Hygienetipps beim Essen und Trinken

Für den Genuss ohne Reue sollten Sie die folgenden Ratschläge beherzigen:

Ganz zu vermeiden sind:

  • Rohes Fleisch, roher Fisch, Muscheln, Salat
  • Fettige Speisen wie Mayonnaise
  • Leitungswasser oder ungekochte Milch
  • Speiseeis
  • Offene Kaltgetränke
  • Eiswürfel
  • Eisgekühlte Getränke bei großer Hitze

Empfehlenswert sind:

  • Alles frisch Gekochtes und Gebratenes
  • Obst, das Sie selbst schälen, wie Bananen und Orangen
  • Getränke nur aus original verschlossenen Flaschen
  • Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes durch reichliches Trinken

Schwimmen & Baden

Bei Badeaufenthalten an steinigen Küsten oder dem vermehrten Aufkommen von Seeigeln, sollten unbedingt Badeschuhe getragen werden, um Verletzungen vorzubeugen. Vorsicht beim Baden ist auch bei vermehrtem Quallenaufkommen (z.B. Great Barrier Reef von Nov. bis Jan. – also im Australischen Sommer) geboten. Bei Schwimmvergnügen an Steilküsten oder im offenen Meer sollte man sich vorher über das Vorkommen von Haien oder anderen gefährlichen/giftigen Fischen informieren.

Achten Sie zudem auf gefährliche Strömungen und nehmen Sie diesbezügliche Warnungen am Strand unbedingt ernst. Auch gute Schwimmer sind gegen gefährliche Unterströmungen (etwa in Australien, U.S.A., Indonesien und Südostasien) oftmals hilflos, riskieren Sie also nichts und bleiben Sie in den überwachten Strandabschnitten.

Vor Baden in Flüssen und Seen ist in Tropen und Subtropen abzuraten. Neben der Infektionsgefahr durch Keime ist hier je nach Urlaubsdestination auch auf unliebsame Kontakte mit Flusspferden sowie Panzerechsen und anderen Fleisch fressenden Tieren hinzuweisen.

Fernreisen mit Kleinkindern

Säuglinge und Kleinkinder sind bei Fernreisen in tropische und subtropische Länder in mehrfacher Hinsicht gesundheitlich gefährdet. Besonders Durchfallserkrankungen und/oder hohes Fieber mit Flüssigkeitsverlust können zu schweren, oft lebensbedrohlichen Zustandsbildern führen. Feuchtheißes Klima, starke Sonnenbestrahlung und lange Flug- und Transferzeiten werden von Säuglingen und Kleinkindern schlecht vertragen. Verschiedene Infektionskrankheiten oder allergische Hautreaktionen machen eventuell ärztliche Hilfe erforderlich, die oft nur mangelhaft zur Verfügung steht oder durch Sprachschwierigkeiten erschwert wird. Daher sollten nur touristisch gut erschlossene Gebiete mit bester medizinischer Versorgung als Urlaubsorte ausgewählt werden. Achten Sie besonders bei Kindern auf guten Sonnenschutz (Creme, Hut, Kleidung, Sonnenbrille) und ausreichend Flüssigkeitszufuhr.

  • Der Sprössling sollte zumindest fünf Jahre alt sein, damit er eine Fernreise gut verkraftet, denn Klimaveränderungen belasten den Körper stark. Kleinkinder haben zudem noch nicht alle Basisimpfungen. Die vorbeugenden Schutzimpfungen sind für einen kleinen Körper eine zusätzliche Belastung. Länder mit Malaria-Gefahr sind ohnehin tabu.
  • Wer mit größeren Kindern in ein Gebiet mit Malaria-Gefahr fährt, muss mit Prophylaxe- Medikamenten vorsorgen. Aber selbst in Kombination mit Moskitonetz und bedeckender Kleidung gibt es keinen hundertprozentigen Schutz. Stechmücken sind unangenehm und können zudem Infektionen übertragen. Viele der Insektenschutzmittel basieren auf chemischen Wirkstoffen, auf die besonders Kinder allergisch reagieren können. Gebiete mit Malaria-Gefahr sollen mit Kindern nicht bereist werden.
  • Wenn Kinder ein angeborenes oder chronisches Leiden haben, unbedingt vor der Reise mit dem Hausarzt Rücksprache halten. Generell vorab klären: Welche Krankheiten oder Allergien hat das Kind? Welche Impfungen sind notwendig, müssen aufgefrischt werden?
  • Manche Länder verlangen bei der Einreise Impfungen, die durch Eintrag in einen internationalen Impfpass nachgewiesen werden müssen. Standardimpfungen wie Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Masern, Mumps, Röteln und Tetanus müssen eventuell durch Impfungen gegen Gehirnhautentzündung, Gelbfieber, Hepatitis A und Typhus ergänzt werden.
  • Hygiene und medizinische Versorgung sind oft vor allem in Entwicklungsländern mangelhaft. Wasser muss vor dem Genuss abgekocht werden. Dabei ist es gleichgültig, ob es zum Trinken, Kochen oder für das Zähneputzen verwendet wird. Auch Eiswürfel können gefährliche Bakterien beinhalten. Magen-Darm-Erkrankungen wie Durchfall oder Erbrechen an einem Urlaubsort mit schlechter ärztlicher Versorgung können ein hohes Risiko darstellen.
  • Speisen, die man kochen, braten oder schälen kann, sind zum Verzehr geeignet. Jede Speise, die offen steht, ist ein Risikofaktor. Das gilt etwa für Salate, Obst, Speiseeis, Dressings, rohes Fleisch oder rohen Fisch. Peinlichst genau auf Sauberkeit achten. Vor dem Essen besonders gründlich die Hände reinigen. So wird die Gefahr einer Bakterienübertragung vermindert. Wenn bekannt ist, dass eine bestimmte Kindernahrung vor Ort nicht erhältlich ist, am besten von zu Hause mitnehmen.
  • Auch eine lange Flugreise kann für Kinder bis zum zehnten Lebensjahr zu Problemen führen. Bis zu diesem Alter ist der Druckausgleich deutlich erschwert. Kinder können deshalb während der Start- und Landephase starke Kopfschmerzen bekommen. Eltern sollten ihre Kindern vor dem Start und dem Landen unbedingt trinken lassen. Haben die Kleinkinder Probleme mit der Nasenatmung, helfen entsprechende Nasentropfen.

Linktipps:

– Die richtige Reiseapotheke
– Reiseschutzimpfungen: Alle wichtigen Impfungen im Überblick
– Flugangst (Aviophobie) muss nicht sein
– Ingwer gegen Reisekrankheit
– Pille & Reisezeit – Vorsicht Verhütungsfalle
– Der richtige Sonnenschutz
– Die richtige Reisevorbereitung
– Stressfrei reisen mit Kindern
– Strandmode schützt vor Sonnenbrand
– Barrierefreies Reisen für Menschen mit Behinderung
– Weiterführende Links zu den Ministerien (Österreich): www.help.gv.at