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Eifersucht – Liebe bis auf’s Blut | Gesundheit, Lust & Liebe

Eifersucht – Liebe bis auf’s Blut | Gesundheit, Lust & Liebe

Eifersucht

Eigentlich ist eine Prise Eifersucht ja das Salz in der Suppe einer Beziehung und zeigt an, dass einem der andere nicht egal ist. Wenn es mich kalt lässt, was mein Partner oder meine Partnerin treiben, dann fehlen die wahren Gefühle füreinander. Wenn die Eifersucht allerdings zur fixen Idee wird und die Kontrolle des Partners im Vordergrund steht, ist jede Beziehung in akuter Gefahr. Effektive Hilfe kann dann meist nur mehr von außen kommen.



Auf den ersten Blick scheint Eifersucht ein Gefühl zu sein, das durch äußere Ereignisse durch andere Menschen in uns ausgelöst wird. Weil der Andere sich so verhält, oder dies und jenes sagt, müssen wir mit Eifersucht reagieren. In Wirklichkeit ist es jedoch so, dass wir die Eifersucht in uns selbst auslösen.

Krankhafte Eifersucht?

Zunächst einmal müssen zwei Formen von Eifersucht unterschieden werden:

Die reale Eifersucht und die eingebildete Eifersucht. Krankhaft sind beide dann, wenn es in der heutigen Beziehung keinen realen Grund für eine Eifersucht gibt. Die Eifersucht ist also übertrieben, unangemessen, verfolgt und verdächtigt den Partner permanent.

Die reale Eifersucht ist ihrem Ursprung nach nicht krankhaft. Da ist jemand belogen, betrogen, hintergangen worden. Und das hinterlässt Wunden, die Zeit brauchen, um zu vernarben. Man hat man einem Menschen geglaubt, ihm oder ihr vertraut und wird dann Zeuge seines Doppellebens: Der geliebte Mensch hat hinter dem Rücken noch einen anderen Partner, mit dem man teilen soll. Dazu sind die wenigsten Menschen aus verständlichen Gründen bereit.

Reale Eifersucht bedeutet also, dass der andere einen oder mehrere konkrete Gründe geliefert hat, eifersüchtig zu sein. Das Vertrauen ist nachhaltig zerstört und muss erst mühsam wieder aufgebaut werden. Man hat erlebt, dass man verlassen wird und hat nun Angst, dass das wieder passiert. Krankhaft kann diese Eifersucht dann werden, wenn der Vertrauensbruch schon länger zurückliegt, der andere sich ernsthaft um die Beziehung bemüht, aber keine Chance mehr bekommt. Dann ist die Beziehung gescheitert, denn ohne Vertrauen kann keine Partnerschaft auf Dauer halten.

Die eingebildete Eifersucht ist definitiv krankhaft, denn es gibt keinen realen Grund. Partner oder Partnerin haben nie einen Anlass für Eifersüchteleien geboten. Trotzdem werden sie ständig mit Unterstellungen verfolgt, die die Beziehung empfindlich stören.

  • Da ist die Frau, die den Fernseher jedes Mal abstellt, wenn Heidi Klum auf dem Bildschirm erscheint. Sie unterstellt ihrem Mann, dass er Heidi Klum für schöner hält und, wenn er könnte, auch mit ihr ins Bett gehen würde.
  • Da ist der Mann, der den Kilometerstand des Autos seiner Frau kontrolliert, weil er ihr unterstellt, sie sei nicht nur einkaufen gefahren, sondern sie treibe sich doch nur mit Männern herum.
  • Wenn einer auch nur etwas später nach Hause kommt, folgen endlose Verhöre, die alle von der Hypothese ausgehen, betrogen zu werden.

Liebe & Eifersucht?

Entgegen der landläufigen Meinung gehören Liebe und Eifersucht eigentlich nicht zusammen, da mittels Eifersucht versucht wird, den Partner nach seinen Vorstellungen zu formen. Er muss sich so und so verhalten, da es mir sonst schlecht geht. Liebe hingegen bedeutet den Anderen so anzunehmen wie er ist und man sich wünscht, dass es dem Partner gut geht. Natürlich können Eifersuchtsgefühle in geringem Ausmaß aber auch Ansporn in einer Beziehung sein, da man merkt, wie wichtig der Partner einem ist und man die Beziehung nicht als selbstverständlich betrachtet. Schädlich werden die Eifersuchtsgefühle vor allem dann, wenn sie länger andauern und immer intensiver werden.

Eifersucht belebt eine Beziehung, wenn

  • sie Aufmerksamkeit und Interesse signalisiert: „Ich möchte wissen, was Du erlebst und fühlst.“
  • sie Ansporn ist, es dem Anderen gleichzutun, z.B. auch erfolgreich im Beruf zu sein
  • sie dazu beiträgt, sich im positiven Sinne zu ändern, z.B. wieder mehr auf das Äußere zu achten

Eifersucht gefährdet eine Beziehung, wenn

  • sie zur Sucht wird und die Kontrolle des Partners im Vordergrund steht
  • sie eingesetzt wird, um den Partner zu manipulieren (z.B. sein Mitleid zu erwecken)
  • sie ein Zeichen eigener uneingestandener Seitensprungphantasien ist, bzw. die Folge eines eigenen Treuebruches nach dem Motto „Was ich selber denk‘ und tu‘, das trau‘ ich auch dem Anderen zu“

Woran erkannt man krankhafte Eifersucht?

Hinter Eifersucht verbergen sich ein geringes Selbstwertgefühl, Selbstzweifel, Verlustängste und Besitzdenken. Die Betroffnen leben in ständiger Angst nicht gut genug zu sein und dass der geliebte Mensch sich jemand anderen zuwenden könnte. Hinter Eifersucht verbergen sich große Selbstzweifel, Besitzdenken und die Einstellung, die Liebe und Aufmerksamkeit des Partners unbedingt zu brauchen. Eifersüchtige Menschen leben in der ständigen Angst nicht gut genug zu sein, oder etwas nicht zu bekommen, das für sie wichtig ist. In der Phantasie malen sie sich die schlimmsten Szenarien aus und diese Gedanken kreisen ständig in ihrem Kopf. Meistens sind die Betroffenen auch nicht bereit ihre Schlussfolgerungen in Frage zu stellen, denn ihre Eifersucht ist schließlich Beweis dafür, dass ihre Vermutungen stimmen müssen.

Menschen mit krankhaftem eifersüchtigem Verhalten leiden für gewöhnlich deutlich unter ihrer eingeschränkten Lebensqualität. Oft werden andere Dinge wie Beruf-, Sozialkontakte, Hobbys etc. vernachlässigt und die Eifersucht wird das zentrale Thema im Leben des Betroffenen und somit natürlich auch für des Partners, der seiner Eigenständigkeit beraubt wird.

Folgende Warnhinweise sind bei krankhafter Eifersucht festzustellen:

  • Denken Sie mehrmals täglich an eine mögliche Untreue des Partners?
  • Führen Sie Kontrollanrufe durch?Gibt es häufig Streit in der Beziehung wegen vermuteter Untreue?
  • Durchsuchen Sie die persönlichen Sachen des Partners auf der Suche nach möglichen Beweisstücken?
  • Fühlen Sie si h in Ihrer persönlichen Freiheit durch die Eifersucht des Partners eingeschränkt?
  • Deuten Sie bestimmte Verhaltensweisen des Partners als Untreue?
  • Lassen Sie Ihren Partner so gut wie nie alleine etwas unternehmen?
  • Spionieren Sie Ihrem Partner nach?
  • Fragen Sie den Partner häufig nach Untreue oder beschimpfen sie ihn?
  • Werden Sie von Ihrem Partner ständig kontrolliert?

Hilfe bei Eifersucht

Am Beginn sollten Fragen an sich selbst stehen:

– Wie stark ist mein Selbstwertgefühl ausgeprägt – muss ich etwas dafür tun?
– Wie abhängig bin ich vom Partner – habe ich genügend Eigenleben (z.B. eigene Hobbys)?
– Habe ich für meinen Partner zu viel aufgegeben?
– Klappt unsere Kommunikation, wissen wir genügend übereinander?

Wenn es um die Behandlung krankhafter Eifersucht geht, sind beide Partner gefragt, denn beide leiden. Zunächst jedoch muss der Eifersüchtige sein persönliches Problem als solches erkennen und die Verantwortung dafür übernehmen. Erst dann kann ihn auch der Partner unterstützen. Der Partner kann dem Betroffenen helfen, indem er die Eifersucht des anderen ernst nimmt, mit ihm ruhig und offen über das Problem redet und ihn vielleicht sogar zu einer Therapie bewegt. Denn Eifersucht ist heilbar. Vorausgesetzt, sie wird erkannt und es besteht die Bereitschaft, sich helfen zu lassen.

Lebt man mit einem solchen Menschen zusammen, dann nützt es nichts, wenn man sich „nur“ seinem starren Reglement und den ständigen Kontrollen unterwirft. Das führt nur zu immer weitergehenden Einschränkungen in der Beziehung. Eine so deutliche Aussprache schafft Klarheit – und erhöht den Leidensdruck des krankhaft Eifersüchtigen. Der Partner sieht, dass er keinen Anlass für seine Eifersucht hat, aber dass er alles dazu tut, die Beziehung zu zerstören, weil eine Beziehung ohne Vertrauen auf Dauer nicht halten kann.

Mögliche Strategien gegen Eifersucht

  • Es ist wichtig, sich nicht aus Angst vor dem Verlassenwerden völlig an die Bedürfnisse des Partners anzupassen.
  • Den Partner durch Kontrollmaßnahmen an tatsächlicher oder vermuteter Untreue hindern zu wollen ist höchstens dazu geeignet, sich selber zu quälen oder sich der Lächerlichkeit preiszugeben.
  • Es ist nicht sehr hilfreich, das eigene Selbstwertgefühl durch viele oberflächliche Sozialkontakte zu steigern und eventuell den Partner damit eifersüchtig machen zu wollen.
  • Versuchen Sie nie den Respekt ihrem Partner gegenüber zu verlieren, auch wenn Angst und Wut sehr groß sind.
  • Versuchen Sie, die Liebeszeichen des Partners nicht zu übersehen.
  • Machen Sie sich ihre Bedürfnisse und Ansprüche an die Beziehung klar und formulieren Sie diese eindeutig (nach Jordan entstehen viele langanhaltende Eifersuchtsdramen auf der Basis ebenso langanhaltender Unzufriedenheit und Rätseln über einen vermeintlichen Rückzug des Partners und den vermuteten Untreuewünschen)
  • Bekennen Sie sich zu Ihrer Eifersucht, allerdings ohne sie überzustrapazieren, sie aber auch nicht herunterzuspielen.
  • Muten Sie Ihrem Partner immer nur soviel zu, wie Sie selbst auch akzeptieren und verkraften können.
  • Spielen Sie Eifersucht nicht vor, wenn Sie sie nicht wirklich empfinden.
  • Betrachten Sie Ihren Partner nie als Eigentum. Leiten Sie aus Ihrer Liebe keine Besitzansprüche ab, denn Loslassen ist mehr als festhalten.
  • Eifersucht ist kein persönliches Versagen, es ist ein erlerntes Gefühl. Sie brauchen daher wegen Ihrer Eifersucht keine Schuldgefühle zu haben, aber es gibt Möglichkeiten, störende Eifersucht loszuwerden.
  • Stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl. Werden Sie stolz auf Ihr Frausein oder Mannsein, auf Ihre persönlichen und unverwechselbaren Qualitäten.

Beide Partner können dann in Ruhe überlegen, woher eigentlich das permanente Misstrauen kommt und welche Faktoren seit der Kindheit das Selbstwertgefühl gestört haben. Wenn beide Partner auch hiermit nicht weiterkommen, kann eine Psychotherapie helfen, die die tieferen Ursachen für die krankhafte Eifersucht und für das mangelnde Selbstwertgefühl aufdeckt.

Linktipps:

– Stalking – Wege aus der Isolation
– der männliche Orgasmus
– der weibliche Orgasmus
– Sexualität & Partnerschaft: Sexualtherapie
– Lustlosigkeit nach Herzinfarkt
– Pflanzliche Hilfe bei Erektionsstörungen
– Jugendliche und Sexualität
– das Erste Mal
– Sexualpraktiken