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Erhöhte Leberwerte – Hintergründe und mögliche Ursachen

Erhöhte Leberwerte – Hintergründe und mögliche Ursachen

Leberwerte - Laboruntersuchung

In Österreich haben Vorsorgeuntersuchungen einen fixen Platz als Bestandteil des Gesundheitssystems. Seit 1974 wird der Bevölkerung ein kostenloser Gesundheitscheck angeboten, bei dem unter anderem Blut abgenommen und im Labor auf bestimmte Bestandteile untersucht wird. Einige der dabei erhobenen Werte erlauben Rückschlüsse auf die Funktion der Leber, man bezeichnet diese in der Umgangssprache als „Leberwerte“.



Laborwerte

Laborwerte geben wichtige Hinweise auf das Vorliegen von chronischen Erkrankungen. Aus diesem Grund wird empfohlen, ab dem 18. Lebensjahr alle drei Jahre, ab dem 40. Lebensjahr gar alle zwei Jahre im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung Laborwerte kontrollieren zu lassen.

Neben der Einholung einer Stuhl- und Harnprobe wird dabei Blut abgenommen, das im Labor auf wichtige Indikatoren untersucht wird. Zur Blutzuckerbestimmung und der Bestimmung der Blutfettwerte (Triglyzeride, Cholesterin) gesellt sich dabei standardmäßig auch eine Überprüfung der Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT bzw. GGT). Weitere, auf Anforderung eines behandelnden Arztes zu erhebende Werte der Konzentration im Blut können in Bezug auf die Funktion folgende Stoffe betreffen:

  • Aspartat-Aminotransferase (AST)
  • Alanin-Aminotransferase (ALT)
  • Alkalische Phosphatase (AP)

Folgende erhobene Werte gelten dabei als Normalwerte („Referenzwerte“):

Enzym Frauen Männer
Gamma-GT 9-36 U/l 12-64 U/l
AST unter 35 U/l unter 50 U/l
ALT unter 35 U/l unter 50 U/l
AP Ausnahme: Kinder, Schwangere unter 104 U/l unter 129 U/l

Befinden sich die Werte außerhalb der genannten Bereiche, kann ­ muss jedoch keinesfalls ­ eine Lebererkrankung die Ursache bilden. Der Grund für erhöhte Leberwerte kann auch eine ganz andere Grunderkrankung sein, eventuell mit begleitender Einschränkung der Leberfunktion.

Enzyme geben Auskunft über die Leber

Bei allen vier genannten Stoffen handelt es sich um Enzyme, die die Funktion besitzen, Stoffwechselfunktionen der Leber zu unterstützen. Sind Leberzellen geschädigt, werden diese Enzyme vermehrt freigesetzt, was sich bei einer Blutanalyse durch erhöhte Werte abbilden kann. Der erhöhte Laborwert lässt somit Rückschlüsse auf eine eventuell vorhandene Lebererkrankung zu.

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass für Überschreitungen der Normalwerte durchaus auch andere Ursachen in Betracht kommen, die harmloser Natur sein können. Erschrecken Sie also nicht allzu sehr über einen Laborbefund mit erhöhten Werten und bewahren Sie erst einmal ruhig Blut! Nur ein kompetenter Arzt ist in der Lage, die Hintergründe von Laborergebnissen aufzuklären.

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Der Gamma-GT-Wert

Gamma-GT (auch GGT) steht für Gamma-Glutamyl-Transferase (auch: Gamma-Glutamyl-Transpeptidase), ein Enzym, das in vielen Organen vorkommt. Im Blut gemessen wird jedoch in erster Linie jene Gamma-GT, die aus der Leber stammt. Der üblicher Weise niedrige Gamma-GT-Wert steigt insbesondere bei folgenden Erkrankungen an:

  • Erkrankungen der Leber
  • alkoholbedingte Leberschäden sowie
  • Erkrankungen der Gallenwege.

Befindet sich der Gamma-GT-Wert im Normalbereich, ist eine Erkrankung der Leber oder Gallenwege zumeist ausgeschlossen. Ist der Wert hingegen erhöht, kommen einige Erkrankungen in Betracht, die sich jedoch niemals aufgrund des GGT-Werts alleine identifizieren lassen. In diesem Falle wird der behandelnde Arzt weitere Untersuchungen anordnen.

Die häufigste Ursache eines stark erhöhten Gamma-GT-Werts ist ein Stau von Gallenflüssigkeit („Cholestase“), der unterschiedliche Ursachen haben kann – von einer Leberschädigung über Gallensteine bis hin zur Erkrankung anderer Organe. Für eine weiterführende Diagnose bedarf es hier der Erhebung weiterer Laborwerte.

Der Gamma-GT-Wert ist auch bei vielen Alkoholikern deutlich erhöht, hier oft dadurch gekennzeichnet, dass die anderen leberspezifischen Laborwerte im Normalbereich liegen. Ein erhöhter GGT-Wert zeigt sich zumeist erst bei länger andauerndem Alkoholmissbrauch, selten jedoch bei einmaligen Alkoholexzessen. Hat der übermäßige Alkoholkonsum beim Patienten noch keine nachhaltige Leberschädigung hervorgerufen, sinkt der GGT-Wert im Normalfall im Laufe von etwa drei Monaten wieder auf den Normalwert ab – vorausgesetzt natürlich, es wird auf Alkoholkonsum gänzlich verzichtet.

 

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Der AST-Wert

AST (auch ASAT oder GOT) kommt von Aspartat-Aminotransferase und ist ein Enzym, das in der Leber und in der Muskulatur, auch in der Herzmuskulatur, vorkommt. Erhöhte AST-Werte lassen oft, aber keineswegs immer auf eine Lebererkrankung schließen. Da AST auch im Herzmuskel vorhanden ist, kann ein erhöhter Wert auch nach einen Herzinfarkt gemessen werden, wobei die AST-Konzentration erst einige Stunden nach dem Infarkt anzusteigen beginnt. In diesem Fall ist immer der AST-Wert, nicht jedoch der ALT-Wert erhöht. Letzteres gilt auch für erhöhte Werte, die im Zuge mancher Muskelerkrankungen oder Schäden der Skelettmuskulatur auftreten.

Sind hingegen sowohl ALT als auch AST erhöht, lässt dies in der Regel auf eine Lebererkrankung schließen, etwa auf eine Vergiftung durch Alkohol oder Medikamente, eine Hepatitis, eine Leberzirrhose oder einen Tumor. Auch eine Erkrankung der Gallenwege mit gleichzeitigem Rückstau von Gallenflüssigkeit kommt in diesem Falle in Betracht.

 

Der ALT-Wert

ALT (auch ALAT oder GPT) bedeutet Alanin-Aminotransferase. Dieses Enzym kommt fast ausschließlich in der Leber vor, ein erhöhter Wert lässt daher in den meisten Fällen auf eine Erkrankung der Leber oder der Gallenwege schließen. Ist die ALT stärker erhöht als die AST, deutet dies oft auf eine eher leichte Leberschädigung im Zuge einer Hepatitis hin, im gegenteiligen Fall oft auf eine schwerere Schädigung.

Wichtig ist, zu betonen, dass stark erhöhten AST- bzw. ALT-Werte keineswegs eine nachhaltige Zerstörung von Leberzellen vorangegangen sein müssen, da sich Leberzellen in vielen Fällen regenerieren können und im Laufe der Zeit eine Normalisierung der Leberfunktion erreicht werden kann.

 

Der AP-Wert

AP steht für Alkalische Phosphatase, eine Enzymgruppe, die in nahezu dem gesamten menschlichen Körper vorhanden ist. AP wird verstärkt bei Lebererkrankungen, aber auch bei Erkrankungen der Knochen gebildet Außerdem ist die Konzentration von AP im Körper von Kindern und Schwangeren erhöht, weshalb hier andere Referenzwerte gelten. Jedenfalls ist ein erhöhter AP-Wert für sich keinesfalls als sicheres Zeichen einer Lebererkrankung zu betrachten.

Linktipps:

– Die Leber: Aufbau, Funktion, Erkrankungen
– Alles über die Leber
– Laborwerte – Gesundheit in Zahlen
– Blutbefund
– Was tun gegen Gallensteine?
– Zuviel Alkohol bedeutet Gefahr für die Leber

Kave Atefie





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