1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (7 Bewertungen, Durchschnitt: 3,57 Sterne von 5)
Ernährung umstellen – nur ein ausgewogener Ernährungsplan bringt dauerhaften Erfolg

Ernährung umstellen – nur ein ausgewogener Ernährungsplan bringt dauerhaften Erfolg

Ernährung umstellen

Es ist – wie es scheint – leichter gesagt als getan: Man soll gesünder essen und die eigene Ernährung entsprechend umstellen. Doch selbst wenn Gefahren für die Gesundheit drohen, bleiben Menschen häufig ihren alten Gewohnheiten treu. Dabei ist es gar nicht so schwierig, man muss bloß den inneren „Schweinehund“ austricksen und einige Regeln beachten. Denn man kann eine nachhaltige Ernährungsumstellung wie Sport antrainieren. Und das wiederum ermöglicht einen genussvollen Umgang mit Lebensmitteln und hilft hervorragend beim Abnehmen.



Eine sofortige Ernährungsumstellung ist selten von Erfolg gekrönt. Selbst wenn man strikt eine Diät befolgt und durchhält, ist die Wirkung nicht von langer Dauer. Daher ist es besonders wichtig, eine gut geplante und langfristige Umstellung der Ernährungsgewohnheiten zu erreichen. Wird sie richtig umgesetzt, kann diese Umstellung ein Leben lang halten. Sie kann wie Sport antrainiert werden, ermöglicht einen genussvollen Umgang mit Lebensmitteln und hilft hervorragend beim Abnehmen. Ein gutes „Ernährungstraining“ erfolgt dabei immer schrittweise.

Stück für Stück werden die alten Ernährungsgewohnheiten auf den Prüfstand gestellt und langfristig verändert. Wer sich auf lange Sicht verändern möchte, braucht allerdings auch einen langen Atem und viel Geduld. Zu Beginn wird es wahrscheinlich gar nicht zu einer Gewichtsreduktion kommen. Das ist anfangs auch gar nicht das Ziel. Außerdem sind immer wieder Rückschläge möglich. Man darf sich dennoch nicht entmutigen lassen und das Ziel einer gesunden Ernährung nicht aus den Augen verlieren.


Regelmäßig essen und sich ausreichend bewegen

Möchte man nun erfolgreich seine Ernährung umstellen, ist es zunächst wichtig, den richtigen Rhythmus zu finden. Einige Menschen mit Übergewicht neigen häufig dazu, auf die Hauptmahlzeiten zu verzichten und sich mit Diätprodukten zu quälen, die gar nicht schmecken und wenig genießbar sind. Häufig werden sie Opfer der berühmt-berüchtigten „Fressattacken“. Viele berufstätige Menschen lassen sogar ihren kompletten Essensrhythmus außer Acht, lassen sich keine Zeit beim Essen und schlingen regelrecht ihre Mahlzeiten hinunter. Gerade dieses Verhalten kann Übergewicht verursachen.

Es ist daher bei der Ernährungsumstellung wichtig, einen Mahlzeiten-Plan zu erstellen, ausreichend Zeit für das Essen vorzusehen und den Plan auch einzuhalten: Etwa zwei größere Malzeiten mit warmen Gerichten und bis zu drei kleineren Malzeiten sollten im Tagesablauf enthalten sein. Ist der Plan erst einmal aufgestellt, darf nur zu den vorgesehenen Zeiten gegessen werden, sonst nicht. Außerdem sollte Wert auf Geselligkeit gelegt werden. Mindestens eine der täglichen Hauptmahlzeiten sollte mit Freunden, Familienmitgliedern, Kollegen oder Mitbewohnern genossen werden. Weiterhin darf die körperliche Betätigung nicht zu kurz kommen.

Bestimmte Zeiten im Tagesablauf könnten mit Joggen, Fahrradfahren, Spaziergängen und anderen regelmäßigen Aktivitäten verbracht werden. Für den Anfang reicht es zum Beispiel wöchentliche Yoga-, Gymnastik- oder Sportkurse zu besuchen. Man sollte sich dabei eine Regel setzen und die Zeiten zum Essen und für die Bewegung strikt einhalten.


Mahlzeiten planen und bewusster trinken

Eine häufige Ursache für Übergewicht ist das spontane Essen. Dem kann vorgebeugt werden, indem die einzelnen Mahlzeiten frühzeitig geplant werden. Man sollte die Gerichte wählen, die einem wirklich schmecken und auf die man Lust hat, Diät-Produkte außer Acht lassen und das Zählen von Kalorien erst einmal vermeiden. Am wichtigsten ist es, sich an den Plan zu halten und seine Mahlzeiten maßvoll zu genießen. Ganz unbewusst lernt man dabei, welche Bedürfnisse der Körper wirklich hat und welche Lebensmittel einem gut tun. Wichtig ist es weiterhin, viel zu trinken. Steht dem Körper ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung,
funktionieren auch der Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System besser.

Auf Cola, Bier, Limonaden, die viel Zucker enthalten, und Alkohol in größeren Mengen sollte man verzichten. Sie stören den Stoffwechsel erheblich. Zu empfehlen sind hingegen reine Säfte, stilles Mineralwasser, wenig oder gar nicht gesüßter Tee und verschiedene Fruchtschorlen. Während der Zwischenmahlzeiten sollte der kleine Hunger zum Beispiel mit Obst und Vollkornprodukten gestillt werden. Es versteht sich dabei von selbst, dass man auf Schokoriegel, Keksen, Gummibären und anderen schwer verdaulichen Süßigkeiten aller Art möglichst verzichten sollte. Gerade dieser Verzicht bereitet insbesondere Kindern mit Übergewicht große Schwierigkeiten. Eine Kindheit ohne Süßigkeiten scheint unvorstellbar.

Für den Anfang reicht es daher bei Kindern mindestens einmal täglich die Süßigkeiten durch alternative gesunde Lebensmittel zu ersetzen, zum Beispiel Obst oder Süßigkeiten, die wenig oder gar kein Zucker enthalten. Die Süßigkeiten, auf die nicht verzichtet werden kann, sollten maßvoll verzehrt werden.


Den täglichen Speiseplan optimieren

Erst wenn man sich langfristig an einer regelmäßigen Ernährung gewöhnt hat, sollte man mit der Feinabstimmung seines Speiseplans beginnen. Dabei sollte zunächst die erforderliche Nährstoffzufuhr des eigenen Körpers ermittelt werden. Der tägliche Bedarf kann je nach Geschlecht, Alter, physische Belastung und Körpergewicht variieren. Zahlreiche Kalorienrechner im Netz bieten eine gute Grundlage zur Ermittlung des optimalen Werts. Es ist zu empfehlen, das Verhältnis zwischen den Grundnährstoffen (Kohlenhydrate, Fett und Eiweiße) möglichst einzuhalten. Etwa 55 Prozent der Nährstoffe sollten aus Kohlenhydraten, 30 Prozent aus Fetten und 15 Prozent aus Eiweißen bestehen. Fleisch sollte etwa ein- bis zweimal in der Woche gegessen werden.

Die erforderlichen Eiweiße und Fette können beim Verzehr von Ersatzprodukten wie Sahne, Butter, Käse und Milch aufgenommen werden. Neben Fleisch sollte Fisch verzehrt werden, weil dieser Jod und die für den Körper essenziellen Omega-3-Fettsäuren enthält. Unabdingbar für jeden Speiseplan sind viel Obst und Gemüse. Sie enthalten wertvolle Vitamine und Mineralstoffe und sind sehr wichtig für das Immunsystem. Für die ausreichende Aufnahme von Kohlenhydraten sollten Sattmacher wie Kartoffeln, Reis, Nudeln (ohne Ei) und Vollkornbrot sorgen.


Speiseplan abwechslungsreich gestalten und Verbote auferlegen

Nach der erfolgreichen Umsetzung des regelmäßigen Mahlzeitenplans sollte man sich selbst nach und nach bestimmte Lebensmittel verbieten. Insbesondere Fastfood und Süßigkeiten aus industrieller Fertigung sollten möglichst schnell aus dem Speiseplan entfernt werden. Dabei ist es aber nicht notwendig wie ein Asket auf alles, was schmeckt, zu verzichten. Im Gegenteil: Eine gesunde Ernährung setzt eine positive Einstellung zum Essen voraus und ist ohne Genuss gar nicht denkbar.

Wichtig ist es, den Speiseplan so vielfältig und reichhaltig wie möglich zu gestalten. Je mehr Abwechslung man sich gönnt, umso besser. Man sollte experimentieren, Kochkurse besuchen, die Küche anderer Länder kennenlernen, Kochbücher lesen und Rezepte versuchen und häufiger neue Restaurants ausprobieren. Besonders empfehlenswert, gesund und genussvoll sind beispielsweise die gemüsereiche Mittelmeerküche und die asiatische Reisküche. Wer sich aktiv mit seinem Essen beschäftigt, ernährt sich bewusster und vermeidet es ganz automatisch, rein passiv Nahrung in sich hineinzustopfen.

Linktipps:

Österreich wird immer dicker
Fasten & Entschlacken – das Geschäft mit dem Essensverzicht
Ausgewogene Diät ohne Einschränkung – geht das?
Institut für Ernährungswissenschaften