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Erektionsstörungen bei Diabetikern

Erektionsstörungen bei Diabetikern

Erektionsstörungen bei Diabetikern

In der medizinischen Fachliteratur existieren stark abweichende Angaben über die Häufigkeit von Impotenz bei Diabetikern. Laut einer Studie der Zeitschrift „Der Diabetologe“ sind Männer mit Diabetes allerdings bis zu dreimal so häufig von der Erektilen Dysfunktion betroffen als Männer ohne Diabetes.



Die Entwicklung ist abhängig von der Dauer des Diabetes, dem Alter, dem Gewicht und der Ausbildung von Neuropathien. Weitere Risikofaktoren sind unter anderen koronare Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Rauchen, Alkoholmissbrauch oder mangelnde Bewegung. Nichtsdestotrotz kann Erektile Dysfunktion, wie Erektionsstörungen korrekt heissen, auch ein auffälliges Symptom für einen noch nicht erkannten Diabetes darstellen.


Diabetes – Ursachen und Diagnose

Ein hoher Blutzuckerwert kann Gefäße und Nerven gefährlich schädigen, deshalb sind die Ursachen bei Diabetes sehr facettenreich:

• Durchblutungsstörungen
• Neuropathie (Nervenschädigung)
• Hormonstörungen
• Psychologische Ursachen: Versagensängste, Partnerschaftskonflikte, Depressionen

Video: Wie Diabetes entsteht

Wird Diabetes diagnostiziert können Erektionsstörungen unmittelbar im Anschluss als Resultat der entstehenden psychischen Belastungen auftreten. Die daraufhin auftretenden Versagensängste können den Effekt verstärken und somit die ausrechende Erektion beim Mann verhindern, obwohl der Mann körperlich erregt ist. Ein kurzer Entstehungszyklus weist in aller Regel auf ein psychisches Problem hin, während ein langsamer Beginn hingegen eher auf eine körperliche Ursache schließen lässt.

Eine interessante Tatsache: Früher wurde Impotenz als ein rein psychisches Leiden reduziert. Heutzutage, mit Fortschreiten der Medizin und Möglichkeiten zur Analyse einer erektilen Dysfunktion, werden lediglich 20-30% aller Fälle auf psychische Faktoren zurückgeführt, während bei den restlichen Betroffenen eine körperlichen Ursache diagnostiziert wurde.

Doch zurück zur Diabetes. Über die konkrete Anzahl der an Diabetes erkrankten Patienten mit erektiler Dysfunktion existieren stark abweichende Angaben in der medizinischen Fachliteratur. Einig ist man sich darüber, dass es etwa jeder zweite männliche Diabetiker irgendwann mit Potenzproblemen zu tun bekommt. Zurückzuführen sei dies insbesondere auf die entstehenden Durchblutungsstörungen und Nervenschäden, mit denen Diabetiker zu kämpfen haben. Auch verantwortlich für das erhöhte Risiko ist der Mangel am männlichen Sexualhormon Testosteron. Speziell Typ-2 Diabetikern mit Übergewicht sind diesem Problem ausgesetzt.

Weniger klare Aussagen existieren zum Medikamenteneinfluss, dem Diabetiker ausgesetzt sind. Ob und inwiefern sich Diabetes Medikamente auf die Potenz beim Mann auswirken ist nicht ausreichend belegt. Grund zur Annahme, dass ein Zusammenhang besteht, gibt es durch die vermehrte Medikation jedoch allemal.


Der schwere Gang zum Arzt

Wie wichtig der richtige Umgang mit Erektionsproblemen ist, zeigt folgende einfache Tatsache. Erektile Dysfunktion kann frühzeitig auf Herz-Kreislaufprobleme hinweisen. Insbesondere bei Diabetikern. Denn wenn der Diabetes die Adern im Genitalbereich geschädigt hat, so ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass auch weitere Gefäße im Körper bereits beeinträchtigt sind.

Das größere Problem liegt hierbei am falsch verstandenem Schamgefühl, das viele betroffene Männer empfinden. Der Gang zum Arzt stellt für viele eine kaum überwindbare Hürde dar. Gerade Diabetiker sollten jedoch auf Ihren Körper hören und den Gang zum Arzt wagen, denn Potenzstörungen sollten bei Zuckerkranken immer zu einer gründlichen kardiologischen Untersuchung und damit einer konsequenten Reduzierung von Risikofaktoren führen.


Der Impotenz vorbeugen

Die gute Nachricht für Diabetiker ist, dass Die Behandlungsmaßnahmen für Diabetes generell schon sehr gut dazu geeignet sind, Impotenz in den Griff zu bekommen. So zählen einige der durchgeführten Maßnahmen von Diabetiker auch zu den ersten Schritten zum Umgang mit Impotenz:

• Blutzuckerspiegel kontrollieren
• Begleiterkrankungen behandeln
• Lebensweise ändern (Übergewicht, Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum)
• Psychologische Unterstützung und Partnerschaftsberatung

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Medikation

Etwas schwieriger gestaltet sich die Behandlung mit üblichen Medikationen gegen Impotenz. Die Einnahme eines der PDE5-Hemmers (egal ob Cialis, Levitra, Spedra, Viagra oder andere auf dem Markt erhältliche Produkte) sollten gerade von Zuckerkranken nicht leichtfertig in Erwägung gezogen werden. Die Wirksamkeit der genannten Mittel steht außer Frage, jedoch sollte in jedem Fall eine ärztliche Konsultation wahrgenommen werden, um Risiken und Probleme in Kombination mit weiteren Diabetes Medikamenten zu klären bzw. auszuschließen.


Verbindung von Diabetes und sexuellen Störungen bei Frauen

Auch Frauen können unter Diabetes bedingten sexuellen Störungen leiden. Diabetes führt bei Frauen dazu, dass der Genitalbereich und die Harnwege anfälliger für Entzündungen werden. Durchblutungs- und Nervenstörungen können darüber hinaus dazu führen, dass die Schleimhäute beim Geschlechtsverkehr nicht mehr ausreichend feucht werden.

Fotocredit: Image Point Fr (© Shutterstock)

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